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Risikoprämien Warum die Deutsche Bank auf eine Neuerung am Derivatemarkt setzt

Für die Deutsche Bank könnte sich ein wichtiger Risikoindikator verbessern. Das liegt an einem neuen Kreditderivat, das seit Montag gehandelt wird.
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Die Versicherungsprämien, mit denen sich Anleger gegen einen Ausfall der Anleihen der Deutschen Bank absichern können, sind sehr viel höher als bei der Konkurrenz. Quelle: Reuters
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt

Die Versicherungsprämien, mit denen sich Anleger gegen einen Ausfall der Anleihen der Deutschen Bank absichern können, sind sehr viel höher als bei der Konkurrenz.

(Foto: Reuters)

FrankfurtFür die Deutsche Bank ist ihre Risikoeinstufung an den Märkten ein echtes Problem: Der Derivatemarkt signalisiert potenziellen Profikunden, dass das Institut mit Vorsicht zu genießen ist. Denn die Versicherungsprämien, mit denen sich Anleger gegen einen Ausfall der Anleihen der Bank absichern können, sind sehr viel höher als bei der Konkurrenz. Nun könnte sich dieser Risikoindikator am Derivatemarkt für das Institut verbessern.

Die Hoffnungen der Bank gründen auf ein neues Kreditderivat, das seit Montag am Finanzmarkt gehandelt wird. Diese Kreditausfallversicherung (Credit Default Swap, CDS) bezieht sich auf Anleihen der Deutschen Bank, die für Anleger sicherer sind als die bisherigen Bonds des Instituts. Die Logik dahinter: Je besser eine Anleihe gegen Pleiten geschützt ist, desto billiger ist auch die Ausfallversicherung für diese Anleihe.

Bisher hatte die Deutsche Bank im Vergleich zu ihren Wettbewerbern mit einem strukturellen Nachteil zu kämpfen: Ihre klassischen, vorrangigen Anleihen („senior unsecured bonds“) waren im Pleitefall gefährdeter als die Anleihen gleichen Typs von französischen oder US-Banken. Das ist schlecht für das Geschäft der Deutschen Bank, speziell im Investmentbanking: Übersteigen die Risikoprämien ein bestimmtes Niveau, dürfen manche Kunden keine Geschäfte mehr mit der Bank machen.

Das liegt an einem deutschen Gesetz von 2017, das den Banken das Leben leichter machen sollte. Die Europäische Union hatte Banken dazu verpflichtet, genug Aktien und auch Anleihen vorzuhalten, die im Pleitefall haften. Das sollte sicherstellen, dass sich nicht nur Steuerzahler, sondern auch Investoren an einer Bankenrettung beteiligen müssen.

Die meisten europäischen Banken platzierten daraufhin extra neue Anleihen, die dieses Haftungsrisiko enthielten – und deshalb höher verzinst werden mussten. Deutschland ging einen anderen Weg: Es erklärte klassische Bankanleihen per Gesetz für mithaftend. Damit erfüllten die deutschen Institute diese Vorschrift über Nacht. Spötter nannten diese Regelung auch „Lex Deutsche Bank“.

Am Derivatemarkt hatte diese Regelung allerdings eine unangenehme Nebenwirkung: Während die Risikoprämien für solche Anleihen bei anderen europäischen Instituten gleich blieb – es hatte sich ja nichts geändert –, stiegen die Risikoprämien bei der Deutschen Bank: Nicht nur wegen der wirtschaftlichen Probleme des Instituts, sondern auch weil die Bonds riskanter sind. Sie hießen seither „Senior non-preferred“-Anleihen, also „vorrangige, nicht bevorrechtigte“ Bonds.

Eine weitere Neuerung aus dem Jahr 2018 soll diesen Nachteil nun wieder ausbügeln: Seither dürfen die deutschen Banken Anleihen begeben, die als „bevorrechtigt“ („preferred“) gelten und über den „Non-preferred“- Anleihen stehen. Und seit Montag gibt es auch ein CDS-Derivat, das sich auf diese bevorzugten Anleihen der Deutschen Bank bezieht.

Wie erleichtert das Institut darüber ist, zeigt, dass sich Finanzchef James von Moltke persönlich zu Wort meldete und die neuen Derivate lobte: „So entstehen gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen den deutschen Banken und ihren Wettbewerbern.“ Auch die Analysten der Bank of America konstatieren, dass die neuen Derivate dabei helfen könnten, die „falsche Wahrnehmung“ zu lindern, in welchem Ausmaß die Deutsche Bank riskanter ist als ihre Konkurrenten.

Ersten Indikationen zufolge wurde das neue Derivat zu Risikoprämien knapp unter einem Prozentpunkt gehandelt. Das ist noch immer mehr als die 0,4 Prozentpunkte für französische Institute. Für die Deutsche Bank ist es aber ein großer Fortschritt: Die alten CDS-Kontrakte handelten zuletzt bei etwa 1,8 Prozentpunkten.

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