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Schäden in Milliardenhöhe Waldbrände in Kalifornien treffen europäische Rückversicherer wahrscheinlich kaum

Die Schäden durch die Waldbrände in Kalifornien gehen in die Milliarden. Munich Re & Co dürften trotzdem relativ glimpflich davonkommen.
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Waldbrände in Kalifornien – Noch immer mehr als 220 Personen vermisst

FrankfurtThomas Gottschalk nahm es ziemlich gelassen. „Es gibt größeres Elend auf der Welt“, kommentierte der TV-Moderator die Tatsache, dass seine Villa in der Nähe von Malibu komplett abbrannte. Die Entspannung, die aus den Worten des Fernsehstars spricht, wird auch damit zu tun haben, dass das Anwesen versichert gewesen sein dürfte.

Viele Assekuranzen dürften die verheerenden Waldbrände im Sonnenstaat der USA daher mit deutlich weniger Ruhe aufnehmen. Zwar fehlt es bisher an Einschätzungen, welche Versicherungen genau betroffen sind. Aber das Gesamtbild ist unzweifelhaft: Die schweren Feuer haben massive Schäden hinterlassen. Viele von ihnen werden Versicherungen begleichen müssen. Und noch sind die Flammen nicht gelöscht.

Vor allem Versicherer in den USA ist das ein herber Rückschlag. Bereits im vergangenen Jahr, das die höchsten Belastungen aus Naturkatastrophenschäden für die Branche mit sich brachte, mussten viele Firmen tief in die Tasche greifen, um kalifornische Versicherte zu entschädigen.

Denn die Feuerversicherung ist in Kalifornien nicht erst seit den jüngsten Bränden ein Thema. Die Prämien für Hausbesitzer in wildfeuergefährdeten Gebieten stiegen bereits in den vergangenen Jahren signifikant an. Einige Versicherer weigerten sich zuletzt, die Policen für Menschen in besonders gefährdeten Gebieten zu erneuern.

Die Versicherer in Kalifornien verloren im vergangenen Jahr fast 16 Milliarden Dollar. Das ist das Vierfache ihrer Verluste im Jahr 2016, berichtete die Versicherungs-Kreditagentur A.M. Best.

Dieses Jahr könnte es nochmals deutlich teurer werden. Denn die Feuer in Kalifornien brennen weiter – und rasche Besserung ist nicht in Sicht. Das Wetter bleibt wohl im ganzen Staat erst einmal trocken. Die jährlichen Versicherungsauszahlungen überschritten die 1-Milliarde-Dollar-Schwelle bisher nur neunmal seit 1990. 2018 dürfte das vierte Jahr in Folge sein.

Da die Feuer noch nicht vorüber sind, halten es Experten zwar für viel zu früh, um ein umfassendes Bild von den möglichen Schäden zu erhalten. Aber erste Schätzungen, auch vom US-Versicherungsmakler Aon, deuten darauf hin, dass angesichts der Anzahl der bereits zerstörten Objekte von versicherten Schäden von mehreren Milliarden Dollar auszugehen ist.

Viele Firmen ersetzen nicht nur verbrannte Häuser und Autos. Sie müssen auch mit einer erheblichen Anzahl von Ansprüchen zur Deckung der Evakuierungskosten rechnen. Hunderttausende von Bewohnern mussten ihre Häuser verlassen. Es wird davon ausgegangen, dass dies vor allem US-Großversicherer wie AIG, Travelers, USAA und Allstate treffen wird.

Da diese sich teilweise bei Rückversicherern abgesichert haben, könnte es sein, dass ein Teil der Schäden auch in den Büchern größerer europäischer Rückversicherer landen könnte, zum Beispiel bei der weltweiten Nummer Eins Munich Re, ihrem schärfsten Rivalen der Swiss Re oder bei der Hannover Rück.

Ein Munich-Re-Sprecher betonte ebenfalls, dass es sei noch zu früh sei, um Aussagen über Belastungen aus den Waldbränden in Kalifornien zu treffen. In Branchenkreisen wird allerdings davon ausgegangen, dass das Exposure der großen europäischen Versicherer sehr überschaubar sein dürfte.

Denn viele Konzerne hatten sich nach den schweren Schäden in den Vorjahren bereits weitgehend aus dem Markt verabschiedet. Nicht nur Thomas Gottschalk kann sich demnach angesichts der materiellen Schäden in Kalifornien eine gewisse Gelassenheit erlauben, sondern wohl auch Munich-Re-Chef Joachim Wenning.

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