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Quartalszahlen Die Deutsche Bank spart ihren sinkenden Erträgen hinterher

Das Geldhaus verdient dank niedrigerer Steuern mehr Geld, kassiert aber seine Ertragsprognose. Kostendisziplin soll das ausgleichen. Ein Strategie-Knaller ist nicht zu erwarten.
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Deutsche Bank spart ihren sinkenden Erträgen hinterher Quelle: Getty Images; Per-Anders Pettersson
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt

Der Gewinn fiel im ersten Quartal besser aus, als Analysten erwartet hatten.

(Foto: Getty Images; Per-Anders Pettersson)

Frankfurt Die Deutsche Bank hat an diesem Freitagmorgen seine Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Das sind die wichtigsten Fakten.

  • Die Konzernerträge lagen bei 6,35 Milliarden Euro und damit neun Prozent unter dem Vorjahreswert.
  • Der Nettogewinn, der den Aktionären zurechenbar ist, betrug 178 Millionen Euro.
  • Die Investmentbanking-Sparte schrieb rote Zahlen.
  • Seine Rendite-Prognose für das Ergebnis 2019 hat der Dax-Konzern bestätigt.
  • Die Aktie liegt im Vormittagshandel rund drei Prozent im Minus.

Das fällt positiv auf

In Sachen Kostensenkungen legt die Deutsche Bank mittlerweile eine früher undenkbar erscheinende Zuverlässigkeit an den Tag. Im ersten Quartal lagen die Ausgaben mit 5,9 Milliarden Euro acht Prozent unter ihrem Vorjahreswert. Damit ließen sich zumindest teilweise die nach wie vor sinkenden Erträge kompensieren. Da sich außerdem die – im vergangenen Jahr ungewöhnlich hohe – Steuerquote wieder normalisiert hat, blieb unter dem Strich sogar ein höherer Nettogewinn übrig als im ersten Quartal 2018.

Vereinzelte Lichtblicke gab es auch im Investmentbanking, das insgesamt aber rote Zahlen schrieb: Im von Vorstandschef Christian Sewing geförderten Bereich Transaction Banking, in dem die Geschäfte Zahlungsverkehr und Handelsfinanzierung gebündelt sind, stiegen die Erträge um sechs Prozent. Die Sparte stand damit für knapp 30 Prozent der Gesamterträge des Firmenkunden und Investmentbanking-Geschäfts.

Immerhin wäre die Deutsche Bank ihrem Renditeziel von vier Prozent mit 3,6 Prozent bereits recht nahe gekommen, würde man die Bankenabgabe, die immer zum Jahresbeginn fällig wird, gleichmäßig über das gesamte Jahr verteilen. Das Problem an dieser Rechnung: Das erste Quartal ist bei Banken in der Regel am stärksten. Die Bank wird sich also noch anstrengen müssen, um die Vier-Prozent-Marke ganzjährig zu erreichen.

Bei der Fondstochter DWS konnte der hartnäckige Mittelabfluss im Startquartal gestoppt werden. Unter dem Strich flossen der DWS neue Kundengelder in Höhe von zwei Milliarden Euro zu. Der Vermögensverwalter will außerdem weitere Einsparungen vornehmen.

Das fällt negativ auf

Vor allem auf der Ertragsseite hat die Deutsche Bank insgesamt nach wie vor zu kämpfen: Im ersten Quartal sind die Gesamterträge um neun Prozent auf 6,4 Milliarden Euro gesunken. Selbst wenn man belastende Sondereffekte herausrechnet, bleibt noch ein Minus von fünf Prozent.

Kein Wunder, dass das Institut seine Ertragsprognose leicht steigender Erträge für dieses Jahr kassiert hat. Nun werden nur noch stabile Erträge erwartet. Nachdem die Einnahmen im Aktien- und Anleihehandel zum Jahresstart um knapp ein Fünftel eingebrochen sind, wirkt das sogar noch ziemlich optimistisch. Die Bank wird versuchen, Enttäuschungen auf der Ertragsseite durch noch entschlosseneres Sparen auszubügeln.

