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Russland Am Platzhirsch Sberbank kommt niemand vorbei

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Kein Platz für kleinere Banken

Für kleinere Banken ist im russischen Retail-Sektor kein Platz: „In den russischen Regionen macht es vielleicht noch Sinn, im Privatkundengeschäft zu expandieren“, meint Jewgenij Studenikin vom Brokerhaus BKS. „Aber der Moskauer Markt ist längst verteilt.“ In der Hauptstadt, so ist hinzuzufügen, wird aber ein Fünftel der russischen Wirtschaftsleistung erbracht.

Nur wenigen ausländischen Großbanken ist der Durchbruch in Russland gelungen. Dazu zählt Raiffeisen International, die bereits in den „wilden“ neunziger Jahren mit viel Risiko ein Filialnetz aufgebaut haben. Das zahlt sich für die Österreicher nun ebenso aus wie für die Bank Austria, die nunmehr zur italienischen UniCredit-Gruppe gehört. Beide rangieren unter den Top-10 der Retail-Banken in Russland.

Die Deutschen setzen in Russland andere Akzente: Die Commerzbank finanziert vor allem mittelständische Unternehmen, meist mit Bezug zum Heimatmarkt. Die Deutschbanker haben sich in Moskau im Investmentbanking etabliert und betreuen eine Reihe an Börsengängen, die Landesbanken finanzieren vorwiegend Handelsgeschäfte.

Gerade den Deutschbankern fiel es einstweilen schwer, den Kassandrarufen nach einem Einstieg ins russische Retail-Geschäft zu widerstehen. Prinzipiell verspricht die ungebändigte Konsumfreude der Russen in diesem Sektor Wachstum. Doch die Finanzkrise ließ den Frankfurtern die Flügel stutzen, zumal sich der größte deutsche Wettbewerber in der Ukraine die Finger verbrannt hatte: Die Commerzbank hatte dort im September 2007 die Bank Forum übernommen – ein faules Ei, wie sich später herausstellte. Noch heute ist ein Fünftel der Kredite ausfallgefährdet.

Das Fehlinvestment der Commerzbank gilt als Warnung für die ganze Branche. Auch im deutlich stabileren Russland dürften sich ausländische Banken der Wachstumsphantasien zum Trotz vorerst zurückhalten – zu sehr dominiert der Elefant Sberbank im dortigen Bankensektor die Tanzfläche.

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