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Rückzug aus den USA ausgeschlossen Deutsche Börse sucht neue Allianzen

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Neben Personalveränderungen erzwangen die Aktionäre um den Hedge-Fonds TCI auch die Auszahlung der milliardenschweren Kriegskasse an die Anteilseigner durch Aktienrückkäufe. Der Aktienkurs ist seither um 20 Prozent gestiegen und springt von Rekordhoch zu Rekordhoch.

Es wird erwartet, dass die Deutsche Börse noch in dieser Woche Kurt Viermetz zum Aufsichtsratsmitglied ernennt. Der Investmentbanker soll Chef des Gremiums werden. Zu dieser Personalie äußerte sich Hlubek aber nicht. Zwischenzeitlich wurde spekuliert, TCI wolle den Börsenkonzern völlig zerlegen. Dem trat Hlubek entgegen: „Unser integriertes Geschäftsmodell bleibt unangetastet“, sagte er. Auch die von Beobachtern immer wieder ins Spiel gebrachte Abspaltung der Terminbörse Eurex ist nach Hlubeks Worten kein Thema. In der Vergangenheit war spekuliert worden, eine Platzierung von Teilen der Eurex am Aktienmarkt könnte dem Aktienkurs der Deutschen Börse einen Schub geben.

Vorbild dafür könnte die zuletzt erfolgreiche Platzierung der US-Derivatebörse ISE sein. Kleinere Konzernteile, deren Entwicklung bislang unbefriedigend verlief, stellt die Börse derzeit jedoch auf den Prüfstand. So wurde die IT-Tochter Entory vergangene Woche an BMW veräußert. Im Blickpunkt steht außerdem die US-Tochter der Eurex, mit der man den Terminbörsen in Chicago Marktanteile abjagen wollte. Hlubek räumte ein, Eurex US sei nicht so gut gelaufen wie erhofft. „Aber ich schließe aus, dass wir uns aus den USA, dem größten und attraktivsten Kapitalmarkt der Welt, zurückziehen. Wir prüfen verschiedene Optionen, wie wir uns in den USA positionieren wollen“, sagte er.

Für die Entwicklung der Börsenlandschaft in Europa erwartet er eine weitere Konsolidierung. Wenn auf der Kundenseite die Einheiten größer würden, sagte er mit Blick auf die Fusion von Hypo-Vereinsbank und Unicredito, müssten auch die Börsen größere Einheiten bilden. „Ich erwarte, dass der Prozess weniger durch spektakuläre Übernahmen als durch selektive Kooperationen geprägt sein wird“, sagte er.

Börse im Umbruch

13. Dezember 04: Die Deutsche Börse bietet rund zwei Milliarden Euro für die Londoner Börse (LSE).

15. Januar 05: Die LSE–Führung lehnt die Offerte ab.

17. Januar 05:Börsen-Aktionäre um die Hedge-Fonds TCI und Atticus kritisieren den LSE-Kaufplan.

25. Januar 05:Mit der US-Fondsgesellschaft Fidelity wendet sich ein weiterer wichtiger Aktionär gegen den LSE-Kauf.

6. März 05: Die Deutsche Börse zieht ihre Offerte zurück.

19. April 05: TCI-Chef Christopher Hohn fordert den Rücktritt von Börsenchef Werner Seifert.

10. Mai 05: Seifert gibt seinen Posten auf. Finanzvorstand Mathias Hlubek übernimmt die Funktion kommissarisch.

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