Unter dem Strich schrieb das Investmentbanking im ersten Quartal sogar einen Vorsteuerverlust von 88 Millionen Euro – und das im traditionell wichtigsten Quartal in diesem Geschäft.

Auch im Privatkundengeschäft lief es für die Bank nicht rund. Die Sparte, die aktuell die Postbank-Integration stemmen muss, hatte mit einem Ertragsrückgang von fünf Prozent zu kämpfen, die Gewinne sanken sogar um elf Prozent.

Die Fondstochter DWS übt sich ebenfalls in Bescheidenheit: Sie will bei den Nettomittelzuflüssen 2019 nur „über dem Durchschnitt der Asset Management-Branche“ liegen, die sie bei zwei bis drei Prozent sieht. Das mittelfristige Ziel, ein Plus von drei bis fünf Prozent zu erzielen, bleibt aber bestehen.

Dass die Schattenseiten für Anleger überwogen, zeigt der schwache Aktienkurs am Vormittag, der mit drei Prozent im Minus lag.

Was jetzt passiert

Mit dem einen großen Strategie-Knaller ist nicht zu rechnen, trotz des Scheiterns der Übernahmegespräche mit der Commerzbank. Die drastischste strategische Maßnahme, die derzeit auf dem Tisch liegt, ist die mögliche Zusammenführung der Fondstochter DWS mit der Vermögensverwaltungssparte der UBS.

Ein Erfolg dieser Transaktion wäre für die Deutsche Bank wünschenswert: Die DWS hat erstmals seit langem wieder unter dem Strich mehr neue Kundengelder eingesammelt als verloren. Allerdings kann sich die Fondsgesellschaft nur mühsam gegen den Druck auf ihre Margen stemmen. Sie sind mittlerweile auf 30 Basispunkte, also 0,3 Prozentpunkte, des verwalteten Vermögens gesunken. Das ist die Untergrenze dessen, was die DWS beim Börsengang als Ziel ausgegeben hat.

Der Vermögensverwalter hält an seinen Zielen mit Blick auf Nettozuflüssen von drei bis fünf Prozent im Jahr und eine Kosten-Aufwands-Quote von 65 Prozent zwar fest, will den Fokus künftig aber vor allem auf die Effizienz richten – also auf das Verhältnis von Kosten zu Erträgen.

Ansonsten scheint die Deutsche Bank – so die Finanzmärkte sie nicht zu schärferen Maßnahmen zwingen – wohl darauf zählen, dass ihre Strategie der kleinen Schritte zum Erfolg führen wird. Unter anderem erhofft sich das Institut über die Zeit ein besseres Rating, das das Investmentbanking-Geschäft wohl profitabler machen würde.

Die Bank adjustiert immer wieder hier und da ihr Geschäft. Davon profitieren Geschäftsfelder wie das Transaction Banking. Man ahnt, dass die Kürzungen dann eher leise und unauffällig im Handelsgeschäft vorgenommen werden.

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1 Kommentar zu "Quartalszahlen: Die Deutsche Bank spart ihren sinkenden Erträgen hinterher"

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  • Hohe Gehälter und Boni helfen der Bank nicht, zudem massive Kosten und Ressourcen durch die Regulierungen müssen erbracht werden. Niedrige Zinsen und der Negativzins für EZB Einlagen tun ihr übriges.
    Im Vergleich zu amerikanischen oder asiatischen Banken werden die europäischen Banken massiv belastet - damit entsteht ein derartig massiver Wettbewerbsnachteil, den nicht europäische Banken nutzen um ihre Marktanteile auszubauen.
    Damit gerät die europäische Bankenbranche in Bedrängnis - ähnlich wie die Technologiebranche.

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