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Rückversicherer Swiss-Re-Aktionäre bekommen wegen teurer Katastrophen weniger Geld

Swiss Re kauft maximal für eine statt für zwei Milliarde Franken Aktien zurück. Hohe Zahlungen für Katastrophenschäden setzen dem Rückversicherer zu.
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Aktionäre des Rückversicherers müssen sich gedulden. Quelle: dpa
Firmenzentrale in Zürich

Aktionäre des Rückversicherers müssen sich gedulden.

(Foto: dpa)

Zürich Der Schweizer Rückversicherungskonzern Swiss Re will wegen hoher Zahlungen für Katastrophenschäden und dem im Sommer abgeblasenen Börsengang der Sparte Re Assure weniger Geld an seine Aktionäre auszahlen als in Aussicht gestellt. Angesichts des hohen Kapitaleinsatzes werde der Aktienrückkauf nach einer ersten Rückkauftranche beendet, teilte der Konzern aus Zürich am Donnerstag mit.

An die Eigentümer werden damit höchstens eine Milliarde Franken ausgezahlt statt bis zu zwei Milliarden. Swiss Re bleibt Finanzchef John Dacey zufolge weiterhin sehr gut mit Kapital ausgestattet.

In den ersten neun Monaten steigerte die Nummer zwei der Rückversicherungsbranche den Gewinn um 23 Prozent auf 1,34 Milliarden Dollar. Die Schweizer verdienten gut an den Finanzmärkten und ein Beteiligungsverkauf in Brasilien brachte Geld. Im Vorjahr hatte zudem eine Rechnungsumstellung das Ergebnis belastet. Die Prämieneinnahmen wuchsen im Zeitraum Januar bis September um zehn Prozent auf 28,4 Milliarden Dollar.

Die Anleger reagierten verstimmt. Die Swiss-Re-Aktien verloren 0,8 Prozent und gehörten zu den schwächsten Versicherungswerten in Europa.

Naturkatastrophen, wie die Wirbelstürme "Faxai" in Japan und "Dorian" in der Karibik, und von Menschen verursachte Katastrophen, das Flugverbot für bestimmte Boeing-Maschinen oder die Insolvenz des Reiseveranstalters Thomas Cook schlugen mit rund 1,7 Milliarden Dollar zu Buche.

Zwar schloss die größte Sparte Schaden-Rückversicherung dank guter Anlageergebnisse mit 880 Millionen Dollar Gewinn ab. Doch der sogenannte Schaden-Kosten-Satz schnellte auf 101,4 Prozent hoch. Bis zu einer Marke von 100 Prozent sind Zahlungen für Schäden und Verwaltung durch Prämieneinnahmen gedeckt. Im Geschäft mit maßgeschneiderten Versicherungslösungen für Großkunden verlor Swiss Re Geld, verdiente dagegen gut im Bereich Lebensversicherung und mit der Abwicklung geschlossener Versicherungsportfolios.

Re-Assure-Anteil soll abgebaut werden

Im vierten Quartal drohen Swiss Re weitere hohe Kosten etwa wegen des Taifuns "Hagbis". Branchenprimus Münchener Rück hatte jüngst angekündigt, dass dank Erträgen aus Währungsgeschäften und Kapitalanlagen das angepeilte Gewinnziel von 2,5 Milliarden Euro übertroffen werden dürfte. Der viertgrößte Rückversicherer Hannover Rück sieht seine Gewinnprognose durch die Wirbelstürme "Faxai" und "Dorian" nicht gefährdet.

An den Plänen für einen Teilausstieg aus der Sparte Re Assure hält Swiss Re fest, sagte Finanzchef Dacey. Ein Börsengang bleibe dabei eine Option. Der Konzern will seine Beteiligung unter 50 Prozent senken, um die Tochtergesellschaft nicht länger in der Bilanz konsolidieren zu müssen. Re Assure ist auf die Verwaltung geschlossener Lebensversicherungs-Portfolios spezialisiert - ein Geschäft, für das große Kapitalpuffer nötig sind. Durch den Teilausstieg würde Kapital frei, das Swiss Re anderweitig rentabler einsetzen kann.

Die Pläne für den Sprung von Re Assure an die Londoner Börse wurden im Sommer wegen des unvorteilhaften Marktumfelds vorerst fallengelassen. Swiss Re besitzt 75 Prozent von Re Assure, der japanische Versicherer MS&AD Insurance Group den Rest.

Mehr: Europas Rückversicherer hoffen, dass sich die Preise für ihre Policen stabilisieren. Anzeichen dafür gibt es bereits. Doch der Markt bleibt angespannt.

  • rtr
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