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Rechnungslegungsinstitut IASB will Regeln nach Treffen in Brüssel konkretisieren Internationaler Bilanzstandard für Banken bleibt umstritten

Die Einführung des umstrittenen Bilanzierungsstandards IAS 39 für Banken und Versicherungen bleibt weiter umstritten. Vertreter europäischer Finanzdienstleister und Bilanzstandardisierungsexperten hätten am Mittwoch in Brüssel zwar minimale Fortschritte erzielt, es habe aber keinen Durchbruch gegeben, berichteten EU-Kreise.

jh/fs BRÜSSEL/LONDON. Das International Accounting Standard Board (IASB) kündigte eine erneute Konkretisierung seines Entwurfes an. Man hoffe, in den nächsten Tagen eine Einigung zu erreichen, hieß es dazu in London. Die Vertreter der Banken hätten indes ihre ablehnende Haltung gegenüber dem vorliegenden Entwurf bekräftigt, verlautete aus EU-Kreisen.

Am Montag kommt in Brüssel der EU-Ausschuss der Regulierer der Mitgliedstaaten (ARC) zusammen. Der ARC hatte sich bereits vor einem Jahr für die Anwendung der umstrittenen Regel ausgesprochen. Nach IAS 39 sollen Derivate nach ihrem aktuellen Wert und nicht nach ihrem historischen Wert in die Bücher von Banken und Versicherungen eingehen.

Rund 7 000 börsennotierte europäische Unternehmen sollen ab 2005 nach den IAS-Regeln bilanzieren. Darauf hatte sich die EU im Juli 2002 geeinigt. Die Industrie steht hinter der Absprache. Eine Großzahl von Aktiengesellschaften haben ihre Bücher bereits umgestellt. Banken und Versicherungen lehnten damals jedoch die sie betreffende IAS 39 ab. Der stärkste Widerstand kam aus Frankreich, wo Staatschef Jacques Chirac sich persönlich schützend vor die Banken seines Landes stellte. Das in London ansässige IASB hat die Bestimmungen zur Bewertung von Derivaten seither mehrfach überarbeitet. Die Experten schauen nun mit Spannung dem ARC-Treffen am Montag entgegen. Dort werde sich zeigen, wie viele EU-Staaten die Position Frankreichs unterstützen. Deutschland hat sich dem Vernehmen nach noch nicht entschieden.

Der zuständige Binnenmarktkommissar Frits Bolkestein hatte die Mitgliedstaaten vor einem Monat für Mitte Juni ein Ultimatum für eine Einigung gestellt, um eine rechtzeitige Umsetzung zu garantieren. „Die Zeit wird knapp“, hieß es in der Kommission. Auch Bankenkreise gehen davon aus, dass eine ausbleibende Einigung in den nächsten Tagen eine rechtzeitige Implementierung von IAS 39 verhindern würde. Vor einer Woche hatte der Beratende Ausschuss der EU-Kommission (Efrag) die Übernahme von IAS 39 empfohlen, den Marktteilnehmern aber bis zum 5. Juli eine Frist für Stellungnahmen gegeben. EU-Experten gehen daher davon aus, dass die Regierungsvertreter Anfang nächster Woche keine abschließende Position beziehen werden.

Bolkestein fürchtet, dass die endgültige Einigung erst im Juli oder gar im September fällt. Der Niederländer muss den Mitgliedstaaten die Übernahme von IAS 39 empfehlen.

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