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Ranking Hausratversicherungen im Test – Anbieter und Tarife im Vergleich

Eine Hausratversicherung ersetzt viele Schäden – aber eben nicht alle. Welche Anbieter und Tarife überzeugen und worauf Versicherte achten sollten.
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Hausratversicherungen im Test – Anbieter und Tarife im Vergleich Quelle: Reuters
Überschwemmungen an der Mosel

Bei Hausratversicherungen kommt es auf jedes Detail an.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Hochwasser und Stürme sorgten in Deutschland während der Pfingstfeiertage für große Schäden. Folgt man Klimaforschern, müssen wir uns an solche Ereignisse gewöhnen. So rechnet der Deutsche Wetterdienst in Zukunft mit mehr Stürmen, extremen Regenfällen und Hitzewellen aufgrund der generellen Erwärmung der Erde.

Überschwemmungen, zerborstene Fenster und von umgestürzten Bäumen eingedrückte Häuserdächer verdeutlichen, wie unverzichtbar ein guter Versicherungsschutz für Haus oder Wohnung auch mit Blick auf den Klimawandel ist. Eine Hausratversicherung gilt aber ganz generell als Muss, da überraschende Schäden in den heimischen vier Wänden schnell teuer werden.

Die Versicherungsratingagentur Franke und Bornberg hat für das Handelsblatt untersucht, welche Tarife eine besonders gute Kombination aus Leistungen und Preis bieten. Basis der Analyse waren Policen, die einen umfassenden Schutz bieten. „Wer einzelne Aspekte ausklammert, spart nur wenig Geld und ärgert sich dann, wenn er im Ernstfall leer ausgeht“, sagt Michael Franke, Geschäftsführer von Franke und Bornberg.

18 Versicherungen erhalten die Höchstnote „sehr gut“. Sie haben das qualitative Toprating „FFF“ und bieten auch einen relativ guten Preis.

Auf den vordersten Plätzen finden sich eher unbekannte Versicherungen wie die Medien-Versicherung mit Sitz in Karlsruhe. Sie wurde 1899 in Leipzig von Druckern und Buchbindern als Feuerversicherungs-Genossenschaft deutscher Buchdrucker gegründet und versicherte ab 1923 auch Buchhandlungen und Verlage. Sie bietet bei Hausratversicherungen sehr gute Leistungen wie auch günstige Konditionen. Die Jahresprämie liegt im Musterfall im bundesweiten Schnitt bei 130,15 Euro und ist damit so günstig wie keine andere Police.

Ursprünglich stark mit einer Branche verhaftet ist auch der LBN Versicherungsverein. Er wurde 1845 von Lehrern für Lehrer als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit gegründet. Die Bindung an eine Branche gehört aber längst der Vergangenheit an: „Heute dürfen wir jeden Haushalt mit Wohnsitz in Deutschland versichern“, sagt Stephanie Scheppmann, Vorstandsvorsitzende des LBN Versicherungsvereins.

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Als kleinerer Anbieter will das Haus mit direkten Ansprechpartnern überzeugen – ganz ohne Callcenter. Außerdem würden die Mitglieder an den positiven Geschäftsergebnissen beteiligt und erhielten jährlich eine Beitragsrückvergütung von sieben Prozent, sagt Scheppmann.

Auf persönlichen Service legt auch die Ammerländer Versicherung wert, die im Ranking den zweiten Platz belegt. Im Kundenservice setze man auf „echte Kommunikation statt auf austauschbare Callcenter“, betont Kira Granz, Produktmanagerin Hausrat. Um Anrufe kümmerten sich die Mitarbeiter innerhalb von drei bis fünf Sekunden, sagt sie. Die Kunden können den Versicherungsschutz nach ihrem persönlichen Bedarf ergänzen.

Auch die HDI Versicherung bietet „individuelle“ Vorsorge an, wie Liane Hauburg von der HDI Versicherung erklärt. Mit drei Produktlinien und Zusatzpaketen könne sich jeder Kunde bedarfsgerecht absichern, sagt sie. So gebe es günstigen Basisschutz, eine umfassendere Absicherung über die Linie Komfort und eine Premiumlösung für diejenigen, die besonders wertigen Hausrat besitzen.

