Schuldenkrise Deutsche Banken zu Griechen-Hilfe bereit

In der griechischen Schuldenkrise wird die Beteiligung privater Gläubiger immer wahrscheinlicher. Die Banken scheinen zur Hilfe bereit. Doch nun stellt die Bundesbank Bedingungen für die Beteiligung der Privaten.
Update: 28.06.2011 - 22:26 Uhr 17 Kommentare
Griechenlands Premierminister Georgios Papandreou darf auf die Hilfe deutscher Banken hoffen. Quelle: dpa

Griechenlands Premierminister Georgios Papandreou darf auf die Hilfe deutscher Banken hoffen.

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Frankfurt/LondonDie Bundesbank begrüßt die Verhandlungen mit deutschen Banken über eine Beteiligung an der Griechenland-Rettung, stellt aber Bedingungen. Auf keinen Fall dürfe die Beteiligung privater Gläubiger zu einer höheren Belastung der öffentlichen Haushalte führen, sagte Bundesbankvorstand Joachim Nagel der „Süddeutschen Zeitung“ laut Vorabbericht. Der Beitrag der Banken müsse absolut freiwillig sein und dürfe von den Ratingagenturen nicht als Zahlungsausfall gewertet werden. 

Nagel sagte, Notenbanken könnten nicht einfach ihre Regeln ändern und wertlose Papiere als Sicherheiten akzeptieren. Die geplante Gründung einer neuen europäischen Ratingagentur begrüßte er. „Es ist nicht schlecht, wenn es mehr Wettbewerb gibt“, sagte Nagel. Trotzdem bewerte die Bundesbank die Wertpapiere, die sich von Banken als Sicherheit in ihre Bilanz nimmt, nach eigenen Maßstäben. „Wir sind keine Hasardeure, die unkalkulierbare Risiken eingehen“, sagte der Bundesbankvorstand zu Vorwürfen, die Notenbank habe zu viele „Schrottpapiere“ an Bord.

Zuvor hatten sich die deutschen Bankenverbände im Grundsatz einig gezeigt, das französische Modell zur Verlängerung der Laufzeiten griechischer Staatsanleihen zu empfehlen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus Finanzkreisen. Bislang gebe es aber nur eine mündliche Vereinbarung. „Das soll jetzt zu einem deutschen Beschluss ausgearbeitet werden“, sagte einer der Insider nach Gesprächen von Verbandsvertretern im Bundesfinanzministerium.

Die Details will Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am Donnerstag direkt mit den Chefs der großen deutschen Banken und Versicherern aushandeln. Am Mittwoch findet auf Arbeitsebene ein Vorbereitungstreffen statt. Die deutschen Versicherer Allianz und Münchener Rück haben Finanzkreisen zufolge eine eigene Linie gefunden, wie sie sich an einem Rettungspaket beteiligen können. „Das deckt sich aber nicht mit dem Bankenansatz“, sagte ein Insider. Es sei wichtig, dass auch die Pensisonsfonds mit an Bord seien. Eine endgültige Vereinbarung mit der deutschen Finanzbranche, die weniger als 20 Milliarden Euro an griechischen Anleihen hält, noch vor dem Wochenende gilt angesichts der komplexen Materie als unwahrscheinlich. Die Aussicht auf einen Beitrag deutscher Banken drückte den Kurs des Bund-Futures.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs - allen voran Deutschland - drängen den Privatsektor zu einer Beteiligung an einem zweiten Rettungspaket für Griechenland. Am Montag war Frankreich vorgeprescht, als Präsident Nicolas Sarkozy eine Einigung mit den heimischen Banken verkündete. Der französische Entwurf, der Reuters vorliegt, gibt den Inhabern griechischer Staatsanleihen, die zwischen 2011 und 2014 auslaufen, zwei Optionen: Sie können dann 70 Prozent ihres Geldes in neue Griechen-Bonds mit 30-jähriger Laufzeit und einem Zins von bis zu acht Prozent reinvestieren, die mit top-gerateten Papieren besichert sind. Oder aber sie stecken mindestens 90 Prozent ihres ursprünglichen Investments in neue Griechen-Bonds mit fünfjähriger Laufzeit und bekommen dafür 5,5 Prozent Zinsen.

Das Papier, datiert auf den 24. Juni, steht ausdrücklich unter dem Vorbehalt, dass die Ratingagenturen diese Streckung der Schulden nicht als Zahlungsausfall werten. Die deutschen Bankenverbände wollten sich zum Stand der Gespräche nicht äußern. Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen zog eine positive Bilanz des Treffens: „Wir denken, dass dieser französische Vorschlag eine gute Basis ist“, erklärte er.

