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Schweizer Großbank Staatsfonds aus Singapur verkauft UBS-Anteile

Der Staatsfonds von Singapur trennt sich von einem Teil seiner UBS-Aktien. Das Institut hat die Schweizer Großbank über seinen geplanten Verkauf von bis zu 93 Millionen Aktien informiert.
Update: 16.05.2017 - 13:53 Uhr Kommentieren
Der Staatsfonds GIC plant 2,4 Prozent der Aktienanteile von UBS zu verkaufen. Quelle: Reuters
Schweizer Großbank UBS

Der Staatsfonds GIC plant 2,4 Prozent der Aktienanteile von UBS zu verkaufen.

(Foto: Reuters)

Zürich Bei der UBS bläst mit dem Staatsfonds von Singapur ein wichtiger Ankerinvestor zum Rückzug. Er verkaufte fast die Hälfte seiner Beteiligung und nahm dabei einen milliardenschweren Verlust in Kauf, wie der Fonds in der Nacht auf Dienstag mitteilte. Künftig hält Singapur 2,7 Prozent statt 5,1 Prozent der Aktien.

Das Anlagevehikel GIC war mitten in der Finanzkrise um den Jahreswechsel 2007/08 bei der Schweizer Großbank an Bord gekommen. Den Teilausstieg begründete der Fonds mit den seither veränderten Rahmenbedingungen. „Es macht nun Sinn für GIC, die Beteiligung an UBS zu verringern und diese Mittel anderswo einzusetzen“, erklärte GIC-Chef Lim Chow Kiat.

An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an: Die UBS-Aktie gab gut zwei Prozent nach. „Wenn ein Ankerinvestor, der die Firma gut kennt, aussteigt, dann sieht er vermutlich nicht mehr viel Aufwärtspotenzial für die Aktie, sonst hätte GIC die Position nicht mit einem Verlust verkauft“, sagte ZKB-Analyst José Javier Lodeiro. Der Staatsfonds platzierte die Titel bei institutionellen Investoren – etwa Versicherungen oder Pensionsfonds. Der Preis lag Insidern zufolge bei 16,10 Franken, der Erlös für die bis zu 93 Millionen Aktien summiert sich damit auf rund 1,5 Milliarden Franken.

Gute Banken, schlechte Banken
Frankfurt am Main: neben London wichtiger Finanzplatz
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Europas Banken stecken in der Krise. Doch ein genauer Blick auf die Kennzahlen zeigt: Das gilt nicht für alle Institute. Im Vergleich von Nettogewinn, Eigenkapitalrendite und Eigenkapitalquote schneiden einige Institute deutlich besser ab als andere.

Besonders interessant ist dabei das Verhältnis zwischen Kurs und Buchwert pro Aktie (KBV). Der Wert offenbart, inwieweit der Börsenwert einer Bank mit den Aktiva, also den Werten in den Büchern der Bank, übereinstimmt. Bis auf drei Banken liegt das KBV bei allen Geldhäusern unter 1, drastisch fällt dieser Wert bei der Deutschen Bank aus. Ein KBV unter 1 bedeutet, dass sich die Aktionäre entweder von einer Zerschlagung der Bank mehr Geld versprechen würden als von der Fortführung des Geschäfts, – oder, dass sie den Qualitäten der Bilanzen, also der verzeichneten Aktiva, nicht vertrauen. Im Folgenden werden die Kennzahlen für die wichtigsten europäischen Banken dargestellt, sortiert nach den Nettogewinnen im 2. Quartal 2017. Aktienkurse vom 3. August 2017

(Foto: dpa)
Platz 10: Commerzbank
2 von 12

Nettoverlust: 643 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: –3,1 Prozent

Eigenkapitalquote: 13 Prozent

KBV (Aktienkurs vom Stichtag/Buchwert pro Aktie): 0,50

(Quelle: Bloomberg)

(Foto: Reuters)
Platz 11: Barclays
3 von 12

Nettoverlust: 1.440 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: –4,6 Prozent

Eigenkapitalquote: 13,1 Prozent

KBV: 0,63

(Foto: Reuters)
Platz 7: RBS
4 von 12

Nettogewinn: 791 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 5,6 Prozent

Eigenkapitalquote: 14,8 Prozent

KBV: 0,66

(Foto: Reuters)
Platz 9: Credit Suisse
5 von 12

Nettogewinn: 280 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 4,4 Prozent

