Schwaches Eigenkapital NordLB drückt bei der Suche nach Investoren aufs Tempo

Die Frist für vorläufige Angebote für die Landesbank endet. Der Einstieg privater Investoren würde das Schicksal einer NordLB-Tochter infrage stellen.
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Bei der Suche nach neuen Investoren will die Landesbank möglichst schnell konkrete Verhandlungen aufnehmen. Quelle: imago/Eckhard Stengel
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Bei der Suche nach neuen Investoren will die Landesbank möglichst schnell konkrete Verhandlungen aufnehmen.

(Foto: imago/Eckhard Stengel)

FrankfurtDie Zeit drängt für die NordLB. An diesem Montag läuft die Frist ab, bis zu der Interessenten für eine Beteiligung an der Hannoveraner Landesbank erste indikative, also vorläufige Angebote abgeben sollten.

In Finanzkreisen hieß es, dass die Eigentümer bereits in den kommenden Tagen eine Vorauswahl treffen und dann mit ernsthaften Interessenten konkrete Verhandlungen aufnehmen wollten. Als mögliche Bieter gelten nach wie vor Finanzinvestoren wie die US-Beteiligungsgesellschaften Cerberus und Apollo, aber auch die Landesbanken LBBW und Helaba. „Es gab einen regen Rücklauf an Interessenbekundungen“, sagte ein NordLB-Sprecher.

Insider hatten den Kapitalbedarf des Geldhauses zuletzt mit rund drei Milliarden Euro beziffert. Notleidende Schiffsdarlehen hatten der Bank 2016 einen Rekordverlust von knapp zwei Milliarden Euro eingebrockt. Das Land Niedersachsen hält knapp 60 Prozent an der NordLB, die Sparkassen gut 35 Prozent, Sachsen-Anhalt knapp sechs Prozent.

„Die Träger der NordLB arbeiten derzeit intensiv mit der Bank, um deren Eigenkapitalsituation zu stärken“, erklärte das niedersächsische Finanzministerium, das sich zu den möglichen Bietern nicht äußern wollte. Aktuell sondiere die NordLB den Markt, aber es gebe noch keine Entscheidung über das endgültige Konzept zur Neuaufstellung der Bank, betonte das Ministerium. „Dieses soll bis Ende des Jahres vorliegen.“

Beim Einstieg von Finanzinvestoren müsste die NordLB vermutlich in den Sicherungsfonds der privaten Banken wechseln. Das hatte bei der ersten Privatisierung einer Landesbank, der HSH Nordbank, zu monatelangen Debatten geführt. Außerdem würde sich beim Einstieg privater Investoren die Frage nach dem Schicksal der NordLB-Tochter Braunschweigische Landessparkasse stellen.

Im öffentlich-rechtlichen Sektor gibt es Überlegungen, die Tochter notfalls aus dem Konzern herauszulösen, um zu verhindern, dass sich Finanzinvestoren erstmals an einer deutschen Sparkasse beteiligen.

All diese Probleme sprechen für eine öffentlich-rechtliche Lösung unter Beteiligung der Landesbanken LBBW und Helaba. Allerdings heißt es in Finanzkreisen, dass zumindest die Stuttgarter LBBW das Thema mit sehr viel Vorsicht angehe.

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