Rückversicherer Gewinn von Swiss Re sinkt um 200 Millionen Dollar – Gespräche mit Softbank ziehen sich

Swiss Re hat im ersten Quartal einen Gewinneinbruch zum Vorjahreszeitraum hinnehmen müssen. Bei den Gesprächen mit Softbank gebe es wohl keinen Fortschritt.
Update: 04.05.2018 - 13:25 Uhr Kommentieren
Swiss Re: Gewinn sinkt um 200 Millionen Dollar Quelle: Reuters
Swiss Re

Grund für den Rückgang des Gewinns war eine Umstellung der Rechnungslegung, durch die Wertveränderungen im Aktienportfolio in den Gewinnausweis einfließen.

(Foto: Reuters)

ZürichDer Schweizer Rückversicherer Swiss Re hat im ersten Quartal wegen eines Sondereffekts einen Gewinnrückgang verbucht. Der Nettogewinn schrumpfte auf 457 Millionen Dollar von 656 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Analysten hatten durchschnittlich mit 447 Millionen Dollar gerechnet. Grund für den Rückgang war eine Umstellung der Rechnungslegung, durch die Wertveränderungen im Aktienportfolio in den Gewinnausweis einfließen. Ohne diesen Effekt wäre der Gewinn gestiegen.

Im operativen Geschäft der größten Sparte Schaden & Unfallversicherung lief es hingegen gut – auch weil teure Katastrophen ausblieben: Der Schaden-Kosten-Satz sank auf 92 von 95,6 Prozent im Vorjahresquartal. Je niedriger er ist, umso profitabler arbeitet eine Versicherung im Kerngeschäft.

In den Gesprächen über einen möglichen Einstieg des japanischen Telekomkonzerns Softbank bei Swiss Re lässt ein Durchbruch weiter auf sich warten. Zwar seien die Kontakte des Rückversicherers zu dem asiatischen Unternehmen nicht mehr in einem frühen Stadium, sagte Finanzchef John Dacey am Freitag in einer Telefonkonferenz. Es gebe jedoch auch keinen besonderen Fortschritt. „Ich will in keinster Weise andeuten, dass wir uns angenähert haben oder das wir nahe an einem Wendepunkt sind“, sagte er. Die Gespräche dauerten an und seien in einem „Diskussionsstadium“. Dabei gehe es weiterhin sowohl um eine Beteiligung als auch um eine strategische Partnerschaft.

Den möglichen Einstieg eines neuen Großaktionärs sehen die Schweizer jedoch mit gemischten Gefühlen. „Wir würden einen wichtigen Aktionär mit Interesse an einer langfristigen Beteiligung willkommen heißen - aber wir denken nicht, dass wir einen brauchen“, sagte Finanzchef Dacey. Zur Höhe einer eventuellen Beteiligung machte er keine Angaben. Zuletzt war Swiss Re davon ausgegangen, dass sich die Japaner mit höchstens zehn Prozent einkaufen. Eine Kapitalerhöhung hatten sie dafür ausgeschlossen.

Zudem spreche der Rückversicherer nicht nur mit Softbank, sondern auch mit anderen Firmen, die an einer Beteiligung oder einer Partnerschaft interessiert sind. „Diese Gespräche sind normal“, sagte der Finanzchef.

NEUES GESCHÄFT FÜR SWISS RE?

Eine Kooperation mit Softbank könnte Swiss Re neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen: Der japanische Konzern verfüge über diverse Tochterfirmen. Swiss Re führe mit diesen Firmen Gespräche über Angebote für Versicherungsprodukte, sagte Dacey ohne Details zu nennen. Groß geworden ist Softbank als Mobilfunkanbieter, mittlerweile agiert der Konzern vermehrt als Technologie-Investor, etwa mit Beteiligungen an Alibaba oder Uber. Ein Sprecher von Softbank wollte sich nicht äußern.

Das operative Geschäft von Swiss Re lief zum Jahresauftakt rund. Allerdings sorgte ein Sondereffekt für einen Gewinnrückgang auf 457 Millionen Dollar von 656 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Grund dafür war eine Umstellung der Rechnungslegung, durch die Wertveränderungen im Aktienportfolio unmittelbar in den Gewinnausweis einfließen. Ohne diesen Effekt wäre der Gewinn gestiegen. Die Swiss-Re-Aktie war leicht im Plus.

  • rtr
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