Saudischer Ölkonzern Deutsche Bank weiter im Rennen um Aramco-Börsengang

Der wichtigste Börsengang der näheren Zukunft ist ein Schaulaufen großer Investmentbanken. Jedes Institut möchte möglichst prominent an dem Deal beteiligt werden. Drei Banken könnten in erster Reihe engagiert werden.
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Aramco-Börsengang: Deutsche Bank weiter im Rennen Quelle: Reuters
Wasit Gasfabrik

Eine der riesigen Produktionsanlagen von Saudi Aramco.

(Foto: Reuters)

London/DubaiDie Deutsche Bank kann Insidern zufolge auf eine Rolle beim Börsengang des staatlichen saudi-arabischen Ölkonzerns Saudi Aramco hoffen. Manager der Deutschen Bank, von Goldman Sachs und Citi seien zu Präsentationen eingeladen worden, um für ihre Konzepte zu werben, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Gespräche sollten Ende Januar oder Anfang Februar in der Provinz Dhahran im Osten Saudi-Arabiens stattfinden. Dort hat der Ölkonzern seinen Sitz. Saudi Aramco, Deutsche Bank, Citi und Goldman Sachs lehnten eine Stellungnahme ab.

Nach den Vorstellungen Saudi-Arabiens ist Saudi Aramco zwei Billionen Dollar wert. Die Platzierung eines fünfprozentigen Anteils soll 100 Milliarden Dollar in die Kassen des Königreichs spülen. Allerdings gehen die Schätzungen des Konzernwerts weit auseinander. Einige Banken halten eine Gesamtbewertung in Höhe von ein bis 1,5 Billionen Dollar für realistischer.

Zahlreiche Investmentbanken buhlen um eine Rolle bei dem Börsengang. Wegen der starken Konkurrenz dürfte die Emission für die Banken nicht sehr lukrativ sein. Jedoch gilt die Beteiligung an dem Börsengang als wichtig für das Renommee und könnte den Instituten die Türen bei anderen Neuemissionen öffnen. Mit JP Morgan, Morgan Stanley und HSBC hat Saudi Aramco bereits im vergangenen Jahr erste Banken beauftragt.

Der Börsengang von Saudi Aramco ist das Prestigeprojekt von Kronprinz Mohammad bin Salman. Mit dem Anstieg des Ölpreises auf fast 70 Dollar – den höchsten Stand seit Mitte 2015 – sind die Chancen auf einen Erfolg gestiegen. Einige Beobachter zweifeln allerdings, dass sich die saudi-arabischen Preisvorstellungen verwirklichen lassen.

Offen ist bislang unter anderem auch, wo die Aktien gelistet werden könnten, hatte der saudische Finanzminister Mohammed Al-Jadaan im Dezember gesagt, als er Gerüchte über Verzögerungen bei den Planungen zurückwies. Zu den interessierten Börsen zählen unter anderem London, New York, Hong Kong, Singapur, Tokio und Toronto.

US-Präsident Donald Trump hatte sich im November persönlich in einem Telefonat mit dem saudischen König Salman dafür eingesetzt, dass Aramco an der New York Stock Exchange gelistet wird. Wenig später sagte die britische Premierministerin Theresa May, dass London „extrem gut geeignet“ für den Börsengang sei.

  • rtr
  • Bloomberg
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