Rabatt für gesunde Lebensführung Generali hält an geplanter Fitness-App fest

Preisnachlass für einen gesunden Lebensstil? Die Versicherungsgruppe Generali will trotz Protesten an verhaltensbasierten Versicherungsmodellen festhalten: Wer sich per Smartphone-App überwachen lässt, bekommt Rabatt.
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Weil Generali für seine verhaltensbasierten Tarife Kunden per Smartphone überwachen will, schlagen Datenschützer Alarm. Quelle: dpa
Datenschutz

Weil Generali für seine verhaltensbasierten Tarife Kunden per Smartphone überwachen will, schlagen Datenschützer Alarm.

(Foto: dpa)

MünchenTrotz scharfer Kritik von Daten- und Verbraucherschützern hält die Versicherungsgruppe Generali an ihren Plänen fest, Krankenversicherte durch spezielle Handy-Programme zu überwachen und ihnen als Belohnung für eine gesunde Lebensführung Rabatte zu gewähren. „Wir gehen davon aus, dass wir im ersten Halbjahr 2016 mit ersten Produkten auf den Markt kommen“, sagte eine Sprecherin der Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“. Im Geschäftsbericht für 2014 hatte Generali noch einen Start für Ende 2015 angepeilt.

Generali hatte im vergangenen November angekündigt, für Deutschland ein „verhaltensbasiertes Versicherungsmodell“ zu planen, bei dem Daten zu Fitness, Ernährung und Lebensstil über eine spezielle Smartphone-App gesammelt werden. Die Versicherungsgruppe löste damit einen Proteststurm aus. Kritiker sorgen sich unter anderem um den Datenschutz.

Die Konzernsprecherin bekräftigte nun, Datenschutz und Transparenz hätten „höchste Priorität“. Doch solle die öffentliche Diskussion „nicht nur risiko-, sondern auch chancenorientiert geführt werden“.

Der private Krankenversicherer Allianz hatte vergangene Woche die Einführung einer Fitness-App abgelehnt. „So verlockend das für manchen klingen mag, so falsch ist der Ansatz“, schrieb die Chefin der Allianz-Krankenversicherung, Birgit König, in einem Beitrag für die „Wirtschaftswoche“. Sie kritisierte auch die damit verbundene Datenerhebung von den Kunden als unverhältnismäßig.

So viel verdient der Chef Ihrer Krankenkasse
Frank Michalak_AOK Nordost
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Die Kassenchefs machen Kasse: Die Vorstandsvergütungen bei den gesetzlichen Krankenkassen sind im vergangenen Jahr teils deutlich gestiegen. Das geht aus den jetzt im Bundesanzeiger veröffentlichten Zahlen hervor. Die Kassen sind zur Offenlegung gesetzlich verpflichtet.

AOK Nordost - Frank Michalak

Die AOK Nordost ist eine Krankenkasse auf Schrumpfkurs. Auch im Jahr 2013 ging die Zahl der Versicherten leicht um 1,34 Prozent auf 1,743 Millionen zurück, wie der Dienst für Gesellschaftspolitik (DFG) berechnet hat. Vorstandschef Frank Michalak (hier in der Bildmitte mit Handballer Sven-Sören Christophersen, l., und dem Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja) verdiente dennoch mit 224.000 Euro rund 8000 Euro mehr als im Vorjahr.

KKH-Vorstandsvorsitzender Ingo Kailuweit
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Kaufmännische Krankenkasse (KKH) - Ingo Kailuweit

Die Kaufmännische Krankenkasse (ehemals KKG-Allianz) ist mit 1,772 Millionen Versicherten die elftgrößte in Deutschland. Vorstandschef Ingo Kailuweit hat im vergangenen Jahr eine Grundvergütung von 204.000 Euro erhalten. Dazu kommen bis zu 13,6 Prozent variable Bestandteile, abhängig von der Zielerreichung, und ein Dienstwagen, der auch privat genutzt werden darf. Im Vergleich zum Vorjahr blieben seine Bezüge damit gleich.

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AOK Niedersachsen - Jürgen Peter

Die AOK Niedersachsen hat mit 2,385 Millionen die Zahl der Versicherten annähernd stabil gehalten. Die Bezüge des Vorstandschefs sind im Jahr 2013 dagegen gewachsen. Jürgen Peter verdiente 15.000 Euro mehr und kommt auf insgesamt gut 211.000 Euro.

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AOK Plus - Rolf Steinbronn

Mit 2,697 Millionen Versicherten ist die AOK Plus die Nummer neun unter den gesetzlichen Krankenkassen. Vorstandschef Rolf Steinbronn, der zum Jahresende in den Ruhestand ging, gehört trotzdem zu den Topverdienern der Branche. Im vergangenen Jahr nahm Steinbronn Bezüge in Höhe von gut 246.000 Euro mit nach Hause.

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AOK Nord-West - Martin Litsch

Der Chef der AOK Nord-West hält seine Vergütung stabil, obwohl die Zahl der Versicherten leicht zurückgeht. Martin Litsch hat 2013 mit 197.000 Euro ziemlich genau so viel verdient wie im Vorjahr. Bei der AOK Nord-West sind 2,715 Millionen Menschen versichert.

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AOK Rheinland-Hamburg - Günter Wältermann

Rund 3000 Euro mehr erhielt Günter Wältermann als Chef der AOK Rheinland-Hamburg. 2012 hatte sein Vorgänger im ersten halben Jahr 107.000 Euro verdient, Wältermann in der zweiten Jahreshälfte 70.000 Euro – im Gesamtjahr 2013 waren es jetzt 180.000 Euro. Bei der Versichertenzahl stagnierte die AOK Rheinland-Hamburg im vergangenen Jahr. 2,857 Millionen Menschen waren dort versichert.

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IKK Classic - Gerd Ludwig

Gerd Ludwig ist in der Gehaltsrangliste der gesetzlichen Krankenkassen auf dem Weg nach oben: Im vergangenen Jahr hat der Chef der IKK Classic erneut mehr verdient und kam auf eine Vergütung von rund 216.000 Euro. In den Vorjahren hatte er seine Bezüge bereits deutlich gesteigert. Die Erhöhungen hingen mit der Fusion der IKK Classic und der Vereinigten IKK im August 2011 und der entsprechend größeren Versichertenzahl zusammen. In 2013 dagegen konnte die IKK Classic nicht zulegen, die Zahl ging um 0,6 Prozent auf 3,526 Millionen zurück.

  • afp
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