Quartalszahlen Große US-Banken vermelden hohe Quartalsgewinne

JP Morgan, Wells Fargo und Citigroup profitieren weiter von der Steuerreform. Aber JP Morgan-Chef Jamie Dimon wird vorsichtiger.
Update: 12.10.2018 - 16:26 Uhr Kommentieren
JP-Morgan-Chef Jamie Dimon hat schon vor Monaten ein „goldenes Zeitalter“ der Banken angekündigt. Quelle: dpa
JPMorgan

JP-Morgan-Chef Jamie Dimon hat schon vor Monaten ein „goldenes Zeitalter“ der Banken angekündigt.

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New YorkEs sind turbulente Börsentage, in denen die US-Banken ihre guten Zahlen zum dritten Quartal verkündeten. JP Morgan, Wells Fargo und die Citigroup haben im vergangenen Quartal deutlich zugelegt. Das ist vor allem den Steuersenkungen und der boomenden Wirtschaft zu verdanken.

Die US- Regierung von Donald Trump hat die Unternehmenssteuer Anfang des Jahres von 35 Prozent auf 21 Prozent gesenkt. Das hilft nicht nur den Ergebnissen der Banken selbst, sondern auch ihren Kunden. Die höheren Zinsen dagegen helfen dem Zinsergebnis der Banken. Beobachter fragen sich jedoch, wie lange das starke Umfeld so bleiben kann. JP Morgan-Chef Jamie Dimon schlägt vorsichtigere Töne an.

Bei der größten US-Bank JP Morgan Chase lief das Geschäft im dritten Quartal besser als erwartet. Die Bank steigerte den Gewinn um ein Viertel auf 8,4 Milliarden Dollar. „Die Ergebnisse haben unsere Erwartungen übertroffen, da weniger Rückstellungen und Kosten die schwächeren Gebühreneinnahmen ausgeglichen haben“, kommentiert David George von Baird Equity Research die Quartalszahlen. George rechnet damit, dass die Aktie sich nun wieder erholt.

Dank der brummenden Konjunktur haben die Kunden weniger Probleme, ihre Kredite zu bedienen. JP Morgan hat deshalb die Rückstellungen für faule Kredite binnen Jahresfrist um 35 Prozent gesenkt. Auch das Retailbanking lief besser als erwartet und machte auch das schwache Ergebnis im Anleihen-Handel wett. JP Morgan-CEO Jamie Dimon sagte, sein Haus habe bei Privatkunden so viel Geld eingesammelt wie noch nie.

In den ersten neun Monaten verdiente JPMorgan bereits 25,4 Milliarden Dollar und ist damit auf bestem Weg zu einem Rekordergebnis im laufenden Jahr. Von Bloomberg befragte Experten rechnen im Schnitt derzeit mit einem Gewinn von rund 31 Milliarden Dollar (26,8 Milliarden Euro). Damit würde JPMorgan in einem Jahr mehr verdienen, als die Deutsche Bank derzeit an der Börse wert ist.

Gute Nachrichten gab es auch von Wells Fargo. Die Bank hat ebenfalls die Erwartungen des Markts leicht übertroffen und den Gewinn im dritten Quartal um 32 Prozent auf 5,45 Milliarden Dollar gesteigert. Dabei profitierte die Bank von einer höheren Zinsmarge und geringeren Kosten.

Wells Fargo hat einen großen Skandal hinter sich, bei dem Mitarbeiter ohne das Wissen der Kunden Konten eröffnet hatten, um ihre Zielvorgaben zu erfüllen. Zuletzt war die Bank, zu deren größten Investoren die Berkshire Hathaway Holding von Warren Buffett gehört, vor allem damit beschäftigt, die Kosten zu senken.

Auch die Citigroup konnte die Erwartungen der Analysten übertreffen. Der Gewinn im dritten Quartal stieg bei gleich bleibenden Erträgen um zwölf Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar. Außer niedrigeren Steuern und Kosten halfen der starke Anleihen-Handel und das Geschäft in Mexiko. Die Erträge der Citigroup stagnierten bei 18,4 Milliarden Dollar, nachdem ein Verkauf im Vorjahreszeitraum noch einen Sonderertrag beschert hatte.

Der Markt nahm die Zahlen mit Erleichterung auf. In einem insgesamt positiven Marktumfeld legten auch die drei Bank-Aktien zu.

Investoren hatten die Bank-Aktien zuletzt mit Skepsis betrachtet. Nachdem die Kurse in den ersten Monaten des Jahres zugelegt hatten, haben sie zuletzt deutlich an Schwung verloren. Die Aktienkurse von Goldman Sachs und Wells Fargo liegen heute 20 Prozent unter ihren Höchstständen. Der Banken-Index von KBW hat in diesem Jahr knapp ein Prozent verloren, während der breit gefasste S&P 500 gut sechs Prozent zugelegt hat. Seit letztem Freitag bis Donnerstag Abend hatte der KBW Index 5,8 Prozent verloren.

In diesem Umfeld hören die Marktbeobachter vor allem auf den Vorstandsvorsitzenden von JP Morgan. Jamie Dimons Meinung hat an den Finanzmärkten großes Gewicht. Er ist nicht nur der am längsten amtierende Vorstandschef unter den US-Banken. Er hat auch vor mehr als einen Jahrzehnt bereits die letzte Finanzkrise kommen sehen und sein Haus dementsprechend abgesichert.

In Hinblick auf die Konjunktur äußerte sich der Vorstandsvorsitzende am Freitag zwar optimistisch: „Die US-Wirtschaft und die Weltwirtschaft sind weiterhin stark, trotz zunehmender wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten“, sagte Dimon.

In seinem Conference Call mit Analysten warnte er aber auch vor den geopolitischen Feuern vom Brexit über Handelskrieg , Italien und Südamerika. „Bisher haben wir immer noch eine starke Konjunktur trotz dieser geopolitischen Probleme, die überall aufkommen“, sagte Dimon. Meistens seien es aber hohe Zinsen, die den Konjunkturzyklus abwürgen und nicht geopolitische Probleme, stellt Dimon fest.

Und höhere Zinsen werden kommen. „Die Menschen sollten nicht überrascht sein, wenn die Zinsen steigen“, sagte Dimon. Entscheidend sei, weshalb die Zinsen steigen. Wenn die Zinsen wegen der Inflation steigen, dann sei das schlecht, machte Dimon klar.

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