Eigenkapitalquote: 13,3 Prozent

KBV: 0,88

(Foto: Reuters)
Platz 8: Deutsche Bank
6 von 12

Nettogewinn: 447 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 3,2 Prozent

Eigenkapitalquote: 14,1 Prozent

KBV: 0,48

(Foto: dpa)
Platz 5: Société Générale
7 von 12

Nettogewinn: 1.058 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 9,5 Prozent

Eigenkapitalquote: 11,7 Prozent

KBV: 0,65

(Foto: Reuters)

Der Fonds war in der Finanzkrise nach Angaben von UBS mit insgesamt elf Milliarden Franken bei der Bank eingestiegen. Damals musste das Geldhaus massive Verluste im Zuge der Hypothekenkrise in den USA verdauen und benötigte dringend frisches Kapital. Seit dem Jahreswechsel 2007/2008 hat die UBS-Aktie knapp zwei Drittel an Wert verloren.

Neben der Schweizer Großbank hatte der Staatsfonds während der Finanzkrise auch in die US-Bank Citigroup investiert. Damit habe GIC Gewinne erzielt und bleibe Aktionär, erklärte der Fonds. Bereits 2009 hatte Singapur die Citi-Beteiligung auf weniger als fünf von über neun Prozent reduziert. GIC verwaltet die Reserven von Singapur und hat weltweit über hundert Milliarden Dollar investiert.

So gefährlich sind die größten Banken der Welt
Klasse 1 – UBS, Santander, Royal Bank of Scotland
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Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 17 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – das ist eine weniger als im Vorjahr. Diese Banken müssen ein Prozent mehr Kapital zusätzlich zu der erforderlichen Eigenkapitalquote vorhalten. Unter diesen für das System vergleichsweise nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich zum Beispiel die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, ING Bank, die Royal Bank of Scotland und Bank Morgan Stanley.

(Foto: ap)
Klasse 1 – Standard Chartered
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Welche Konsequenzen der Brexit für die britische Standard Chartered haben wird, ist noch nicht absehbar. Die Bank belegt wie im Vorjahr einen Platz in Klasse 1, die einen Kapitalaufschlag von einem Prozent voraussetzt.

(Foto: Reuters)
Neu in Klasse 1: Die Credit Suisse.
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Neu in der Klasse 1 ist die US-Bank Credit Suisse, die im Vorjahr noch mehr Kapital vorhalten musste. Jetzt beträgt dieser Zuschlag für das Schweizer Geldhaus nur noch ein Prozent. Sie hat aus Sicht der Regulierer an Relevanz verloren.

(Foto: Reuters)
Klasse 2 – Barclays
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James Staley, seit Dezember 2015 Chef der britischen Bank Barclays, konnte die Risikoeinstufung des Geldhauses reduzieren. Barclays gehört, wie auch 2016 schon, nur noch der Klasse zwei an. Dort ist ein Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent erforderlich.

(Foto: AFP)
Klasse 2 – Wells Fargo
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Wells Fargo spielt mit Barclays in einer Liga. Beide gehörten Klasse 2 an, was einen Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent bedeutet.

(Foto: AFP)
Klasse 2 – Goldman Sachs
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Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten.

(Foto: ap)
Klasse 2 – Industrial and Commercial Bank of China
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Für genauso systemrelevant halten die Regulierer die Industrial and Commercial Bank of China. Aufschlag auch hier: 1,5 Prozent.

(Foto: Reuters)

Negative Folgen für die UBS sind durch den Teilausstieg des Ankerinvestors laut ZKB-Analyst Lodeiro nicht zu erwarten: „Ich glaube nicht, dass sich der Gedanke auf andere Investoren überträgt, da der Entscheid auch von Portfolio-Überlegungen geprägt sein kann.“ Die größte Schweizer Bank hat nach ihrer Rettung den Umbau zu einem Vermögensverwalter vorangetrieben und das schwankungsanfällige Investmentbanking zurückgefahren.

Diesen Weg beschreiten nun auch Konkurrenten wie etwa die Credit Suisse oder die Deutsche Bank. Die UBS selbst bestätigte den Verkauf der Aktien durch GIC, wollte sich zu dem Schritt an sich jedoch nicht äußern.

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  • rtr
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