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Rückversicherer Anleger von Munich Re profitieren erneut von Aktienrückkauf

Der weltgrößte Rückversicherer will die Gewinnwende beschleunigen. Die Aktionäre sollen deutlich von dem Aufwärtstrend der Münchener profitieren.
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Munich Re: Anleger profitieren erneut von Aktienrückkauf Quelle: dpa
Munich Re

Im Rückversicherungsgeschäft schlugen bei den Münchenern auch 2018 Naturkatastrophen schwer zu Buche.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Ansage war klar formuliert. „Wir sind wieder auf Wachstumskurs“, verkündete Munich-Re-Chef Joachim Wenning im vergangenen März fast trotzig, nachdem die Wirbelsturm-Saison den weltgrößten Rückversicherer so hart getroffen hatte wie lange nicht mehr. Rund ein Jahr später schickt der Vorstandschef des Münchener Dax-Konzerns seiner damaligen Ankündigung nun konkrete Belege hinterher.

Nach jahrelangem Gewinnschwund verspricht der Dax-Konzern, seine Gewinnwende im laufenden Jahr zu beschleunigen. Zielmarke für 2019 sei nun ein Ergebnis von rund 2,5 Milliarden Euro, also ein Plus von weiteren 200 Millionen Euro, kündigte der Konzern überraschend am Dienstagabend in München unmittelbar vor der Bilanzpressekonferenz an. Im Jahr 2020 sollen es bereits 2,8 Milliarden sein.

Der Rückversicherer würde damit seine kontinuierliche Gewinnschmelze vorerst stoppen. Bis 2015 hatte die Münchener Rück regelmäßig Gewinne von drei Milliarden Euro und mehr abgeliefert. Seither bröckelt das Ergebnis, vor allem durch die niedrigen Zinsen und die sinkenden Preise in der Rückversicherung. 2017 pulverisierte eine Serie von drei Wirbelstürmen in den USA und der Karibik das Ergebnis sogar auf 392 Millionen Euro.

Umso erleichterter ist das Topmanagement, dass es für das abgelaufene Jahr trotz erneut hoher Großschäden einen überraschend hohen Milliardengewinn erzielte. Auch dank guter Ergebnisse der Tochter Ergo stand unter dem Strich ein Überschuss von rund 2,3 Milliarden Euro.

Die Münchener schlugen sich damit besser als ihr direkter Rivale Swiss Re. Die Schweizer verdienten 2018 erneut lediglich 421 Millionen Dollar – ein Ergebnis, das deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb. Das liegt neben erneut hohen Katastrophenschäden vor allem am schwächelnden Industrieversicherer Swiss Re Corporate Solutions. Die Einheit erlitt im vergangenen Jahr einen Verlust von 405 Millionen Dollar.

2018 sei für die gesamte Versicherungsbranche das viertteuerste Jahr der Geschichte, betonten die Schweizer. Zudem wurde der Reingewinn durch eine Änderung des US-Rechnungslegungsstandards US-GAAP belastet. Dennoch wirkt die Aufholjagd der Münchener im Vergleich deutlich beeindruckender.

Die Aktionäre des Dax-30-Konzerns sollen von dem Aufwärtstrend deutlich profitieren. Nicht nur die Dividende steigt um 65 Cent auf die Rekordhöhe von 9,25 Euro pro Aktie, auch ein weiterer Aktienrückkauf im Volumen von bis zu einer Milliarde Euro startet ab Mai dieses Jahres.

Zugleich verkündete Munich Re, dass der Vorgänger von Wenning, Nikolaus von Bomhard, mit der kommenden Hauptversammlung in den Aufsichtsrat einziehen und dort Ex-BMW-Chef Bernd Pischetsrieder als Vorsitzenden ablösen soll. Ein solcher Schritt war bereits länger erwartet worden. Neu in das Gremium rückt auch Karl-Heinz Streibisch ein, Vorstandschef der Software AG. Der Rückversicherer holt sich so mehr technologische Kompetenz in sein Führungsgremium.

Die Münchener setzen im laufenden Jahr darauf, dass der wirtschaftliche Aufwärtstrend anhält und die Rückversicherungs-Preise wieder steigen. Schon im abgelaufenen Jahr hatte die Erstversicherungstochter Ergo mit rund 400 Millionen Euro mehr als erwartet zum Ergebnis des Gesamtkonzerns beigetragen.

Im Rückversicherungsgeschäft schlugen bei den Münchenern jedoch auch 2018 Naturkatastrophen schwer zu Buche. Mit 1,26 Milliarden Euro fiel die Belastung aber nur etwa ein Drittel so hoch aus wie 2017 – dem schwersten Naturkatastrophenjahr in der Geschichte der Versicherungsbranche. Diesmal kosteten Taifun „Jebi“ in Japan und die beiden Waldbrände in Kalifornien im November die Munich Re zusammen rund 870 Millionen Euro.

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