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Rating Standard & Poor‘s sieht steigende Risiken für deutsche Banken – Ausblick für DZ und Apobank gesenkt

S&P senkt den Ausblick für die Bonitätsnote mehrerer deutscher Banken – auch für die genossenschaftliche Finanzgruppe, die derzeit noch ein Toprating hat.
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Das genossenschaftliche Spitzeninstitut DZ Bank hat wie die gesamte Finanzgruppe ein Toprating, doch S&P hat den Ausblick gesenkt. Quelle: dpa
DZ Bank

Das genossenschaftliche Spitzeninstitut DZ Bank hat wie die gesamte Finanzgruppe ein Toprating, doch S&P hat den Ausblick gesenkt.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Ratingagentur Standard & Poor‘s (S&P) erkennt steigende Risiken für deutsche Banken und senkt den Ausblick für die Bonitätsnote mehrerer Geldhäuser. So stuft S&P den Ausblick für die genossenschaftlichen Banken – inklusive des Spitzeninstituts DZ Bank, die Apotheker- und Ärztebank und die Immobilienbank DZ Hyp, beides ebenfalls genossenschaftliche Institute – von „stabil“ auf „negativ“ herab. Dasselbe gilt für die Dekabank, den Fondsdienstleister der Sparkassen.

Die aktuelle Bewertung der Kreditwürdigkeit der Banken behält S&P dagegen bei. Die DZ Bank wie die gesamte genossenschaftliche Finanzgruppe, zu der mehr als 800 Volks- und Raiffeisenbanken gehören, haben momentan mit der Note „AA-“ ein Toprating, das andere Geschäftsbanken weltweit in der Regel nicht erreichen.

Die Herabstufung des Ausblicks begründet S&P unter anderem mit den Folgen der Null- und Negativzinsen: Man erwarte, dass die niedrigen Zinsen in den nächsten 24 Monaten Zinsmargen und Zinserträge weiterhin drücken werden, teilte die Ratingagentur am Mittwoch mit. „Die Politik der ultra-niedrigen Zinsen werde wohl länger anhalten, als wir bisher angenommen haben“, so die S&P-Experten.

Die Europäische Zentralbank hatte am vergangenen Donnerstag bekanntgegeben, die Einlagenzinsen für Geschäftsbaken auf minus 0,5 Prozent zu senken. Bisher lag dieser Satz, den Banken für überschüssige Liquidität zahlen, die sie bei der EZB halten, bei minus 0,4 Prozent. In Zukunft soll es parallel dazu Freibeträge geben, für die die Banken keine Zinsen an die Notenbanken zahlen müssen. Zudem deutet inzwischen vieles daraufhin, dass die EZB noch lange an sehr niedrigen Zinsen festhalten wird.

Dabei meint S&P, dass die Freibeträge die Banken ein Stück weit entlasten könnten, doch sinkende Zinsen an den Finanzmärkten diesen Effekt zunichtemachen dürften – auch „angesichts der Schwierigkeiten deutscher Banken, die Minuszinsen an private Kunden weiterzureichen.“ Negativzinsen für normale Sparer gelten bislang als Tabu, während Großkunden wie Unternehmen sie bereits oft für hohe Einlagen berappen müssen.

Sinkende Konjunktur erhöht das Risiko

Doch nicht nur die Effekte der Zinspolitik stimmt die S&P-Experten skeptisch. Sie weisen auch darauf hin, dass der Wettbewerb im deutschen Bankenmarkt und die Kosten in der Branche nach wie vor hoch seien. Die Profitabilität deutscher Banken bleibe bereits hinter der anderer europäischer Geldhäuser zurück, so S&P. Hinzu komme das steigende Risiko von Ungleichgewichten: Die Konjunkturabkühlung beginne auf den Unternehmen zu lasten, die Immobilienpreise dagegen stiegen immer weiter.

Während S&P keinen Auftrag hat, die Sparkassen-Finanzgruppe zu untersuchen, bewertet die Ratingagentur aber die Bonität der Deka, die den Sparkassen zu 100 Prozent gehört. Derzeit weist auch die Deka ein relativ gutes Rating auf. Den Ausblick für neun andere deutsche Banken ändert S&P dagegen nicht. Unter anderem für die Commerzbank, Volkswagen Financial Services und die Deutsche Pfandbriefbank ist er bereits negativ.

Mehr: Warum Negativzinsen für Privatkunden noch immer möglich sind.

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