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Bankenaufsicht

Die EZB untersucht italienische Banken in Zukunft verstärkt.

(Foto: AFP)

Regulierung EZB beobachtet wegen Haushaltsstreit verstärkt Aktivitäten italienischer Banken

Italienische Banken müssen Informationen über ihre Liquiditätssituation, die Einlagen und das Geschäft mit anderen Geldhäusern an die europäische Bankenaufsicht melden.
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Frankfurt, RomDer Streit über den italienischen Haushalt und die damit verbundenen Marktturbulenzen ruft die europäische Bankenaufsicht auf den Plan. Die Europäische Zentralbank (EZB) schaut den großen italienischen Instituten Finanzkreisen zufolge derzeit besonders genau auf die Finger.

Die Banken müssten regelmäßig Informationen über ihre Liquiditätssituation, die Einlagen und das Geschäft mit anderen Geldhäusern an die Aufsicht melden, sagten mehrere mit dem Thema vertraute Personen. Auch den Bestand an italienischen Staatsanleihen und deren Risikoaufschläge habe die EZB-Bankenaufsicht genau im Blick.

Als einziges deutsches Institut ist von den Maßnahmen nach Handelsblatt-Informationen die Münchener Hypo-Vereinsbank (HVB) betroffen, da sie zur italienischen Großbank Unicredit gehört. Zu besorgniserregenden Entwicklungen ist es Finanzkreisen zufolge jedoch weder bei der HVB noch bei Unicredit gekommen.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters, die zuerst über die intensivierten Aufsichtsmaßnahmen berichtet hatte, gibt es für die EZB bisher auch bei anderen italienischen Geldhäusern keinen Grund, Alarm zu schlagen. Anzeichen, dass deutsche Banken wegen der Situation in Italien Probleme bekommen, hat die Finanzaufsicht Insidern zufolge bisher ebenfalls nicht. Die EZB wollte sich nicht dazu äußern.

In Rom beharrt die Koalitionsregierung der rechten Lega und der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung bisher auf ihren Ausgabeplänen und peilt für 2019 ein Defizit von 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts an. Das stößt bei der EU, dem Internationalen Währungsfonds und der italienischen Notenbank auf Kritik.

Auch die italienischen Banken, die sich gerade von der Krise der vergangenen Jahre erholen, dürften nicht erfreut sein. Denn seit die Populisten im Juni an die Regierung gekommen sind, steigen die Risikoaufschläge für italienische Bonds, fällt ihr Wert an der Börse. Für italienische Banken ist das ein Problem, denn sie halten insgesamt Staatsanleihen im Wert von 375 Milliarden Euro in den Büchern – was rund zehn Prozent ihrer gesamten Vermögenswerte entspricht.

Keine Panik bei deutschen Instituten

Die Bankaktien in Italien und Griechenland, wo die Institute ebenfalls einen Berg an faulen Krediten vor sich herschieben, gerieten zuletzt stark unter Druck. Eine neue Bankenkrise fürchtet Hans-Walter Peters, der Präsident des deutschen Bankenverbandes, dennoch nicht. „Die Turbulenzen in beiden Ländern kommen für den Rest der internationalen Banken nicht überraschend“, sagte er dem Handelsblatt. „Ich gehe nicht davon aus, dass deutsche Banken wegen der Schwierigkeiten in Italien und Griechenland größere Probleme bekommen.“ Dennoch handle es sich um eine ernste Situation, mit der man sich intensiv beschäftigen müsse.

In Griechenland glaubt Peters an eine politische Lösung, die den Abbau notleidender Kredite in den Bankbilanzen beschleunigen könnte. Die Situation in Italien ist aus seiner Sicht schwieriger. „Ich glaube nicht, dass eine schnelle Lösung realistisch ist, weil in Italien ja gerade erst eine neue Koalitionsregierung an die Macht gekommen ist, die in Sachen Staatshaushalt den Konflikt mit der EU sucht“, sagte Peters, der auch Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter des Bankhauses Berenberg ist. „Ich erwarte sehr komplizierte Verhandlungen zwischen Rom und Brüssel.“

Für die italienischen Banken sind das keine guten Aussichten. Mit 240 Milliarden Euro an billigen Langfristkrediten der EZB verfügen sie aktuell zwar über ausreichend Liquidität. Damit könnten sie ihren Finanzbedarf bis zum Jahresende decken, auch wenn sie keine neuen Anleihen ausgeben.

Aber wenn die Institute weitere drei bis sechs Monate keine neuen Bonds emittieren, könne es ernsthafte Probleme geben, warnt Francesco Castelli, Anleiheexperte von Banor Capital. „Die Aufseher wollen, dass die Banken bei Bedarf stets den Kapitalmarkt anzapfen können.“

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