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Quartalszahlen Goldman Sachs überrascht im Aktienhandel, JP Morgan und Wells Fargo machen Plus

Goldman Sachs, JP Morgan und Wells Fargo übertreffen im zweiten Quartal die Erwartungen. Auf den zweiten Blick sind die Ergebnisse aber durchwachsen.
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Die nach Vermögenswerten größte Bank der USA, rechnet für das gesamte Jahr mit 500 Millionen Dollar weniger Zinsüberschuss. Quelle: dpa
JP Morgan

Die nach Vermögenswerten größte Bank der USA, rechnet für das gesamte Jahr mit 500 Millionen Dollar weniger Zinsüberschuss.

(Foto: dpa)

New York Auf den ersten Blick sieht die Lage rosig aus. Die US-Banken Goldman Sachs, JP Morgan Chase und Wells Fargo meldeten am Dienstag Zahlen für das zweite Quartal, die die Gewinnerwartungen der Analysten locker überboten haben. Die Vorstandschefs sprechen von einem „guten ersten Halbjahr“. Und doch sind die Ergebnisse durchwachsen.

Die großen Wall-Street-Häuser kämpfen mit einer Reihe von Faktoren rund um den anhaltenden Handelsstreit, die sie auch in den kommenden Quartalen noch beschäftigen werden.

So stellen sich die Universalbanken JP Morgan Chase und Wells Fargo auf geringere Zinseinnahmen ein. JP Morgan, die nach Vermögenswerten größte Bank der USA, rechnet für das gesamte Jahr mit 500 Millionen Dollar weniger Zinsüberschuss. Das ist die Differenz aus den Zinsen, die die Bank für die Vergabe von Krediten bekommt, abzüglich den Zinsen, die sie für Einlagen zahlt. Der Zinsüberschuss machte im vergangenen Jahr fast die Hälfte der Erträge aus und war ein wichtiger Puffer, um das volatile Handelsgeschäft abzufedern.

JP Morgan erwartet nun noch einen Zinsüberschuss von 57,5 Milliarden Dollar, wie die Bank am Dienstag mitteilte. Nach dem ersten Quartal war das Institut noch davon ausgegangen, mehr als 58 Milliarden Dollar zu erzielen. Jennifer Piepszak, die neue Finanzchefin der Bank, geht davon aus, dass die Fed in diesem Jahr drei Mal die Zinsen senken werde. Goldman Sachs dagegen rechnet nur mit zwei Zinsschritten, im Juli und im September.

Die US-Notenbank Fed hat in den vergangenen Wochen mehrfach signalisiert, bei ihrer kommenden Sitzung Ende Juli den Leitzins zum ersten Mal seit der Finanzkrise wieder zu senken. Darauf müssen die Banken vorbereitet sein. US-Präsident Donald Trump hatte im Mai und Juni den Handelsstreit mit China immer wieder angefacht und überraschenderweise auch Zollforderungen gegenüber Mexiko ins Spiel gebracht.

Das hatte Investoren, vor allem an den Anleihemärkten, verunsichert, ebenso wie Unternehmen, die sich bei den Investitionsausgaben zurück hielten. Dagegen will die Fed nun ansteuern.

Schwache Kreditmargen

Dass die Banken dennoch die Gewinnerwartungen der Analysten fürs zweite Quartal überboten, lag im Fall von JP Morgan am starken Privatkundengeschäft. Der Gewinn stieg insgesamt um 16 Prozent auf 9,7 Milliarden Dollar, wie das größte Kreditinstitut der USA am Dienstag mitteilte. Die Erträge legten um vier Prozent auf 29,6 Milliarden Dollar zu. „Wir sehen weiterhin ein positives Momentum beim amerikanischen Konsumenten – das Verbrauchervertrauen ist solide, ebenso wie die Schaffung neuer Arbeitsplätze und das Lohnwachstum“, stellte Vorstandschef Jamie Dimon klar.

Die Erlöse aus dem Privatkundengeschäft stiegen von April bis Juni um elf Prozent, der Gewinn um 22 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar. Doch die Kreditmargen waren schwach, weil die Zinskurve in den vergangenen Monaten ungewöhnlich flach war. Damit sinkt der Unterscheid zwischen kurzlaufenden und langfristigen Renditen, was auf die Margen der Banken im Kreditgeschäft drückt.

Dennoch half die Sparte dabei, anhaltende Schwächen im Handelsgeschäft abzufedern. Ohne einen Sondereffekt gingen die Handelsumsätze um sechs Prozent zurück. Die Erlöse in der Investmentbank fielen um 14 Prozent. Das Handelsgeschäft sinkt nun schon seit vier Quartalen. Ähnlich sagen die Zahlen auch beim kleineren Konkurrenten Citigroup aus, die am Montag ihre Ergebnisse veröffentlicht hatte.

Goldman Sachs überraschte dagegen mit starken Umsätzen im Aktienhandel. Die Einnahmen legten hier gegen den Trend um sechs Prozent zu. Den Abwärtstrend beim Handel mit Anleihen konnte jedoch auch Goldman nicht aufhalten. Hier gingen die Umsätze um 13 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar zurück. Der Anleihehandel bei Goldman sei zum Großteil abhängig von Hedgefonds, die sich im abgelaufenen Quartal wegen niedriger Volatilität an den Märkten zurückgehalten haben, gibt Octavio Marenzi von der auf Kapitalmärkte spezialisierte Beratung Opimas zu bedenken.

Goldman spürt Zinspolitik der Fed

Auch die Flaute im Investmentbanking hält an. Da weniger Fusionen und Übernahmen im zweiten Quartal abgeschlossen wurde, sanken die Beratungsgebühren für Goldman. Auch die Pipeline an Investmentbanking-Transaktionen geht weiter zurück, teilte die Bank mit, die sich gerade in einem umfassenden Umbauprozess befindet.

Bei den Anleihe-Emissionen bekommt Goldman die Zinspolitik der Fed ebenfalls zu spüren. Gerade die Vergabe von Krediten an ohnehin hoch verschuldete Unternehmen, Leveraged Loans genannt, leidet unter der angekündeten Zinssenkung. Der Bereich hatte im vergangenen Jahr stark profitiert, als die Leitzinsen noch stiegen. Mit ihnen steigen auch die Zinsen der Leveraged Loans.

Wells Fargo leidet dagegen nach wie vor unter den Skandalen der vergangenen Jahre. Nach dem Rücktritt von Vorstandschef Tim Sloan, der im März nach nur rund zweieinhalb Jahren seinen Posten geräumt hatte, sucht die Bank weiter nach einem dauerhaften Nachfolger. Immerhin: Die Aufräumarbeiten machen Fortschritte. Die Bank aus San Francisco steigerte ihren Gewinn um 20 Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar, was vor allem auf Kostensenkungen zurückzuführen ist.

Die Wells-Fargo-Aktie lag im frühen New Yorker Handel leicht im Plus. Das Papier von Goldman Sachs legte deutlich zu und stieg um mehr als zwei Prozent. Die Aktie von JP Morgan lag dagegen leicht im Minus. Am Mittwoch legt die Bank of America Zahlen vor, am Donnerstag folgt Morgan Stanley.

Mehr: Die US-Aktienindizes S&P 500 und Dow Jones bewegen sich auf Rekordniveau. Doch das könnte sich ändern, prognostizieren Experten.

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