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Quartalszahlen Brexit bremst das Wachstum der Deutschen Börse

Wegen der Unsicherheit rund um den Brexit halten sich viele Investoren im Handel zurück. Das belastet die Geschäfte von Deutschlands größtem Börsenbetreiber.
Update: 29.04.2019 - 20:48 Uhr Kommentieren
Im ersten Quartal brach das Handelsvolumen im Kassamarkt um 23 Prozent ein. Zudem gab es wegen des schwierigen Marktumfelds keinerlei Börsengänge. Quelle: Reuters
Die Börse in Frankfurt

Im ersten Quartal brach das Handelsvolumen im Kassamarkt um 23 Prozent ein. Zudem gab es wegen des schwierigen Marktumfelds keinerlei Börsengänge.

(Foto: Reuters)

Frankfurt/Main Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer hätte sich nach einem kräftigen Ergebnisanstieg im vergangenen Jahr feiern lassen können. Doch er dämpfte stattdessen die Erwartungen – und hat mit seinen zurückhaltenden Prognosen bisher recht behalten.

Weil die Ausschläge an den Märkten Anfang 2019 geringer ausfielen und weil sich viele Investoren wegen des geplanten EU-Austritts Großbritanniens im Handel zurückhielten, gingen die Wachstumsraten der Deutschen Börse deutlich zurück. Nach einem Anstieg von 13 Prozent im Gesamtjahr 2018 legten die Nettoerlöse im ersten Quartal 2019 nur noch um vier Prozent auf 721 Millionen Euro zu.

„Insbesondere die Unsicherheit der Marktteilnehmer im Hinblick auf den bevorstehenden Brexit lähmte den Handel“, erklärte die Deutsche Börse in ihrem Zwischenbericht. Besonders deutlich bekam der Konzern dies im Aktienhandel zu spüren. Dort brach das Handelsvolumen im ersten Quartal um 23 Prozent ein.

Die Nettoerlöse des Segments sanken um fünf Prozent auf 59 Millionen Euro. Zudem gab es wegen des schwierigen Marktumfelds keinen einzigen Börsengang.

An der Derivatebörse Eurex, der wichtigsten Sparte des Konzerns, lief es etwas besser. Das Handelsvolumen ging hier im ersten Quartal zwar um zwei Prozent zurück. Insgesamt konnte das Segment seine Nettoerlöse jedoch stabil halten – unter anderem, weil es bei der Abwicklung von außerbörslichen Derivategeschäften deutliche Zuwächse gab.

Verhandlungen über Milliarden-Deal dauern an

Noch besser lief es bei der Energiebörse EEX, der Devisenhandelssparte 360T und der Wertpapierverwahrtochter Clearstream. Alle drei Sparten bauten ihre Erlöse deutlich aus. Clearstream profitierte dabei vor allem davon, dass der Konzern wegen der gestiegenen Leitzinsen in den USA im Bankgeschäft höhere Zinserträge einfuhr.

Insgesamt äußerte sich Finanzchef Gregor Pottmeyer zufrieden über die Entwicklung im ersten Quartal. Die Deutsche Börse habe dem Gegenwind von den Märkten getrotzt, da sie ihre Erlöse durch strukturelle Wachstumsmaßnahmen wie geplant um fünf Prozent ausgebaut habe. „Das Ergebniswachstum im ersten Quartal liegt damit im Rahmen der Prognose für das Gesamtjahr“, sagte Pottmeyer.

Für 2019 geht die Deutsche Börse von einem strukturellen Erlöswachstum von mindestens fünf Prozent aus. Der bereinigte Gewinn soll um rund zehn Prozent steigen. Dafür muss sich der Konzern im weiteren Jahresverlauf noch steigern. Im ersten Quartal legte der bereinigte Gewinn nur um acht Prozent auf 292 Millionen Euro zu.

Vorstandschef Weimer hat Anfang 2018 die Führung der Deutschen Börse übernommen und das Unternehmen seitdem kräftig umgebaut. Für Restrukturierungen und Übernahmen fielen allein im ersten Quartal Kosten von knapp 25 Millionen Euro an.

Weimers Strategie, die sich nicht sehr von der seines Vorgängers Carsten Kengeter unterscheidet, setzt auf neue Technologien, organisches Wachstum und Zukäufe.

Kürzlich hat Weimer mit der Übernahme des US-Softwarekonzerns Axioma für 850 Millionen Dollar seinen ersten großen Deal gestemmt. Zudem verhandelt er mit dem Finanzkonzern Refinitiv über eine möglicherweise milliardenschwere Übernahme im Devisenhandel. „Die Verhandlungen und Prüfungen einer potenziellen Transaktion dauern an“, erklärte die Deutsche Börse am Montagabend.

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