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Schwedische Großbank Swedbank soll in den Geldwäscheskandal um die Danske Bank verwickelt sein

Der Skandal um dubiose Transaktionen des dänischen Kreditinstituts Danske Bank zieht weitere Kreise. Auch die schwedische Swedbank soll über baltische Filialen Schwarzgeld gewaschen haben.
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Das schwedische Geldhaus räumte ein, dass man einige auffällige Transaktionen in baltischen Filialen identifiziert habe. Quelle: Reuters
Zentrale der Swedbank in Vilnius

Das schwedische Geldhaus räumte ein, dass man einige auffällige Transaktionen in baltischen Filialen identifiziert habe.

(Foto: Reuters)

StockholmNach einem Bericht des schwedischen Fernsehsenders SVT ist mit Swedbank eine weitere skandinavische Bank in den Geldwäscheskandal um die dänische Danske Bank verwickelt. Das schwedische Geldhaus soll demnach über ihre Filialen in den baltischen Ländern insgesamt 40 Milliarden Kronen (3,8 Milliarden Euro) gewaschen haben.

Geheime Dokumente, die dem Fernsehsender vorliegen, deuten darauf hin, dass Swedbank in dem Zeitraum zahlreiche Geldtransaktionen mit der in den größten europäischen Geldwäscheskandal verwickelten Danske Bank durchgeführt hat. Auftraggeber waren mindestens 50 Unternehmenskunden mit ein und derselben Adresse in Großbritannien.

Außerdem tauchen in den Dokumenten mehrere Tausend Privatkunden mit Konten bei den baltischen Swedbank-Filialen auf, die in Steuerparadiesen wie den Britischen Jungferninseln und Belize gemeldet sind. Es habe „klare Anzeichen für Geldwäsche“ gegeben, heißt es in dem TV-Bericht.

Ein Sprecher von Swedbank räumte am Mittwoch ein, dass man einige auffällige Transaktionen identifiziert habe. Die Ermittlungsbehörden seien umgehend darüber informiert worden. Die Summe von 40 Milliarden Kronen sei der Bank aber nicht bekannt. „Wir fühlen uns sicher mit unserem System und den Prozessen, die Geldwäsche verhindern sollen“, erklärte der Sprecher.

Der Fernsehbericht, der erst am Mittwochabend ausgestrahlt wird, aber schon jetzt online verfügbar ist, stützt sich auf Dokumente, die dem Sender zugespielt worden sind. Aus den Dokumenten geht hervor, dass es zahlreiche finanzielle Transaktionen zwischen Danske Bank und den baltischen Swedbank-Filialen in Estland, Lettland und Litauen gegeben habe.

Der bislang größte Geldwäscheskandal in Europa war im vergangenen Jahr bekannt geworden. Dänemarks größte Bank, Danske Bank, soll zwischen 2007 und 2015 über seine kleine Filiale in Estland Transaktionen von nicht in Estland lebenden Personen und Unternehmen mit einem Volumen von 200 Milliarden Euro durchgeführt haben. Das hatte ein interner Untersuchungsbericht der Bank ergeben. Ein Großteil der Transaktionen gilt als „verdächtig“, wie es in dem Bericht heißt.

Die Auftraggeber der Transaktionen sollen aus Russland, Moldawien und Aserbaidschan stammen. Laut internem Untersuchungsbericht gibt es außerdem Verbindungen zu dem in russischer Haft unter mysteriösen Umständen verstorbenen Anwalt Sergei Magnitzky, der Verwicklungen der russischen Machtelite in Korruptionsgeschäfte vor mehreren Jahren öffentlich gemacht hatte.

Einer von Magnitzkys Mandanten, der Chef des US-Investmentfonds Hermitage Capital Management, Bill Browder, hat angekündigt, die Danske-Bank-Affäre zum Anlass zu nehmen, um erneut über Korruption der russischen Machtelite zu recherchieren. Browder war 2017 in Abwesenheit von einem russischen Gericht zu neun Jahren Straflager wegen Steuerhinterziehung verurteilt worden. Zuvor hatte er über zahlreiche Verwicklungen russischer Politiker und Geschäftsleute in Korruptionsaffären berichtet.

Der weitreichende Geldwäscheskandal hat Ermittler in mehreren Ländern, darunter die USA, Großbritannien, Estland und Dänemark auf den Plan gerufen. Sie untersuchen seit Monaten, inwieweit die nationalen Finanzaufsichtsbehörden in den baltischen Ländern und Dänemark bei ihren Kontrollen versagt haben. Außerdem nehmen sie die internen Kontrollsysteme bei der Danske Bank unter die Lupe.

Im Laufe der Ermittlungen ist auch die Deutsche Bank ins Visier der Behörden geraten. Die Deutsche Bank war bis 2015 die Korrespondenzbank der estnischen Filiale von Danske Bank und soll neben JPMorgan Chase und der Bank of America bei der Durchführung der illegalen Transaktionen geholfen haben.

Der Skandal hat bereits mehrere prominente Opfer gefordert. Unter anderem trat im vergangenen Herbst der Chef von Danske Bank zurück. Am Dienstag dieser Woche kündigte Danske Bank an, sich komplett aus den baltischen Ländern zurückzuziehen. Zuvor hatte die estnische Finanzaufsicht das Institut aufgefordert, seine estnische Filiale bis Ende des Jahres zu schließen. In Zukunft will sich die dänische Bank auf die nordeuropäischen Länder konzentrieren.

Mehr: Für die Deutsche Bank steigt der Druck aus den USA. Dort wollen Politiker wollen mögliche Verstrickungen in Geldwäscheaktivitäten ermitteln.

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