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Rückversicherer Munich Re bestätigt Gewinnprognose – Ergo-Umbau geht voran

Die jüngsten Naturkatastrophen kosten die Munich Re Millionen. Trotzdem hat der Rückversicherer seine Gewinnziele für dieses Jahr erreicht.
Update: 07.11.2018 - 10:38 Uhr Kommentieren
Der Rückversicherer bleibt bei seinen Erwartungen, in diesem Jahr auf einen Gewinn von 2,1 bis 2,5 Milliarden Euro zu kommen. Quelle: dpa
Münchener Rück

Der Rückversicherer bleibt bei seinen Erwartungen, in diesem Jahr auf einen Gewinn von 2,1 bis 2,5 Milliarden Euro zu kommen.

(Foto: dpa)

MünchenDer Rückversicherer Munich Re hat am Mittwochmorgen seine Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Das sind die wichtigsten Fakten:

  • Der Konzerngewinn fiel mit 2,038 Milliarden Euro nach neun Monaten des Jahres 2018 gut aus. Im Vorjahr stand an dieser Stelle ein Verlust von 146 Millionen Euro. Zu den Gründen zählen vor allem die deutlich geringere Schäden aufgrund von Naturkatastrophen.
  • Die Prognose der Erstversicherungstochter Ergo für das Gesamtjahr wurde auf 350 Millionen angehoben, bisher sollte die Spanne von 250 bis 300 Millionen erreicht werden.
  • Für sein Konzernergebnis peilt der Konzern weiter die Spanne von 2,1 bis 2,5 Milliarden Euro an.

Das fällt positiv auf

Die Tendenz beim Erstversicherer Ergo zeigt nach vielen Rückschlägen in den vergangenen Jahren wieder eindeutig nach oben. Im dritten Quartal wurde ein Gewinn von 173 Millionen Euro erwirtschaftet, vor einem Jahr standen an dieser Stelle lediglich 29 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten des Jahres waren es sogar 359 Millionen Euro nach 224 Millionen im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Deswegen hebt die Konzerntochter nun ihre Gewinnprognose für das Gesamtjahr auf 350 Millionen Euro an, bisher war man von einer Spanne zwischen 250 und 300 Millionen Euro ausgegangen. Grund dafür ist der Bereich Leben/Gesundheit, der von einem Einmaleffekt profitierte, da man nun bei der Gewinnverwendung von veränderten Annahmen ausgeht.

Insgesamt stimmt bei Ergo damit die Tendenz, lautet doch das Ziel, dass in den kommenden Jahren ein Gewinn von 600 Millionen Euro erreicht werden soll. Da sich der Erstversicherer derzeit an vielen Stelle in einem großen strategischen Umbauprozess befindet, wird man allerdings erst in ein bis zwei Jahren die genaueren Ergebnisse erkennen können.

Das fällt negativ auf

Das Niedrigzinsumfeld macht dem weltgrößten Rückversicherer mehr und mehr zu schaffen: Das Kapitalanlageergebnis ging im dritten Quartal auf 1,311 Milliarden Euro zurück. Vor einem Jahr standen an dieser Stelle noch 1,589 Milliarden. Warum das so ist, zeigt die laufende Rendite, die der Konzern im Moment erwirtschaften kann. Waren es nach den ersten sechs Monaten des Jahres noch 3,1 Prozent, so ist dieser Wert nun auf 2,8 Prozent gesunken.

Das liegt daran, dass in der Zwischenzeit wieder alte lang laufende Papiere fällig wurden und das frei werdende Geld nur zu einem geringeren Zins als damals angelegt werden konnte. Allerdings deutet sich hier zumindest eine leichte Entspannung an.

Wird Geld aktuell neu angelegt, dann werden inzwischen wieder 2,5 Prozent an Rendite erreicht. Im Sommer standen an dieser Stelle noch 2,3 Prozent. Die Zinswende in den USA hat zu diesem Trendwechsel beigetragen. Auch wagt Munich Re wieder etwas mehr am Aktienmarkt: Die Aktienquote im Portfolio liegt wieder bei 6,7 Prozent wie zu Jahresbeginn. Im Sommer hatte man sie auf 6,2 Prozent reduziert.

Was jetzt passiert

Ein wohlklingendes Strategieprogramm hat Vorstandschef Joachim Wenning in den anderthalb Jahren an der Spitze des weltgrößten Rückversicherers bisher nicht ausgerufen. Trotzdem steckt der Konzern mitten in einem der größten Umbauprozesse seiner 138-jährigen Geschichte.

Dafür hat Wenning die Devise „Profitabler, digitaler, schlanker“ ausgegeben. Das klingt beliebig, bei der Munich Re lassen sich indes klare Tendenzen erkennen. So fällt auf, dass der Konzern in seinem Kerngeschäft, der Rückversicherung, spürbar anders agiert als früher. Im Bereich Leben und Gesundheit beispielsweise wird seit geraumer Zeit das Portfolio durchforstet: Klasse statt Masse lautet das Motto.

Deswegen trennt sich Munich Re beispielsweise von großvolumigen Verträgen oder restrukturiert sie. Mit erkennbarem Ergebnis: So sind die Beitragseinnahmen zuletzt zwar von 3,322 Milliarden Euro auf 2,805 Milliarden deutlich zurückgegangen. Damit wurden indes fast dreimal so viel Gewinn erwirtschaftet wie im vergangenen Jahr. Statt 59 Millionen Euro stehen an dieser Stelle jetzt 159 Millionen Euro.

Die Digitalisierungsstrategie ist ebenfalls erkennbar: Die Münchner kooperieren mit Technologieunternehmen wie Kuka und Porsche und gehen Beteiligungen und Übernahmen bei Start-ups ein. Kürzlich kaufte Munich Re den preisgekrönten Berliner KI-Experten Relayr.

Dass der Konzern insgesamt schlanker werden soll, zeigt sich auch beim Mitarbeiterabbau: Hier wurde Anfang des Jahres ein Programm vor 900 Stellen aufgelegt, die Hälfte davon in Deutschland.

Zudem zeichnen sich im Top-Management große Veränderungen ab. Jörg Schneider, seit 2001 Finanzvorstand und damit der dienstälteste unter den 30 Finanzchefs im Dax, verlässt das Unternehmen zum Jahresende. Er erreicht die Altersgrenze von 60 Jahren. Auf ihn folgt der 43-jährigen Christoph Jurecka, bisher Finanzvorstand bei Ergo in Düsseldorf.

Einen Rückkehrer gibt es nach der Hauptversammlung im April kommenden Jahres: Dann tritt der frühere, langjährige Chef Nikolaus von Bomhard nach zweijähriger Abkühlungsphase an die Spitze des Aufsichtsrats. Er übernimmt den Posten von Bernd Pischetsrieder.

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