Reaktionen auf EZB-Bankenprüfung Politiker warnen nach Stresstest vor Euphorie

Seite 2 von 2:
Damoklesschwert der faulen Kredite

In den Reaktionen deutscher Finanzpolitiker überwog bei aller Erleichterung die Vorsicht. Als Alarmsignal, das „wie ein Damoklesschwert über den Bankenbilanzen schwebt“ bezeichnete Michelbach die rund 880 Milliarden Euro an faulen Krediten, die laut EZB auf die geprüften 130 Institute entfallen.

Unionsfraktionsvize Ralph Brinkhaus betonte, die Kapitalausstattung und die Liquidität der Institute müssten weiter verbessert werde. „Es besteht kein Anlass zur Beruhigung“, lautete sein Fazit. Brinkhaus' SPD-Kollege Schneider forderte die Banken auf, namentlich in Deutschland, mit dem erhaltenen Vertrauensvorschuss nunmehr ihre Kreditvergabe auszuweiten und damit das Wachstum anzukurbeln. Im Übrigen müsse mehr getan werden, um das Bankensystem in den Ländern zu stärken, in denen Geldhäuser den Stresstest nicht bestanden haben. Wie Schäuble warnte auch er diese Banken vor der Hoffnung auf Staatsgelder. Die EU-Kommission müsse strikt darauf achten, dass nicht unerlaubte Staatsbeihilfen fließen.

Der Grünen-Finanzpolitiker Gerhard Schick nannte den EZB-Stresstest einen „Zwischenschritt“ bei der Stabilisierung des europäischen Bankensystems. Der Test zeige, dass bei vielen Banken in Europa das Eigenkapital noch nicht ausreiche. Generell seien Europas Geldhäuser zu niedrig kapitalisiert - gerade auch die deutschen. Der Linken-Finanzpolitiker Axel Troost sprach von einem „relativ glimpflichen“ Ausgang des Stresstests für die Branche. Dass gerade in den Euro-Krisenländer etliche Institute durchgefallen seien, habe mit der von Deutschland in Europa durchgesetzten Sparpolitik zu tun.

  • rtr
Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Reaktionen auf EZB-Bankenprüfung - Politiker warnen nach Stresstest vor Euphorie

2 Kommentare zu "Reaktionen auf EZB-Bankenprüfung: Politiker warnen nach Stresstest vor Euphorie"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wäre Frau Merkel nicht bereits da, wäre sie jetzt erfunden worden.

    Hurra, wir brauchen nichts zu unternehmen!

    Ist dem denn wirklich so? Jeder, der mit dem Bankenumfeld etwas näher zu tun hat und deren Arbeitsweise kennt, der weiß, dass dem nicht so ist.

    Ich erinnere mich an einen Auspruch eines Bankvorstandes (zuständig für das Kreditgeschäft) zu Beginn der 90iger Jahre als er sagte: Wäre ein Unternehmen so organisiert wie wir, würde ich ihm keinen Pfennig Kredit geben!

    Man bedenke, dass zu Beginn der 90iger die Bankenwelt, gemessen an heutigen Verhältnissen, nicht in Ordnung war.

    Nach diesem Stresstest der EZB und seines Ergebisses sollte darüber nachgedacht werden, die Bankenaufsicht gänzlich abzuschaffen. Sie bringt außer Gehaltskosten und Pensionsverpflichtungen nichts. Zugegeben, was sollten die auch ausrichten, wenn die Hauptgefahr von der Spitze der EZB selbst ausgeht.

    Wo sollen Zinserträge herkommen, wenn Draghi und Konsorten den Zins, einschließlich der Bonitätskosten gegen Null stellt? Allein dieser Aspekt hebelt jede Bankenaufsicht aus. Wenn man eine Bankenaufsicht etablieren will, dann muss vorher festgelegt werden, nach welchem Modell Bankgeschäfte betrieben werden sollen.

    Sie werden in einem Markt nie marktwirtschaftlich orientierte Preise durchsetzen können, solange einer in der Ecke steht und das Geld von andern verschenkt.

    Solange die, die diesen anderen kontrollieren sollen untätig sind und bleiben, ist es töricht eine Bankenaufsicht zu etablieren. Richtet man eine Bankenaufsicht dennoch ein, so erfolgt deren Einrichtung aus einem anderen Grund als die Banken zu beaufsichtigen!

    Sobald den deutschen Bürgern klar wird, was hier mit Ihnen gemacht wird, wollte ich kein deutscher Politiker sein.

  • herrlich miterleben zu dürfen wie unsere politiker so am Warnen sind, gell? sie wissen genau was nun kommt, der Gau!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%