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Schwedische Bank Swedbank kürzt nach Geldwäsche-Skandal die Dividende

Wegen drohender Geldstrafen will die Swedbank einen Kapitalpuffer aufbauen. Deshalb zahlt sie künftig nur noch 50 statt 75 Prozent des Gewinns an Aktionäre aus.
Update: 17.07.2019 - 12:29 Uhr Kommentieren
Nach einem früheren Medienbericht soll das schwedische Institut zwischen 2010 und 2016 über seine estnische Filiale bis zu 20 Milliarden Euro im Jahr an verdächtigen Zahlungen abgewickelt haben. Quelle: Reuters
Swedbank

Nach einem früheren Medienbericht soll das schwedische Institut zwischen 2010 und 2016 über seine estnische Filiale bis zu 20 Milliarden Euro im Jahr an verdächtigen Zahlungen abgewickelt haben.

(Foto: Reuters)

Stockholm Die schwedische Großbank Swedbank leidet unter Geldwäsche-Vorwürfen und will deshalb wegen drohender Geldstrafen einen finanziellen Sicherheitspuffer aufbauen. Das erklärte der kommissarische Swedbank-Chef Anders Karlsson, der die Leitung der Bank nach dem Rauswurf von Birgitte Bonnesen übernommen hat. „Wenn es eine Strafe gibt, werden wir sie bezahlen“, sagte Karlsson am Mittwoch bei der Präsentation der Halbjahresergebnisse in Stockholm. „Währungen und Zinsen haben sich in Bezug auf unseren Kapitalpuffer über eine längere Zeit negativ entwickelt.“

Deshalb sei es notwendig, die Dividendenpolicy zu verändern. Anstatt wie bisher 75 Prozent des Gewinns an die Aktionäre auszuzahlen, senkt die Swedbank diesen Anteil auf 50 Prozent. Der Schritt war von Analysten erwartet worden. „Wegen der Geldwäsche-Vorwürfe und eventueller Strafen ist das vernünftig und klug“, erklärte Frida Bratt vom Internetmakler Nordnet gegenüber der Zeitung „Svenska Dagbladet“.

Die Swedbank wird seit Februar dieses Jahres mit massiven Geldwäsche-Vorwürfen konfrontiert. In einer Fernsehdokumentation des öffentlich-rechtlichen Senders SVT wurde damals gezeigt, dass die Swedbank zwischen 2007 und 2015 über ihre Filialen in den baltischen Ländern insgesamt 40 Milliarden Kronen (3,8 Milliarden Euro) gewaschen hat.

Geheime Dokumente, die dem Fernsehsender vorliegen, deuten darauf hin, dass die Swedbank in dem Zeitraum zahlreiche Geldtransaktionen zusammen mit der in den größten europäischen Geldwäsche-Skandal verwickelten Danske Bank durchgeführt hat. Dänemarks größte Bank soll zwischen 2007 und 2015 über seine kleine Filiale in Estland Transaktionen von nicht in Estland lebenden Personen und Unternehmen mit einem Volumen von 200 Milliarden Euro durchgeführt haben. Die Auftraggeber der Transaktionen sollen aus Russland, Moldawien und Aserbaidschan stammen.

Gewinnrückgang um 11 Prozent

Im Fall der Swedbank waren die untersuchten Auftraggeber mindestens 50 Unternehmenskunden mit ein und derselben Adresse in Großbritannien. Mittlerweile ermitteln neben der schwedischen und estnischen Finanzaufsicht auch amerikanische Behörden gegen die Bank. Nicht zuletzt, weil viele Transaktionen in Dollar durchgeführt worden sind. Außerdem gehört der ehemalige und inzwischen zu einer Gefängnisstrafe verurteilte Berater von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, zu den Personen, die über die Swedbank verdächtige Zahlungen aus Osteuropa erhalten haben.

Besonders brisant kann es für die schwedische Bank werden, wenn sich bewahrheiten sollte, dass die Swedbank im vergangenen Jahr amerikanische Untersuchungsbehörden nicht wahrheitsgemäß über die Zahlungen an Manafort informiert hat. In diesem Fall können extrem hohe Geldstrafen auf das Bankhaus zukommen. Swedbank-Chef Karlsson sprach denn am Mittwoch auch von „einer sehr speziellen Situation“, in der sich die Bank befinde. Die Bank hat nach dem Rauswurf der früheren Chefin Bonnesen mehrfach eingeräumt, dass über die baltischen Filialen verdächtige Transaktionen durchgeführt wurden.

Die Swedbank ist die schwedische Bank, die sich nach der Unabhängigkeit der baltischen Länder von der damaligen Sowjetunion am stärksten in der Region etabliert hat. Die abgesetzte Chefin Bonnesen, die von 2011 bis 2014 verantwortlich für die Geschäfte im Baltikum war, hatte immer wieder beteuert, dass ihre Bank mit dem Geldwäsche-Skandal der Danske Bank nichts zu tun habe. Eine interne Untersuchung kam jedoch zu einem völlig anderen Ergebnis.

Im zweiten Quartal dieses Jahres betrug der Gewinn 5,34 Milliarden Kronen (507 Millionen Euro), ein Rückgang von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Der Zinsertrag stieg dagegen auf 6,6 (6,2) Milliarden Kronen. Karlsson sprach von „einem starken Quartal“. Auch Danske Bank-Analyst Andreas Håkansson bescheinigt der Bank einen „stabilen Quartalsbericht“. An der Börse waren Händler allerdings nicht so überzeugt: Der Kurs der Swedbank-Aktie fiel zwischenzeitlich um knapp sechs Prozent.

Mehr: Danske Bank, Nordea und Swedbank galten als Vorzeigeinstitute in Skandinavien. Nun leidet ihre Reputation unter Geldwäscheskandalen in den baltischen Ländern.

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