Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Rekordbonus Mehr als zehn Millionen Euro: Allianz-Chef Bäte verdoppelt sein Jahreseinkommen

Allianz-Chef Oliver Bäte gehört dank eines Millionen-Bonus zu den Top-Verdienern unter den deutschen Konzernchefs. Allerdings dürfte er für 2019 weniger Geld bekommen.
Kommentieren
Allianz-Chef Oliver Bäte verdoppelt sein Jahreseinkommen Quelle: Reuters
Oliver Bäte

Der Chef des Versicherungskonzerns darf sich einmalig über einen zweistelligen Millionenbetrag freuen.

(Foto: Reuters)

München Eine hohe Einmalzahlung für zurückgestellte Vergütungsleistungen hat Allianz-Chef Oliver Bäte im vergangenen Jahr einen Rekordverdienst beschert. Insgesamt 10,33 Millionen Euro an fixen und variablen Gehaltsbestandteilen sowie an Versorgungsaufwand hat der 54-Jährige damit erhalten.

Das geht aus dem Geschäftsbericht der Allianz hervor, der am Freitagvormittag veröffentlicht wurde. Im vergangenen Jahr stand an dieser Stelle noch die Zahl von 4,983 Millionen Euro. Der Vergütungsbericht der Allianz nennt diesen Posten „Zufluss“.

Die gewaltige Steigerung um mehr als das Doppelte hängt ganz wesentlich am so genannten Mid-Term-Bonus (MTB), einem von vier Gehaltsbestandteilen neben dem fixen Gehalt, dem Jahresbonus und der aktienbezogenen Vergütung. Dafür wurden in den Jahren 2016 bis 2018 jeweils Summen zurückgestellt, die nun mit einem Schlag ausgezahlt wurden. Insgesamt hat Bäte so 4,828 Millionen Euro an MTB-Leistungen kassiert.

Ähnliche Modelle, bei denen ein wesentlicher variabler Bestandteil über mehrere Jahre angesammelt wird, wenden auch andere Dax-Konzerne an. So kam Der SAP-Chef Bill McDermott im Jahr 2017 auf knapp 22 Millionen Euro, auch dank hoher Bonuszahlungen für frühere Jahre. Im vergangenen Jahr kamen dann nur noch rund 9,8 Millionen Euro auf seinem Konto an. Auf mehr als zehn Millionen Euro kamen in den vergangenen Jahren jeweils nur eine Handvoll Top-Manager.

Auch bei Bäte, der seit 2015 an der Spitze der Allianz steht und dessen Vertrag im Herbst bis 2024 verlängert wurde, wird so das Gehalt für dieses Jahr voraussichtlich wieder spürbar niedriger ausfallen.

Interessant ist deshalb – auch im Sinne der besseren Vergleichbarkeit – die Entwicklung der anderen drei Gehaltsbestandteile. Sie fallen Jahr für Jahr an. So stieg der Anteil der fixen Vergütung beim Allianz-Chef im vergangenen Jahr – bestehend aus Grundvergütung und Nebenleistungen – von 1,125 Millionen im Jahr 2017 auf 1,313 Millionen Euro. Der jährliche Bonus, der vom Erreichen von Zielgrößen abhängig ist, wuchs bei Bäte von 1,384 Millionen Euro im Jahr 2017 auf 1,614 Millionen Euro in diesem Jahr.

„Die Auszahlungen für den jährlichen Bonus basieren somit auf der Zielerreichung 2018 für den Konzern insgesamt, die Geschäfts-bereiche/Zentralfunktionen sowie die qualitativen Ziele und beliefen sich auf 109 Prozent bis 124 Prozent des Zielbonus bei einer durchschnittlichen Bonushöhe von 118 Prozent des Zielwerts“, heißt es dazu im Geschäftsbericht.

Bätes vierter Gehaltsbestandteil – die aktienbezogene Vergütung über vier Jahre – trug einen Anteil von 1,862 Millionen Euro bei. Im Vorjahr stand an dieser Stelle 1,82 Millionen Euro. Insgesamt betrug der gesamte Aufwand des Versicherers für seinen Vorstandschef 2018 damit 6,868 Millionen Euro. Ein Jahr davor standen an dieser Stelle mit 5,93 Millionen Euro knapp eine Million Euro weniger.

