Schweizer Großbank Lohn von Credit-Suisse-Chef sinkt unter zehn Millionen Franken

Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam hat 2017 rund fünf Prozent weniger verdient als im Vorjahr. Allerdings kann er auf eine Gehaltserhöhung hoffen.
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Lohn von Credit-Suisse-Chef sinkt unter zehn Millionen Franken Quelle: Reuters
CEO Thiam

Für 2017 stiegen die konzernweiten Boni um drei Prozent auf 3,19 Milliarden Franken.

(Foto: Reuters)

ZürichTidjane Thiam bekommt für 2017 weniger Lohn, doch darben muss der Credit-Suisse-Chef deshalb nicht. Fixgehalt und Bonus sinken um fünf Prozent auf 9,7 Millionen Franken. Das geht aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht der zweitgrößten Schweizer Bank hervor. Nun will die Bank das System anpassen und stärker an der Entwicklung des Aktienkurses orientieren. In Zukunft könnte das Topmanagement der Bank damit sogar noch mehr verdienen.

Im vergangenen Jahr hatten viele Aktionäre Thiam übelgenommen, dass er trotz eines Milliardenverlusts der Bank im Jahr 2016 noch 10,2 Millionen Franken einstrich. Auf der Generalversammlung stimmten nur 58 Prozent der Anteilseigner für das Vergütungssystem. Nun verdient Thiam zwar etwas weniger. Aber noch immer zählt der Credit-Suisse-Chef zu den Top-Verdienern in der schweizerischen Konzernlandschaft, obwohl sein Haus zum dritten Jahr in Folge einen Verlust ausweist. Damit steht der französisch-ivorische Manager deutlich besser da als sein Kollege John Cryan von der Deutschen Bank. Deren Chefetage bekommt wegen der Verluste für 2017 keinen Bonus.

Der Vergütungsausschuss der Credit Suisse hat das System nun überarbeitet. Der Vorsitzende Kai Nargolwala soll dazu 26 Gespräche geführt und mit rund 40 Prozent der Aktionäre gesprochen haben. Im Vergütungsbericht verspricht Nargolwala ab dem laufenden Jahr mehr Transparenz und die Einführung einfacherer Messgrößen. So sollen die Boni des Managements stärker an die Aktienrenditen gekoppelt werden. Der Vergütungsausschuss erwartet, dass sich „die Vergütung für den CEO auf ein Niveau bewegt, das der erwarteten Verbesserung der Performance der Gruppe entspricht“. Im Klartext: Thiam kann auf ein höheres Gehalt hoffen.

Zwar nennt die Bank keine konkrete Zahl für das Salär, mit dem Thiam für das Jahr 2018 rechnen kann. Doch dürfte die Vergütung für den zwölfköpfigen Verwaltungsrat um 5,5 Prozent höher ausfallen, als die Vorschläge im Vorjahr ursprünglich vorgesehen hatten.

Im Geschäftsjahr 2017 hatten die Schweizer wegen der Steuerreform in den USA rund 2,3 Milliarden Franken abschreiben müssen. Wie auch andere Institute hatte die Bank nach der Finanzkrise Verluste angehäuft, die sie steuerlich zu ihren Gunsten geltend machen konnte. Durch die Senkung der Steuer wurde darauf eine Abschreibung fällig. Das zog die zweitgrößte Bank der Schweiz in die roten Zahlen. Unterm Strich stand ein Verlust von 983 Millionen Franken. Trotzdem kletterten die Boni für die gesamte Bank um drei Prozent auf 3,19 Milliarden Franken.

Aus dem Geschäftsbericht geht auch hervor, dass die Bank bei einer anderen Baustelle Fortschritte macht: Die Rückstellungen für offene Rechtsfälle sind im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Sie lagen zum Jahresende bei 749 Millionen Franken nach 3,84 Milliarden Franken per Ende 2016. Grund dafür war die Einigung mit dem US-Justizministerium im jahrelangen Streit nach den Verwerfungen am US-Immobilienmarkt.

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