Ratenkredite Commerzbank macht Schluss mit BNP Paribas

Die Commerzbank hat ihr Gemeinschaftsunternehmen mit der französischen Bank BNP Paribas im Ratenkredit-Geschäft beendet. Das Geschäft ist ein so wichtiges Wachstumsfeld, dass die Bank es wieder selbst betreiben möchte.
Update: 21.08.2017 - 17:51 Uhr Kommentieren
Das Gemeinschaftsunternehmen mit BNP Paribas war noch von der Dresdner Bank gestartet worden und ging mit deren Kauf auf die Commerzbank über. Quelle: AFP
Commerzbank

Das Gemeinschaftsunternehmen mit BNP Paribas war noch von der Dresdner Bank gestartet worden und ging mit deren Kauf auf die Commerzbank über.

(Foto: AFP)

Frankfurt/MainDie Commerzbank betreibt ihr Ratenkredit-Geschäft ab sofort alleine. Das Gemeinschaftsunternehmen mit der französischen Großbank BNP Paribas sei nach mehr als 16 Jahren beendet worden, teilte das Frankfurter Geldhaus am Montag mit. 300.000 Kundenverträge mit einem Kreditportfolio von insgesamt 3,5 Milliarden Euro gehen auf die Commerzbank über. Geld fließt dabei nicht. Auch 150 Mitarbeiter wechseln dort hin.

Das Gemeinschaftsunternehmen mit BNP Paribas war noch von der Dresdner Bank gestartet worden und ging mit deren Kauf auf die Commerzbank über. „Wir haben mit der BNP immer sehr gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Ratenkredite sind für uns aber ein wichtiges Wachstumsfeld, das wir wieder selbst betreiben, digitalisieren und ausbauen wollen“, sagte Privatkunden-Vorstand Michael Mandel. Er will das Neugeschäft von zuletzt 2,3 Milliarden Euro im Jahr bis 2020 auf sechs Milliarden Euro im Jahr ausbauen.

Das Ende der gemeinsamen Führung des Unternehmens, das unter Commerz Finanz GmbH firmiert, war erwartet worden. Für die Kunden ändert sich praktisch nichts – die von der Commerzbank übernommenen Kreditverträge waren zuvor auch von der Bank selbst vermittelt worden.

„An der Börse sind zwei mal zwei nicht vier, sondern fünf minus eins“
„Die Krise des US-amerikanischen Hypothekenmarktes im Subprime-Bereich hat sich auf die IKB Deutsche Industriebank AG (IKB) ausgewirkt.“
1 von 16

Die Düsseldorfer IKB am 30.7.2007 in einer Mitteilung.

„Ich erwarte, dass die Investoren in den kommenden Monaten zurückkommen und die Märkte sich normalisieren.“
2 von 16

Der damalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann am 23.9.2007 im „Spiegel“.

„An der Börse sind zwei mal zwei nicht vier, sondern fünf minus eins – und man muss die Nerven haben, dieses minus eins auszuhalten.“
3 von 16

Der damalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) 28.1.2008.

„Was auch immer geschieht, die Party ist vorbei.“
4 von 16

ifo-Chef Hans-Werner Sinn am 18.3.2008 zur Wirtschaftslage.

„Rückblickend wird die gegenwärtige US-Finanzkrise wohl als die schmerzlichste seit dem Zweiten Weltkrieg gewertet werden.“
5 von 16

Ex-US-Notenbankchef Alan Greenspan im März 2008 in einem Zeitungsbeitrag.


„Das einzig Gute an der Krise ist: Jetzt muss jedem verantwortlich Denkenden in der Branche selbst klar geworden sein, dass sich die internationalen Finanzmärkte zu einem Monster entwickelt haben, das in die Schranken gewiesen werden muss.“
6 von 16

Der damalige Bundespräsident Horst Köhler im Mai 2008 in einem Interview mit dem Magazin „Stern“.

„Ich gehe davon aus, dass die Finanzmarktkrise sich nicht im dritten Akt des Dramas befindet, sondern im Schlussakt, der aber länger dauern kann, wie bei einer Wagnerschen Oper.“
7 von 16

IW-Direktor Michael Hüther am 1.10.2008 in Berlin.

Die Commerz Finanz gehört seit Freitag ganz der französischen Großbank. Den Verkauf von Ratenkrediten über den Einzelhandel – etwa in den Elektronikmärkten von MediaMarkt und Saturn –, im Internet sowie mit Auto–, Motorrad- und Cravan-Händlern betreibt BNP Paribas ab sofort allein. Es wird unter der Marke Consors Finanz an die deutsche Internet-Tochter Consorsbank angedockt.

„Dieser Schritt ist ein bedeutender Teil der langfristigen Wachstumsambitionen von BNP Paribas“, sagte Laurent David, der Chef der Consors-Mutter BNP Paribas Personal Finance. Consors Finanz startet mit rund 1,5 Millionen Kunden und 4,4 Milliarden Euro an ausstehenden Krediten. Das Münchner Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben mit rund 15.000 Einzelhändlern zusammen.

Die Commerzbank hielt bisher 49,9 Prozent an Commerz Finanz. Sie hatte die Kooperation mit BNP Paribas von der Dresdner Bank geerbt, die 2005 bei der ehemaligen WKV Bank in München eingestiegen war.

Bereits seit Juni bietet die Commerzbank einen Ratenkredit an, der in den Filialen und online abschließbar ist. Für eine Bilanz sei es noch zu früh, sagte ein Sprecher. Die Branche wächst: Vergangenes Jahr schlossen deutsche Verbraucher bei Spezialkreditbanken Konsumkredite über 54,2 Milliarden Euro ab, zwölf Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

  • dpa
  • rtr
Startseite

0 Kommentare zu "Ratenkredite: Commerzbank macht Schluss mit BNP Paribas"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%