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Schadenschätzung Hurrikan „Dorian“ belastet die Rückversicherer-Branche weniger stark als erwartet

Die Rückversicherer rechnen trotz der Verwüstungen auf den Bahamas mit versicherten Schäden im „nur“ einstelligen Milliardenbereich.
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Die Hauptschäden des Hurrikans „Dorian“ entstanden dort. Quelle: action press
Beschädigte Yacht auf den Bahamas

Die Hauptschäden des Hurrikans „Dorian“ entstanden dort.

(Foto: action press)

Monte-Carlo Gut eine Woche ist es her, dass der Hurrikan „Dorian“ über die Bahamas zog und dort für schlimme Verwüstungen sorgte. Die hohen Schadenszahlungen für die Versicherungsbranche, von denen anfangs die Rede war, dürften allerdings so nicht Realität werden. Auch wenn beim traditionellen Branchentreff in Monte-Carlo alle großen Häuser betonen, dass es sich aktuell noch immer um grobe vorläufige Schätzungen handelt.

So geht Torsten Jeworrek, der im Vorstand der Munich Re für das Kerngeschäft Rückversicherung zuständig ist, davon aus, dass „Dorian“ der Branche einen mittleren einstelligen Milliardenbetrag kosten wird. Ähnlich sind die Aussagen bei Hannover Re, wo sich der neue Vorstandschef Jean-Jacques Henchoz eine Bandbreite vorstellen kann, die im mittleren einstelligen Milliardenbereich beginnt und im oberen endet.

Bei der Ratingagentur Moody‘s geht Simon Harris im Moment gar nur von drei Milliarden Dollar aus. Die Spannbreite der Schätzungen zeigt zum einen, dass – wie immer nach solch großen Verwüstungen – schnelle konkrete Schätzungen schwierig sind. Das liegt am Chaos in den oft schwer zugänglichen Gebieten sowie an verlässlichen Informationen über den tatsächlichen Grad der Zerstörung.

Dennoch zeichnet sich ab, dass vieles, was vor rund einer Woche an ersten Schätzungen noch während des Hurrikans veröffentlicht wurde, nicht Realität werden dürfte. In Analystenveröffentlichungen war teilweise von bis zu 25 Milliarden Dollar an erwarteten Schäden die Rede.

Wäre es tatsächlich so gekommen, dann wäre „Dorian“ dem Wirbelsturm „Irma“ aus dem Jahr 2017 bedenklich nahegekommen. Der hatte damals zu versicherten Schäden von 33 Milliarden Dollar geführt. Gemeinsam mit „Harvey“ und „Maria“, die vor zwei Jahren allesamt kurz hintereinander wüteten, waren es nach einer Auswertung von Moody‘s die drei schadenreichsten Wirbelstürme seit 2011.

Dass es diesmal anders gekommen ist, liegt vor allem daran, dass „Dorian“ auf seinem Weg an die amerikanische Ostküste nicht Richtung Süden nach Florida gezogen ist, sondern nach Norden. Dort hat der Wirbelsturm vor allem die Küsten von North Carolina und Nova Scotia in Kanada gestreift. Weitgehend blieb es aber dort bei Überschwemmungen. Die seien tendenziell eher ein Thema für die dort involvierten Erstversicherer als für die Rückversicherer, glaubt der neue Hannover-Re-Chef Jean-Jacques Henchoz.

Mit Spannung blicken die Experten deshalb auf die weitere Entwicklung der Hurrikan-Saison im Atlantik und im Golf von Mexiko sowie auf die Entwicklung der Taifune in Asien. Mitte September und damit in rund einer Woche ist laut Swiss-Re-Chef Christian Mumenthaler immer der Höhepunkt bei den Hurrikans zu erwarten.

Zur gleichen Zeit suchen Taifuns häufig Asien heim. „Jebi“ war dabei vor rund einem Jahr der schwerste Wirbelsturm seit 25 Jahren.

Die Konsequenzen daraus bekamen die Rückversicherer teils noch im ersten Halbjahr dieses Jahres zu spüren. Die Munich Re meldete für diese Phase zusätzliche Aufwendungen für Schäden durch „Jebi“ von 80 Millionen Euro. Die Erklärung dafür ist einfach: Auch wenn mittlerweile moderne Technik die Aufklärung von Schäden erleichtert, dauert es in schwierigen Fällen oft Monate, bis der genaue Umfang absehbar ist.

Für die laufende Saison jedenfalls rechnet Moody‘s-Experte Simon Harris mit einem deutlich leichteren Verlauf bei Taifunen als im vergangenen Jahr. Damals hatte sich die Schadenssumme von sieben auf 15 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. In diesem Jahr sollen schlimmstenfalls wieder frühere Dimensionen erreicht werden, so die aktuelle Annahme.

Mehr: Wie Munich Re auf den Bahamas künstliche Intelligenz zur Schadensregulierung nutzt.

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