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Quartalszahlen Die Credit Suisse steigert Gewinn um 45 Prozent und überholt damit den Rivalen UBS

Die Schweizer Bank steigert den Gewinn und die verwalteten Vermögen – und schnappt der Konkurrenz damit Marktanteile weg.
Update: 31.07.2019 - 13:51 Uhr Kommentieren
Credit Suisse steigert Quartalsgewinn um 45 Prozent Quelle: Reuters
FILE PHOTO: Logo of Swiss bank Credit Suisse

Für 2019 peilt die Schweizer Bank eine Eigenkapitalrendite von zehn bis elf Prozent an

(Foto: Reuters)

Zürich Tidjane Thiam spart an den Kosten seiner Bank, aber nicht am Eigenlob: Der Chef der Credit Suisse schwärmte am Mittwoch von der „starken operativen Leistung“ seines Hauses. Die Botschaft: „Unsere Strategie geht auf“.

Tatsächlich scheint das Lob diesmal berechtigt: Die zweitgrößte Bank der Schweiz steigerte ihren Gewinn im zweiten Quartal um satte 45 Prozent auf 937 Millionen Franken – trotz des schwierigen Umfelds an den Märkten.

Mit ihrem Wachstum zieht die Credit Suisse an ihrem Erzrivalen UBS vorbei, dem die vermögenden Kunden im zweiten Quartal rund zwei Milliarden Dollar abzogen. Auch im Handelsgeschäft konnte die Credit Suisse ihre Erlöse steigern. Zuvor hatten andere Schweizer Institute gemischte Quartalsergebnisse präsentiert. Neben dem schwierigen Marktumfeld droht neuer Ärger wegen alter Steuersünden.

Die Credit Suisse sorgte dagegen am Mittwoch für einen Lichtblick: Auf dem Heimatmarkt Schweiz konnte das Institut den Gewinn steigern – auch dank eines Einmaleffekts durch Immobilienverkäufe. Aber auch die Handelseinheit Global Markets übertraf die Erwartungen der Börse. Die Erlöse im Anleihehandel legten zum Vorjahr um elf Prozent zu, im Aktienhandel um drei Prozent. Damit schnitten die Schweizer besser ab als viele US-Institute, die mit starkem Gegenwind gekämpft hatten.

Ob die Credit Suisse im Handelsgeschäft auch vom Rückzug der Deutschen Bank profitiert habe, wollte Bankchef Thiam nicht verraten. Über Wettbewerber äußere man sich nicht, sagte Thiam, um es dann doch zu tun: Er kenne und schätze Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing. „Als jemand, der selbst eine Restrukturierung durchgemacht hat, wünsche ich ihm viel Erfolg.“

Ein Wunsch, der auf das Offensichtliche anspielt: Während die Credit Suisse ihre dreijährige Restrukturierung abgeschlossen hat, wagt die Deutsche Bank erst jetzt einen gravierenden Umbau. Milliardenkosten für die Neuausrichtung und heftiger Gegenwind im Investmentbanking hinterließen im zweiten Quartal einen Milliardenverlust bei den Frankfurtern.

Bei der Credit Suisse hat Thiam die Vermögensverwaltung forciert. Ihre Erträge legten im zweiten Quartal nur marginal zu, doch immerhin konnten die Vermögensverwalter zwischen April und Juni unterm Strich rund 9,5 Milliarden Franken an Kundengeldern einsammeln. Den Konkurrenten UBS hat die Credit Suisse damit ausgestochen.

Im laufenden Jahr peilt die Credit Suisse eine Eigenkapitalrendite von zehn bis elf Prozent an. Dabei handelte es sich aber um kein fixes Ziel, wie Bankchef Thiam umfangreich ausführte – auch, wenn auf der entsprechenden Powerpointfolie von einem „2019 Target“ die Rede war. Es handele sich um eine „Annahme“, bei der man von stagnierenden Erlösen ausgehe. Dass der Ausblick der Bank so wage ausfällt, dürfte auch am schwierigen Umfeld liegen. Die Kunden seien sehr vorsichtig, erklärte Thiam. Trotzdem sei das dritte Quartal gut angelaufen.

UBS konnte Gewinn marginal steigern

Bereits in der vergangenen Woche hatte der Erzrivale UBS seine Ergebnisse präsentiert. Die größte Bank der Schweiz konnte ihren Gewinn im zweiten Quartal marginal auf rund 1,4 Milliarden Dollar steigern. Doch ausgerechnet in der Paradedisziplin, der Vermögensverwaltung, haperte es. Unterm Strich zogen die vermögenden Kunden rund zwei Milliarden Dollar ab. Die Bank erklärte das vor allem mit saisonalen Steuereffekten.

Auch beim kleineren Konkurrenten Julius Bär fielen die Zahlen gemischt aus. Das Institut konnte die verwalteten Vermögen ausbauen, der bereinigte Gewinn ging aber um 19 Prozent auf 391 Millionen Franken zurück. Die niedrigen Zinsen, die Furcht vor einem harten Brexit und Handelskriegen machen auch vor den Schweizer Vermögensverwaltern nicht halt.

Zudem drohen die Schweizer Banken, von den Sünden der Vergangenheit eingeholt zu werden. Denn das Bankgeheimnis für die meisten Ausländer ist zwar de facto abgeschafft, seit die Schweiz am automatischen Informationsaustausch (AIA) mit 36 Staaten teilnimmt. Doch nach einem Bundesgerichtsurteil vom Freitag könnten die Banken gezwungen sein, auch länger zurückliegende Daten im Rahmen von Amtshilfeersuchen an ausländische Behörden zu liefern.

Das Urteil ist nicht nur für die UBS ein potenzielles Problem, die in Frankreich mitten in einem brisanten Strafverfahren steckt. Die Befürchtung: Die französischen Behörden könnten die Daten trotz des so genannten Spezialitätenprinzips vor Gericht gegen das Institut verwenden.

Auch die Bankiervereinigung reagierte auf das Bundesgerichtsurteil alarmiert. Sie warnt vor so genannten Fischzügen, bei denen ausländische Behörden massenweise Kontodaten anfragen, um Steuerhinterzieher zu finden. Auf das Urteil des Bundesgerichts angesprochen, hielt sich Credit-Suisse-Chef Thiam zurück. Man analysiere das Urteil noch und habe eine Null-Toleranz-Politik beim Thema Steuervermeidung. „Das ist alles, was ich sagen kann“.

Mehr: 18 Geldhäuser haben sich dem US-Belastungstest unterzogen. Nur die Credit Suisse muss nachsitzen. Mängel gibt es bei dem Prozess der Kapitalplanung.

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