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Rekord-Investitionen Das sind die Investoren-Lieblinge unter den deutschen Fintechs

Start-ups im Finanzbereich haben in Deutschland im ersten Quartal fast 700 Millionen Euro eingesammelt. Der Fokus der Investoren wird enger – die Top fünf im Überblick.
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Deutsche Fintechs sind bei Investoren beliebt. Quelle: dpa
Tagung für Start-ups

Deutsche Fintechs sind bei Investoren beliebt.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Fintech-Boom in Deutschland setzt sich fort. 686 Millionen Euro haben hiesige Finanz-Start-ups allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres von Investoren eingesammelt. Nach einer Analyse der Beratungsfirma Barkow Consulting sind das noch einmal 77 Prozent mehr als im vorherigen Quartal. Allerdings streuen Investoren ihr Geld inzwischen weniger breit. Stattdessen werden größere Summen auf ein paar Stars der Branche gesetzt: Die Zahl der Investments ist von 33 auf 26 pro Quartal gesunken. Eine Übersicht, welche deutschen Unternehmen bisher das meiste Geld eingesammelt haben.

N26 – 441 Millionen Euro

Die Smartphone-Bank aus Berlin hat im Januar einen neuen Rekord aufgestellt und in einer einzelnen Finanzierungsrunde rund 260 Millionen Euro eingesammelt – insgesamt kommt sie nun auf eine Investmentsumme in Höhe von 441 Millionen Euro. Damit stieg N26 zum ersten deutschen Fintech-„Einhorn“ auf. So werden Unternehmen bezeichnet, die mit mindestens einer Milliarde Euro bewertet werden. Die Finanzierungsrunde wird vom US-Wagnisfinanzierer Insight Venture Partners angeführt, beteiligt waren zudem der Staatsfonds GIC aus Singapur, die Allianz-Versicherung und der deutsche Risikokapitalgeber Earlybird Venture.

Seit Anfang 2016 haben nach Angaben des Co-Gründers Valentin Stalf rund 2,5 Millionen Kunden aus 24 Ländern ein Konto bei N26 eröffnet, täglich kämen 10.000 weitere hinzu. Jüngsten Berichten zufolge kann der Kundenservice bei dieser Wachstumsgeschwindigkeit momentan nicht mithalten.

Nachdem Kunden Opfer von Betrügern wurden, mussten sie teils mehrere Wochen lang auf eine Antwort der Bank warten und konnten nicht auf ihre Konten zugreifen. Geplante Maßnahme von N26: Der Chat werde in Kürze rund um die Uhr von Mitarbeitern besetzt sein. Eine Service-Hotline bleibe aber den Kunden mit einer kostenpflichtigen Kontovariante vorbehalten. Die anderen Kunden könnten im Chat um einen Rückruf bitten.

Kreditech – 257 Millionen Euro

Das Fintech aus Hamburg betreibt eine Kreditplattform, ist aber damit nicht in Deutschland aktiv. Der Schwerpunkt liegt auf Mikro- und Ratenkrediten in Polen, Spanien, Russland und Indien. „Financial freedom for the underbanked“, lautet das Motto des Unternehmens. Es bietet seine Darlehen also vor allem solchen Kunden an, die ansonsten nur schwer Zugang zu Bankprodukten bekommen.

Im Herbst vergangenen Jahres zählte Kreditech 850.000 Kunden und meldete einen Umsatz in Höhe von 70 Millionen Euro. Zuletzt hatte Kreditech, was nach eigenen Angaben 400 Mitarbeiter beschäftigt, mit mehreren Wechseln in der Chefetage auf sich aufmerksam gemacht. Nach dem Gründer Sebastian Diemer hatte sich im vergangenen September auch Vize-Chef Alexander Graubner-Müller aus dem Unternehmen zurückgezogen.

Zu beachten: In diesem Jahr hat das Fintech noch kein neues Investment gemeldet, trotzdem erreicht es mit seinen bisherigen Finanzierungsrunden Platz zwei. Allerdings handelt es sich laut Fintech Money Map von Barkow Consulting bei dem eigensammelten Geld nicht nur um Eigenkapital, auch ein unbestimmter Anteil Fremdkapital soll in der Summe enthalten sein. Zu den Investoren zählen neben dem US-amerikanischen Finanzinvestor Flowers und PayU auch die Weltbank und der US-Milliardär Peter Thiel.

Raisin – 170 Millionen Euro

Auch die Finanzierungsrunde der Anlageplattform Raisin, die in Deutschland unter der Marke Weltsparen bekannt ist, hat zur Rekordsumme im ersten Quartal 2019 beigetragen. Das Berliner Fintech ist Anfang 2013 gestartet und vermittelt Tages- und Festgeldkonten – insbesondere von Banken im europäischen Ausland. Im Februar sammelte es 100 Millionen Euro ein. Das Geld will Co-Gründer Tamaz Georgadze zur Internationalisierung und für weitere Übernahmen nutzen.

Die erste wurde bereits im vergangenen Monat bekannt: Das Fintech hat die MHB-Bank übernommen. Die kleine Transaktionsbank mit 39 Mitarbeitern führte bereits die Verrechnungskonten, auf die Weltsparen-Kunden ihre Anlagebeträge einzahlen. Zuletzt meldete Raisin 160.000 Kunden. Für sechs Länder gibt es Plattformen in Landessprache, Kunden aus rund 25 weiteren Ländern können über eine englischsprachige Seite Geld anlegen.

Das neue Geld kam unter anderem von den Investoren Index Ventures, Ribbit Capital, dem Risikokapitalgeber Thrive Capital sowie dem amerikanischen Bezahldienst Paypal.

Friday – 159 Millionen Euro

Das Berliner Versicherungs-Start-up Friday hat im vergangenen Jahr eine Kfz-Police nach dem Modell „pay as you drive“ an den Markt gebracht, die Höhe der Versicherungsprämie richtet sich nach den gefahrenen Kilometern. Im März hat Friday 114 Millionen Euro erhalten. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine klassische Finanzierungsrunde. Friday ist ein Tochterunternehmen der Schweizer Versicherungsgruppe Baloise Group.

Diese hatte das Insurtech schon zum Start im Jahr 2017 mit Kapital in Höhe von 45 Millionen Euro ausgestattet. Im März kamen 75 Millionen Euro des Haupteigentümers hinzu. Weitere 39 Millionen Euro steuerten Seven Ventures, der Finanzinvestor von Pro Sieben Sat 1, und der Medien-Investor German Media Pool im Rahmen eines sogenannten Media-for-Equity Investments bei. Friday erhält dafür also Werbung.

Wefox Group – 151 Millionen Euro

Das Versicherungs-Start-up Wefox Group hat im März 110 Millionen Euro bei internationalen Kapitalgebern eingeworben. So viel Geld hatte zuvor kein anderes deutsches Insurtech erhalten – noch dazu war es erst seine zweite Finanzierungsrunde. Wefox wurde Ende 2014 unter der Marke Financefox in der Schweiz gegründet. Vor einem Jahr kam ein Erstversicherer namens One hinzu, den Wefox selbst betreibt. Als dritte Säule des Geschäfts wird gerade eine Vertriebsplattform aufgebaut.

Zu den ersten Geldgeber zählte unter anderen der amerikanische Schauspieler Ashton Kutcher. Die neue Finanzierungsrunde wurde von Mubadala Ventures, dem Staatsfonds Abu Dhabis, angeführt. Gemeinsam mit Softbank aus Japan hat Mubadala einen europäischen Investmentfonds gegründet. Wefox war die erste Investition.

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