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US-Banken

Das klassische Geschäft mit Emissionen und Anleihen erlebt derzeit einen Einbruch, doch bei Beratung und Kreditgeschäft läuft es weiter gut.

(Foto: AP)

Quartalszahlen Die US-Banken stehen vor einem tiefgreifenden Umbruch

Die großen US-Banken legen diese Woche Zahlen vor. Während das Geschäft mit Anleihen und Aktien einbricht, wächst das Beratungsgeschäft kräftig.
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Es war ein aufregendes viertes Quartal für die Banken. Die heftigen Kursschwankungen an den Märkten haben Anleger und Kunden verschreckt. Das hat sich vor allem im Investmentbanking bemerkbar gemacht.

Analysten von Keefe, Bruyette & Woods (KBW) rechnen damit, dass die Erträge aus dem Investmentbanking branchenweit um 17 Prozent gesunken sind. Wegen der volatilen Märkte sind Aktien- und Anleiheemissionen zum Jahresende deutlich zurückgegangen.

Im Dezember gab es keine einzige Emission für Hochzinsanleihen – zum ersten Mal seit dem Krisenjahr 2008. „Das ist extrem ungewöhnlich“, sagt Guy Moszkowski vom Analysehaus Autonomous.

Auch die Risikoaufschläge, die Unternehmen im Vergleich zu weniger riskanten Staatsanleihen zahlen müssen, sind deutlich gestiegen. Ein weiteres Zeichen für eine anhaltend schwache Nachfrage von Investoren.

Bei den fünf größten US-Banken seien die Erträge aus dem Geschäft mit Anleiheemissionen um 38 Prozent eingebrochen, beim Geschäft mit Aktienemissionen um 36 Prozent, wie KBW errechnet hat. Umsätze aus dem Beratungsgeschäft dagegen seien um 31 Prozent gestiegen.

Bei Goldman Sachs könnte dieser Trend zu einem besonderen Meilenstein führen. Eine Reihe von Analysten gehen davon aus, dass das Institut zum ersten Mal seit zehn Jahren höhere Erträge im Beratungsgeschäft erzielt hat als mit dem Handel von festverzinslichen Wertpapieren. Das wäre Rückendeckung für den seit Oktober amtierenden Vorstandschef David Solomon, der gerade dabei ist den Betrugsskandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB einzudämmen.

Analysten erwarten am Mittwoch, wenn Goldman Zahlen vorlegt, einen Gewinn pro Aktie von 4,4 Dollar – 22 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Die Erträge sollen den Berechnungen zufolge um drei Prozent auf 7,6 Milliarden Dollar zurückgegangen sein.

Bei den Universalbanken, die weniger stark vom Kapitalmarktgeschäft abhängig sind, könnte die Lage besser aussehen. KBW empfiehlt vor allem Branchenprimus JP Morgan Chase und Wells Fargo.

Das Kreditgeschäft ist den Analysten zufolge weiter robust. Mit einem geschätzten Kreditwachstum von 4,7 Prozent könnte das vierte Quartal das beste des Jahres 2018 gewesen sein. Auch die Nettozinsmargen dürften steigen, dank der Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve, die 2018 insgesamt vier Mal den Leitzins angehoben hatte, zuletzt im Dezember auf die Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent.

JP-Morgan-Chef Jamie Dimon gab sich vergangene Woche optimistisch. „Mehr Leute arbeiten, die Löhne steigen, die Haushalte sind in guter Verfassung“, sagte Dimon im Interview mit „Fox Business News“.

Auch die Ausfallraten bei den Kreditkarten seien gering. Laut Factset wird der Gewinn pro Aktie um 26 Prozent auf 2,21 Dollar steigen. Bei den Erträgen wird ein Plus von fünf Prozent auf 26,9 Milliarden Dollar erwartet.

Die Bank Wells Fargo, die nach diversen Skandalen geschwächt ist, könnte ein Gewinnplus vermelden, jedoch einen leichten Umsatzrückgang. Die Bank aus San Francisco muss harte Auflagen erfüllen und hat eine Wachstumsbremse verordnet bekommen. Die Vermögenswerte der Bank dürfen nicht über zwei Billionen Dollar steigen, dem Wert von Ende 2017.

Analysten erhoffen sich diese Woche auch Signale für die kommenden Monate. Eine ganze Reihe von Banken wurden in den vergangenen Tagen heruntergestuft. Die Aktienkurse der Finanzinstitute sind von Oktober bis Dezember um 18 Prozent eingebrochen.

Dabei haben die Wall-Street-Häuser noch im dritten Quartal Rekordgewinne abgeliefert. Immerhin: Die Aktienmärkte haben sich in der vergangenen Woche beruhigt, auch, weil Fed-Chef Jerome Powell in den vergangenen Tagen mehrfach betont hatte, „flexibel und geduldig“ zu sein, was weitere Zinsschritte angeht.

Citigroup-Chef Michael Corbat muss erklären, wie er die Effizienzziele in diesem Jahr erreichen will. Citi musste einräumen, wegen schwacher Erträge aus dem Investmentbanking die gesetzten Sparziele nicht einhalten zu können. Branchenkennern zufolge könnte sich das auch auf die Bonuszahlungen auswirken.

Auch für die Investmentbanker der Bank of America war es sein schweres Jahr, wie CEO Brian Moynihan Ende Dezember einräumte. Das Institut sei zu vorsichtig geworden und werde in diesem Jahr aggressiver um mittelgroße Deals kämpfen.

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