Der im Ranking ausgezeichnete Tarif Premium schützt auch bei Alltagsrisiken, wie dem Diebstahl von Bekleidung oder von Lernmitteln während einer schulischen Veranstaltung oder auch bei Trickdiebstahl.

Wer eine Hausratversicherung abschließt oder auch einen laufenden Vertrag besitzt, sollte laufend auf neue Risiken achten. Gerade mit der Digitalisierung ändert sich der Versicherungsbedarf: „Ein aktuelles Thema sind Cyberschäden“, sagt Granz von der Ammerländer Versicherung. Schäden durch Phishing oder Kosten für die Datenrettung gehörten bereits zum Angebot, in dieser Sparte müsse laufend erweitert werden.

Auch Innovationen im Haushalt wie Smarthome-Geräte und Apps können mit Zusatzpaketen versichert werden: So sichert beispielsweise die HDI Versicherung mit dem Paket „Technik und Sicherheit“ Geräte ab, die in einer Wohnung oder einem Haus fest installiert sind. Dabei werden Geräte zur optischen Überwachung oder Kontrolle der Gebäudeöffnung auch gegen Schäden durch falsche Montage oder Bedienung versichert.

Mit Blick auf die zunehmenden extremen Unwetter mit Stürmen und Hagel, Überschwemmungen und Hochwasser sollten Versicherte auf ausreichenden Versicherungsschutz achten: Daraus folgende sogenannte Elementarschäden sind nur bei 20 Prozent der Kunden versichert. Dort sieht Scheppmann vom LBN Versicherungsverein „großen Bedarf“.

Daher sollte jeder seine Police von Zeit zu Zeit anschauen: Für „zentral“ hält Franke, den Bedarf regelmäßig zu überprüfen und entsprechend anzupassen. „Wer zum Beispiel ein Kunstwerk kauft, sollte sich genau informieren, inwieweit dieses eingeschlossen ist oder ob eine Zusatzpolice benötigt wird.“

Fehler vermeiden

Viele Menschen verzichten auf wichtige Vertragsklauseln oder denken nicht daran, ihrer Versicherung Änderungen mitzuteilen. Dann drohen Deckungslücken. Für Streit sorgt auch immer wieder das Thema Fahrlässigkeit. Verursacht eine unbeaufsichtigt brennende Kerze einen Brand, kommt die Versicherung nicht für den zerstörten Hausrat auf. Wer den „Verzicht auf die Einrede grober Fahrlässigkeit“ in seiner Police einschließt, bekommt sein Geld.

Und es gibt weitere Fallstricke: „Häufig stimmen Versicherungswert und Versicherungssumme nicht überein“, ist die Erfahrung von Kim Roman Mario Paulsen vom Bund der Versicherten. Dieses passiere nicht nur beim Abschluss, sondern könne sich auch später entwickeln. „Bei laufenden Verträgen sollte die Versicherungssumme etwa bei größeren Neuanschaffungen angepasst werden.“

Die Hausratversicherung kommt für Schäden an Wertsachen auf – allerdings nur bis zu einer vertraglich festgelegten Obergrenze. Häufig liegt diese nur bei rund 20 Prozent der Versicherungssumme. Gegen einen entsprechenden Aufpreis lassen sich auch höhere Summen je nach individuellem Wunsch versichern.

Zu Wertsachen zählen etwa Schmuck, Edelsteine, Kunstgegenstände, Briefmarken, Münzen, Antiquitäten und Gegenstände aus Silber, Gold und Platin. Auch Bargeld, Beträge auf Geldkarten, Urkunden, Sparbücher und Wertpapiere fallen darunter.

Vergessen wird oft auch, veränderte Rahmenbedingungen zu melden. Wenn wegen Malerarbeiten für längere Zeit ein Baugerüst am Haus steht, erhöht sich die Einbruchsgefahr. Das sollten Versicherte ihrer Hausratversicherung mitteilen, sonst kann sie sich weigern, im Schadensfall zu zahlen.

Mehr: Ein Blick auf den eigenen Versicherungsschutz lohnt sich. Manche Policen sind überflüssig, für andere gibt es kostengünstigere Alternativen.

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