Eindringliche Appelle für schnelle Lösung
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17 Kommentare zu "Schuldenkrise: Bundesbank stellt Bedingungen an Griechenlands Rettung"

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  • Handelsblatt:

    - Propaganda fuer die ewig Gestrigen

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  • Ihre Benutzerkennung macht mir stark zu denken !

    Ihnen ist doch sicherlich klar dass jegliche Ankaeufe von physischem Silber die Amerikanische Fed (=JP Morgan) in den Ruin stuerzen werden, sobald deren Aktienpreis unter dem Silberpreis ist, einfach schon daher weil deren short positions mit deren eigenen Aktien Wertals colateral abgesichert wurden. Und behalten Sie dies bitte fuer sich !

    Daher also:
    Aufruf an alle gutglaeubigen und naiven Bundesbuerger:
    Verkaufen Sie all Ihre Edelmetalle sofort, Amerika zaehlt auf Sie !

    MfG,
    Bummer Bernank & Tiny Tim

  • Was waere, wenn unser neuer bester Freund Herr Wen eines Tages aufwacht und feststellt, dass 1.6 % Gold Anteil in den Devisen Reserver einfach zu unterschnittlich sind um als neue Leitwaehrung mitspielen zu koennen ?

    China has by far not sufficient Gold Reserves !

    Dann stehen etwa 6000 Tonnen von Gold Ankaeufen an, nicht in ETFs (welche das HB so gerne an all die Zertifikatsemmitenten vermitteln wollte fuer Sie zum Ankauf) sondern in echten physischen Barren.

    Nur so ein Gedanke am Rande.

  • Notenbanken (welch ehrwuerdiger Begriff !) haben ja wie wir alle wissen, den ehrenswerten Job unser aller Geld zu drucken, und dies in steigender Geschwindigkeit.

    Altmodische Menschen wie ich, kaufen daher nur noch physische monetaere Edelmetalle wie Gold und Silber.

    Jenen ehrenswerten Notenbanken wuensche ich viel Glueck, weil sie es brauchen werden mehr denn jeh.

  • Ja Genau !

    Wir Deutschen kennen den Sinn dieses Begriffes nur zu Ggut: Seilschaften.

    Jetzt in dieser Zeit sind die Seilschaften Goldman Sachs und die Deutsche Bank.

    Wake up Germany !

    PS: Google for "GIABO"

  • Dewegen, zeichnen Sie die Petition gegen den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM)!

    https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=18123

  • "Nagel sagte, Notenbanken könnten nicht einfach ihre Regeln ändern und wertlose Papiere als Sicherheiten akzeptieren."

    Der war gut. Dann soll er sich mal bei der EZB unter Trichet anschauen, wie das geht. Genau das hat sie nämlich im Mai 2010 gemacht, um weiter Griechen-Anleihen als Sicherheiten akzeptieren zu können, obwohl deren Rating nicht mehr erstklassig war.

  • an ZEITZEUGE

    endlich jemand der versteht was da läuft.

  • Diese "Chance" wurde bereits vertan, wenn die Chinesen Anlauf nehmen, sich mit ihren finanziellen Waffen das Krisenmanagement anzueignen, was anderes hat Herr Wen nicht mitgeteilt. Gleichzeitig hat er Merkel die "Statthalterschaft" angeboten und die relevanten Wirtschaftsbosse beruhigt. So hebelt man den Rest von Demokratie in Europa aus - auf chinesisch per Schlitzaugen-NWO von einer ganz anderen Seite! Das wird bestimmten Leuten in den USA und anderswo überhaupt nicht gefallen, sie scheinen "draußen" zu sein.

  • Nein, besser ist der Generalstreik bis zum Rücktritt vom Regierung und mit Auflösung des Parlamentes und Einrichtung eines "runden Tisches", der als Notregierung fungiert. Wir müssen auf eine sachbezogene Reaktion der griechischen Streitkräfte hoffen, die vor allem das Land vor einer Invasion schützen müssen (Achtung - auch die Türken nicht vergessen!) und ebenso dafür sorgen müssen, daß die jetzigen Systemträger und deren Seilschaften nicht entkommen und schadensadäquat abgeurteilt und angemessen bestraft werden. Es wrid interessant, wie viele Parlamentsabgeordnete samt Familien demnächst "stiften" gehen...

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