Oliver Bäte hat somit auch ohne den Sondereffekt des Mid-Term-Bonus zum ersten Mal den Verdienst seines Vorgängers Michael Diekmann zu dessen besten Zeiten übertroffen. 6,62 Millionen Euro und damit ein Viertel mehr als im Vorjahr hatte Diekmann 2012 verdient. Damals hatte er den Versicherer ohne allzu große Blessuren durch die wilden Zeiten der Finanzkrise gebracht. Weshalb vor allem Dankbarkeit und kaum Neid auf diese Summe aufkamen.

Das Erreichen aller Ziele in der so genannten „Renewal Agenda“, Bätes erstem Mehrjahresplan, sowie das Rekordergebnis von 11,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr dürften bei ihm wesentlich zur jüngsten Gehaltssteigerung beigetragen haben.

Bei ihren Vergütungsregeln beruft sich die Allianz auf die Bestimmungen des Deutschen Corporate Governance Kodex, die im Einzelnen bei der Berechnung der genauen Gesamtsumme angewandt werden. „Mit der variablen Vergütung (jährlicher Bonus, mittelfristiger Bonus und aktienbasierte Vergütung) soll Leistung belohnt werden“, heißt es dazu im Vergütungsbericht des Versicherers. Die variable Vergütung könne sogar auf null sinken, wenn Ziele nicht erreicht werden.

Ab diesem Jahr könnte es aber zu wesentlichen Veränderungen im Vergütungssystem kommen. Bei der Hauptversammlung am 8. Mai sollen die Aktionäre der Umsetzung einer neuen europäischen Vergütungsrichtlinien zustimmen. Kern des neuen Systems ist die Abschaffung des bisherigen Mid-Term-Bonus bei gleichzeitiger Aufwertung der aktienbezogenen Vergütung. Deren Anteil am Gesamtgehalt soll dann von 25 auf 45 Prozent steigen.

Zudem werden die Vorstände verpflichtet, ein Jahresgehalt in Allianz-Aktien anzulegen. Bei Vorstandschef Bäte sollen es sogar zwei Jahresgehälter sein. Ziel ist es, dass sich die Performance der Aktie und der Unternehmensentwicklung noch mehr in der Vergütung des Managements wiederspiegeln soll.

Im abgelaufenen Jahr galt diese Regel allerdings noch nicht, weshalb sich auch Oliver Bätes Vorstandskollegen durch den Sondereffekt des Mid-Term-Bonus teilweise über mehr als das Doppelte an Gehalt im Vergleich zu 2017 freuen durften. So machte der für West- und Südeuropa sowie für Asien/Pazifik zuständige Sergio Balbinot einen Sprung von 2,078 Millionen auf 5,153 Millionen Euro.

Die für das Asset Management und die US-Lebensversicherungen verantwortliche Jacqueline Hunt brachte es auf 4,452 Millionen Euro nach knapp über zwei Millionen ein Jahr davor. Die langjährige Personalvorständin Helga Jung bekam 6,753 Millionen überwiesen (3,71 Millionen Euro). Der für Operations und Services zuständige Christoph Mascher erhielt 6,421 Millionen Euro (4,282 Millionen Euro). Investmentmanager Günther Thallinger verdoppelte sein Gehalt auf 3,963 Millionen Euro (1,927 Millionen Euro). Und der für das deutschsprachige Geschäft sowie Zentral- und Osteuropa zuständige Axel Theis erhielt 5,238 Millionen Euro (2,163 Millionen Euro).

Startseite

Mehr zu: Rekordbonus - Mehr als zehn Millionen Euro: Allianz-Chef Bäte verdoppelt sein Jahreseinkommen

0 Kommentare zu "Rekordbonus: Mehr als zehn Millionen Euro: Allianz-Chef Bäte verdoppelt sein Jahreseinkommen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote