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Schwedische Großbank SEB sucht Käufer für deutsche Filialen

Die Zeichen für einen Verkauf des renditeschwachen Privatkundengeschäfts der SEB in Deutschland mehren sich. Insider sagten dem Handelsblatt, das Institut habe die US-Investmentbank Morgan Stanley beauftragt, den Markt zu sondieren.
SEB-Chefin Annika Falkengren will das Deutschlandgeschäft loswerden. Foto: ap Quelle: ap

SEB-Chefin Annika Falkengren will das Deutschlandgeschäft loswerden. Foto: ap

(Foto: ap)

ax/hst/hgn/rob FRANKFURT/STOCKHOLM. "Ob es zu einem Verkauf kommt oder nicht, soll Anfang kommenden Jahres feststehen", hieß es. Erstes Interesse komme aus Frankreich, Spanien und womöglich Deutschland. Noch sei aber keine Entscheidung gefallen. Auch einen offiziellen Prozess gebe es noch nicht.

Die SEB ist in Deutschland mit 174 Filialen und 3400 Mitarbeitern vertreten. Sie betreut rund eine Mio. Privatkunden. Die Eigenkapitalrendite lag dabei stets unter den Erwartungen. In den ersten neun Monaten 2008 erwirtschaftete das Deutschlandgeschäft - im Kern die vor acht Jahren übernommene BfG-Bank - gerade einmal einen Gewinn von 72 Mio. Euro.

SEB-Chefin Annika Falkengren hatte bereits 2006 der Tochter ein Ultimatum gestellt und mit dem Rückzug gedroht. Nun scheint der Geduldsfaden gerissen zu sein. Im vergangenen Jahr hatten sich die Schweden noch eher optimistisch geäußert. Zuletzt bot die SEB sogar um das Mittelstandsgeschäft der maroden Düsseldorfer IKB - ohne Erfolg. In Branchenkreisen hieß es gestern, ein Komplettrückzug aus Deutschland stehe nicht zur Debatte. Es gibt im Markt aber auch Stimmen, die an diesem Bekenntnis zweifeln.

Klar ist, dass ein Verkauf angesichts der seit anderthalb Jahren tobenden Finanzkrise mehr als schwer wird. "Das Timing wäre desaströs", sagte ein Investmentbanker. Praktisch alle großen Häuser sind bedingt durch die Turbulenzen, aber auch durch Zusammenschlüsse und Stellenstreichungen anderweitig beschäftigt. Synergien ließen sich aber nur heben, wenn bereits Geschäft hierzulande besteht.

Interessenten im frühen Stadium gebe es aus Frankreich, Spanien und womöglich auch Deutschland. Aber nur wenn sicher sei, dass es mehrere Bieter gebe, werde es zu einer Auktion kommen. Damit wird klar, dass sich die Schweden liebend gerne aus dem Retail-Banking zurückziehen würden - vorausgesetzt der Preis stimmt. SEB und Morgan Stanley lehnten eine Stellungnahme ab.

Die SEB ist in Deutschland mit 174 Filialen vertreten. 1 850 Mitarbeitern betreuen rund eine Million Privatkunden, insgesamt hat die deutsche SEB-Tochter mehr als 3 800 Beschäftigte. Die Aktivitäten gelten trotz mehrerer Umstrukturierungen als wenig profitabel. 2008 konnte die SEB hierzulande von Januar bis September lediglich einen Gewinn von 72 Mio. Euro verbuchen - fast ein Viertel weniger als im Vorjahr. Ein wesentlicher Grund hierfür ist das Privatkundengeschäft, dem es an kritischer Masse fehlt. Zum Vergleich: Das durch die Fusion von Commerzbank und Dresdner entstehende neue Institut verfügt über 13,7 Mio. Privatkunden. Aus der Größe resultieren gigantische Kostenvorteile.

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