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Schadensersatzklage Die späte Rache eines Schweizer Kunden an der Deutschen Bank

Ein umstrittener Investor verlor vor Jahren viel Geld. Nun will er es sich bei der Deutschen Bank zurückholen und reicht Klage ein.
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Deutsche Bank: Klage als späte Rache eines Schweizer Kunden Quelle: dpa
Deutsche Bank in Frankfurt

Das Geldinstitut muss sich auf eine Millionenklage einstellen, die bis ins Jahr 2006 zurückgeht.

(Foto: dpa)

Zürich, Frankfurt Die Deutsche Bank muss sich in Frankfurt auf eine üppige Millionenklage einstellen. Rumen Hranov, ein berühmt-berüchtigter Investor am Schweizer Finanzplatz, hat am Landgericht Frankfurt eine Schadensersatzklage über 370 Millionen Franken (rund 329 Millionen Euro) eingereicht (Az. 2–05 O 375/16), weil er als Kunde der Bank wegen eines schief gelaufenen Optionsgeschäfts viel Geld verlor und dafür das Institut verantwortlich macht.

„Die Angelegenheit ist uns bekannt und die Klage liegt uns vor“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bank. „Wir halten die Ansprüche für unbegründet und weisen die Vorwürfe zurück.“ Weitere Auskünfte über die Klage, über die zuerst „Inside Paradeplatz“ berichtet hatte, könne er nicht geben, da es um eine Kundenbeziehung gehe.

„Inside Paradeplatz“ zufolge hatte Hranov versucht, über eine Derivatekonstruktion Anteile am Schweizer Konzern OC Oerlikon zu gewinnen. Dann soll der Banker, der das Finanzkonstrukt etabliert hatte, den Kursverlauf der Oerlikon-Aktien manipuliert haben, um eigene Verluste wettzumachen. Dabei soll er den freien Zugang zum Vermögen des Klägers genutzt haben. Soweit die Sicht von Hranov.

Der klagende Investor ist in der Schweizer Finanzwelt kein Unbekannter: Der gebürtige Bulgare hatte 2005 den so genannten Swissfirst-Skandal losgetreten, indem er gegen den Chef der gleichnamigen Bank eine Strafanzeige einreichte. Die Staatsanwaltschaft Zürich nahm Ermittlungen gegen den Swissfirst-Chef auf. Der Verdacht: Aktionäre der Bank könnten bei der Fusion mit dem Rivalen Bellevue benachteiligt worden sein.

Klage erst nach acht Jahren

Infolge der Affäre trat der Swissfirst-Chef zurück. Das Verfahren gegen ihn wurde später jedoch eingestellt. Auch Hranov geriet damals ins Visier der Ermittler: Die Staatsanwaltschaft hegte den Verdacht, er habe ein falsches Zeugnis abgelegt. Doch auch dieses Verfahren wurde eingestellt. Hranov war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen.

Unklar ist, warum Hranov sich mit der Klage gegen die Deutsche Bank so lange Zeit ließ. Die Verluste machte er 2008. Die Klage reichte er erst im Jahr 2016 ein, wie das Aktenzeichen verrät. Einen Verhandlungstermin gibt es noch nicht.

Das Gericht begründet das unter anderem damit, dass Hranov zwischenzeitlich den Anwalt gewechselt hat und die Klage erweitert hatte. Er wirft der Bank einer Gerichtssprecherin zufolge falsche Anlageberatung und vorsätzlich sittenwidrige Schädigung vor.

Bei einer Klage dieses Streitwerts muss der Kläger einen hohen Gerichtskostenvorschuss von 329 208 Euro leisten. Dieses Geld wurde auch bereits gezahlt, was für die Entschlossenheit der Klägerseite spricht – oder aber für das Vermögen Hranovs.

Neben der Deutschen Bank verklagt Hranov auch den Banker, der zunächst bei der Züricher Kantonalbank und später im Dienste der Deutschen Bank die Derivate-Konstrukte entworfen hatte, mit denen sich die Kontrolle über Schweizer Firmen übernehmen ließ. Dieser Banker ist ein in der Schweiz bekannter Derivate-Experte. Er und sein Team wechselten Ende 2006 zur Deutschen Bank. Ende 2008 trennten sich die Wege wieder, als die Bank den Derivate-Handel in Zürich einstampfte.

Mehr: Stefan Krause, Ex-Finanzchef der Deutschen Bank, will in einem Prozess um die Postbank-Übernahme nicht aussagen – aus Angst vor Strafverfolgung. Die Richter geben ihm Recht.

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