Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Äpfel mit dem Logo der Deutschen Bank

Deutschlands größtes Geldhaus legt am Mittwoch Zahlen für das zweite Quartal des Jahres vor.

(Foto: Bloomberg)

Quartalszahlen Trendwende oder Nebelkerze – Auf diese 5 Punkte sollten Sie bei den Deutsche-Bank-Zahlen achten

Am Mittwoch legt die Deutsche Bank ihre Zahlen offen. Vorläufige Ergebnisse sorgen bereits für einen Kurssprung der Aktie. Bleiben die Anleger optimistisch?
Kommentieren
  • Fraglich ist, wie nachhaltig die Bank ihre Kosten senken konnte
  • Ein Blick lohnt sich außerdem auf den Wertpapierhandel und die Fondstochter DWS

Die Deutsche Bank legt am Mittwoch ihre Halbjahreszahlen vor. Die Eckdaten hat die Bank bereits veröffentlichtund damit eine kleine Kursrally ausgelöst, denn die Zahlen fielen besser als erwartet aus. Die Bank meldete Erträge in Höhe von 6,6 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 400 Millionen Euro.

Zwar fiel der Gewinn damit niedriger aus als im Vorjahr – die Erträge blieben stabil –, aber mit diesen Eckdaten übertrafen die Frankfurter die Prognosen der Analysten klar. Die Finanzexperten hatten mit nur 6,4 Milliarden Euro Ertrag und 159 Millionen Euro Nachsteuergewinn gerechnet.

Doch wie nachhaltig das wirtschaftliche Ergebnis wirklich ist, werden erst die Details verraten. Auf diese fünf Punkte sollten Sie dabei achten.

1. Die bereinigten Kosten

Ein wichtiger Grund dafür, dass die bisher präsentierten Deutsche-Bank-Zahlen besser ausfielen als gedacht, war die Kostenseite: Mit rund 5,8 Milliarden Euro fielen die Aufwendungen zwar um etwa 200 Millionen Euro geringer aus als prognostiziert.

Spannend bleibt aber die Frage, ob das nur auf Sondereffekte zurückzuführen war – etwa der Tatsache, dass die Bank Rückstellungen für Rechtsrisiken auflösen konnte – oder es Fortschritte bei den bereinigten Kosten gab. Aus dieser Kennziffer werden alle Sonderfaktoren herausgerechnet, etwa Aufwendungen für Rechtsrisiken, Restrukturierungen oder Abfindungen. Diese bereinigten Kosten sind in den vergangenen drei Jahren nur in geringem Umfang gesunken.

Sollte die Bank ihre Kostenbasis wirklich nachhaltig gesenkt haben, wäre das eine gute Nachricht. Schließlich hatte die Bank erst zu Jahresbeginn mitgeteilt, dass sie ihr ursprüngliches Kostenziel von 22 Milliarden auf 23 Milliarden Euro anheben muss. An dieser Obergrenze hält Vorstandschef Christian Sewing seither eisern fest. Sollte die Bank am Jahresende darunter liegen, wäre das ein Erfolg.

2. Der Wertpapierhandel

Die Bank will im Investmentbanking sparen und hat harte Einschnitte angekündigt, etwa im Aktienhandel. Dort soll etwa jeder vierte Job wegfallen. Deshalb lohnt ein Blick, wie sich der Bereich seit der Ankündigung entwickelt hat. Im ersten Quartal lag das Ertragsminus bei gut 20 Prozent.

Die Bank hat bereits angekündigt, dass die Erträge im Wertpapierhandel insgesamt – das umfasst Aktien und Anleihen – um 15 Prozent zurückgegangen sind. Damit schnitt die Deutsche Bank „deutlich schwächer“ als ihre amerikanischen Wettbewerber ab, monieren etwa die Analysten von Barclays.

Das Investmentbanking insgesamt musste nur einen Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich hinnehmen. In dieser Zahl sind allerdings 100 Millionen Euro enthalten, die auf Sondereffekte zurückgehen, weil ein Vermögenswert verkauft wurde und weil die Bank wegen eines kuriosen Bilanzeffekts davon profitierte, dass ihre Bonität gesunken ist. Ganz generell gilt für den Blick auf die Erträge: Wie viel davon ist nachhaltig erwirtschaftet und in welchem Umfang handelt es sich um Einmaleffekte?

3. Die Eigenkapitalquote

Auch wenn Analysten einige der Eckdaten der Bank vorsichtig beurteilen, die Entwicklung ihrer Eigenkapitalquoten haben sie einhellig begrüßt. Setzt man das harte Kernkapital des Instituts in Relation zu den nach dem Risiko gewichteten Bilanzpositionen, dann ist die harte Kernkapitalquote um 0,2 Prozentpunkte auf 13,6 Prozent gestiegen. Analysten hatten einen Rückgang auf 13,3 Prozent befürchtet.

Diese Entwicklung senkt die Gefahr weiterer Kapitalerhöhungen. Sie deutet darauf hin, dass es der Bank gelungen ist, ineffiziente Risikoposten zu reduzieren. Auch die risiko-unempfindliche Eigenkapitalquote, die Leverage Ratio, bei der die Eigenmittel in Relation zum Geschäftsvolumen gesetzt werden, ist entgegen der Analystenschätzungen gestiegen.

4. Die Fondstochter DWS

Lange war die Fondstochter DWS die unbestrittene Ertragsperle des Deutsche-Bank-Konzerns. Im März brachte die Bank einen Teil der Aktien an die Börse. Kurz darauf fiel die DWS negativ auf, weil Kunden unter dem Strich acht Milliarden Euro von dem Vermögensverwalter abzogen. Deshalb lohnt am Mittwoch ein Blick in die Bilanzen der DWS, die am gleichen Tag ihre Quartalszahlen vorlegt wie ihr Mutterkonzern.

Flossen unter dem Strich wieder Neukundengelder ab oder zu? Wie hat sich das verwaltete Fondsvermögen, die sogenannten Assets under Management, entwickelt? Konnte die DWS die von ihr verdienten Margen aufrechterhalten? Anleger beäugen die Fondstochter derzeit mit einem gewissen Misstrauen.

Seit dem Börsengang im März hat die Aktie rund 15 Prozent an Wert verloren und damit mehr als der französische Konkurrent Amundi, dessen Anteilsschein im gleichen Zeitraum rund neun Prozent an Wert verlor.

5. Der Ausblick

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und ein passables Quartal noch keine Trendwende. Ein Vergleich der Berichte des ersten und des zweiten Quartals 2018 dürfte Aufschluss darauf geben, ob sich die Grundstimmung der Bank in den letzten drei Monaten aufgehellt hat – oder ob es vor allem Einmaleffekten zu verdanken ist, dass die Bank die – zugegebenermaßen pessimistischen – Analystenerwartungen schlug.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Quartalszahlen - Trendwende oder Nebelkerze – Auf diese 5 Punkte sollten Sie bei den Deutsche-Bank-Zahlen achten

0 Kommentare zu "Quartalszahlen: Trendwende oder Nebelkerze – Auf diese 5 Punkte sollten Sie bei den Deutsche-Bank-Zahlen achten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.