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Rückversicherer Auf diese Punkte sollten Sie bei der Munich Re achten

An diesem Mittwoch präsentiert die Munich Re ihre Bilanz für das Jahr 2018. Der Aktienkurs hat sich zuletzt gut entwickelt, doch die Zunahme von Naturkatastrophen birgt hohe Risiken.
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Die Planungen des Rückversicherers werden durch eine höhere Zahl von Katastrophen immer schwieriger. Quelle: dpa
Munich Re

Die Planungen des Rückversicherers werden durch eine höhere Zahl von Katastrophen immer schwieriger.

(Foto: dpa)

MünchenEs ist eine Premiere, bei der die wesentlichen Inhalte bereits bekannt sind. Der neue Finanzvorstand der Munich Re, Christoph Jurecka, wird am Mittwoch ab 9:30 Uhr erstmals vor die Presse treten und dann gemeinsam mit Vorstandschef Joachim Wenning die Zahlen des Rückversicherers präsentieren.

Jurecka, der das Amt des Finanzvorstands zu Jahresbeginn von seinem langjährigen Vorgänger Jörg Schneider übernommen hat, dürfte dabei den Blick eher nach vorne richten. Die wesentlichen Eckzahlen für 2018 hatte der weltgrößte Rückversicherer Munich Re bereits Anfang Februar veröffentlicht.

Fünf heikle Punkte:

1. Der Gewinn:
Nach dem Einbruch von 2017 ist die Munich Re wieder in gewohntem Terrain angekommen. Das heißt bei dem 139 Jahren alten Unternehmen: Ein Ergebnis jenseits der Marke von zwei Milliarden Euro – genauer gesagt 2,275 Milliarden Euro waren es im abgelaufenen Jahr. So viel steht seit Anfang Februar schon fest. In diesem Jahr soll es weiter nach oben gehen, im kommenden Jahr sollen dann 2,8 Milliarden Euro an dieser Stelle stehen, so der Plan.

Die vergangenen Jahre zeigten jedoch, dass die Planung zunehmend schwieriger wird. Die Zahl, Dauer und Heftigkeit von Naturkatastrophen haben stark zugenommen. Dabei sind es nicht nur die Hurrikans in den USA, der Karibik und im Golf von Mexiko sowie die Taifune in Asien, sondern auch immer größere Schäden durch Waldbrände. Der teuerste davon mit dem Namen Camp Fire verursachte im Herbst beispielsweise im Norden Kaliforniens einen Schaden von 12,5 Milliarden Dollar.

2. Der Aktienkurs:
Wo ansonsten eher moderate Kursbewegungen an der Tagesordnung sind, stand zuletzt ein deutlicher Kursgewinn – immerhin notierte der Kurs zuletzt im Jahr 2002 auf einem Niveau von über 217 Euro. Wesentlicher Treiber war nun die Aussicht auf eine deutlich angehobene Dividende für das abgelaufene Jahr. Die soll um 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 9,25 Euro je Aktie steigen. Nun sind aber vielerorts die Kursziele der Analysten erreicht, sie bewegen sich größtenteils zwischen 215 und 220 Euro.

Sami Taipalus von Goldman Sachs hat deshalb seine Bewertung kürzlich von „kaufen“ auf „neutral“ nach unten gestuft. Er begründet das mit der anspruchsvollen Bewertung der Aktie. So gebe es kaum noch Luft nach oben. Munich-Re-Chef Wenning muss somit am Mittwoch bei den Analysten auch neue Fantasie entfachen.

3. Die Anlagepolitik:
Die vorläufigen Eckdaten vom Februar haben eine Schwachstelle des Konzerns noch einmal deutlich vor Augen geführt. Das so wichtige Kapitalanlageergebnis ist im Vergleich zu 2017 um 14 Prozent auf 6,526 Milliarden Euro gefallen. Allein auf das vierte Quartal bezogen waren es sogar 16 Prozent. Statt bei über drei Prozent wie noch im Sommer vergangenen Jahres lag die Rendite nur noch bei 2,8 Prozent.

Noch düsterer sieht es momentan aus, wenn Geld aus auslaufenden Papieren wieder angelegt werden muss. Da waren jüngst nur noch 2,3 Prozent möglich. In dieser Zahl spiegelt sich jedoch auch die konservative Anlagepolitik wider, die bei der Munich Re beinahe Tradition hat.

Hier könnte sich in Zukunft womöglich ebenfalls etwas ändern. Am Montag trat mit Nicholas J. Gartside der neue Chief Investment Officer (CIO) seinen Job an. Eine Position, die es erstmals bei der Munich Re gibt. Seine Aufgabe ist es, das Rendite-Risiko-Profil des Hauses zu optimieren.

4. Die Rückversicherung:
Das Kerngeschäft der Munich Re hatte sich nach den hohen Schadensbelastungen im Jahr 2017 zuletzt wieder stabilisiert. 1,864 Milliarden Euro trugen rund 82 Prozent zum Gesamtgewinn bei. Der Anteil verdeutlicht die nach wie vor enorme Bedeutung des Bereichs für den Konzern. Das Kernproblem ist jedoch weiterhin nicht gelöst.

Der Markt für Rückversicherungen gilt als schwierig. Preiserhöhungen lassen sich nur in den Regionen durchsetzen, in denen es zuletzt zu größeren Naturkatastrophen gekommen ist. Anderswo tut sich dagegen kaum etwas. Dort ist der Markt nach wie vor sehr umkämpft, so dass hier wenig Aussicht auf spürbares Wachstum besteht. Umso wichtiger ist es, dass Konzernchef Wenning den Wandel seines Hauses in Richtung Digitalisierung und schlankerer Strukturen intensiv vorantreibt.

5. Die Erstversicherung:
Die Düsseldorfer Tochter Ergo war lange Jahre der Sanierungsfall im Konzern. Diese Zeiten sind wohl endgültig vorbei. Im vergangenen Jahr hatte sich Ergo sogar besser entwickelt als gedacht. Ein Gewinn in einer Spanne von 250 bis 350 Millionen Euro war lange Zeit geplant, ehe im Herbst dann das oberste Ende davon auch als Ziel ausgegeben wurde. Herausgekommen sind dann 412 Millionen Euro. Grund dafür war ein verbessertes Schadenmanagement.

Die Schaden-Kosten-Quote, die zeigt, ob ein Versicherer Geld verdient, wurde sowohl im deutschen als auch im internationalen Geschäft noch einmal verbessert. Jetzt geht es darum, die eingeleiteten Prozesse fortzuführen. Schließlich sollen im nächsten Jahrzehnt an dieser Stelle 600 Millionen Euro stehen. Dafür baut der Konzern seit geraumer Zeit die Abläufe sehr stark in Richtung Digitalisierung um. Das ist erstmal teuer, soll sich aber in einigen Jahren auszahlen.

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