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Schweizer Großbank UBS-Skandal: Chinesische Medien fordern ein Exempel

Eine unglückliche Bemerkung über chinesische Schweine bringt einen Ökonomen der Großbank UBS in Bedrängnis. Jetzt fordern staatliche Medien Konsequenzen.
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Eine unglückliche Bemerkung über chinesische Schweine bringt einen Ökonomen der Großbank UBS in Bedrängnis. Quelle: Reuters
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Eine unglückliche Bemerkung über chinesische Schweine bringt einen Ökonomen der Großbank UBS in Bedrängnis.

(Foto: Reuters)

FrankfurtSchweine sollen Glück bringen – aber nicht für Paul Donovan. Flapsigen Aussagen zu einer Schweinekrankheit in China brachten den Ökonomen der Schweizer Großbank UBS in die Bredouille. Nun fordern chinesische Medien Konsequenzen für den UBS-Mitarbeiter. Dabei hatte das Institut Donovan zuvor bereits beurlaubt.

Donovan hatte am Mittwoch in einem Podcast über die Verbraucherpreise in China gesprochen. Die fielen höher aus, weil in dem Land derzeit eine Schweinekrankheit grassiert. „Spielt das eine Rolle? Es ist wichtig, wenn du ein chinesisches Schwein bist. Es ist wichtig, wenn man gerne Schweinefleisch in China ist“, sagte der Ökonom – und sorgte in dem Land für eine Welle der Empörung. Der Vorwurf: Mit den Schweinen habe Donovan die Chinesen gemeint.

In China verbreitet sich derzeit das afrikanische Schweinefieber. Es verbreitet sich weltweit, trifft China aber besonders hart: Nach offiziellen Angaben mussten deswegen bereits mehr als eine Million Schweine geschlachtet werden, inoffizielle Schätzungen gehen sogar von rund 100 Millionen toter Tiere aus. Die Zahlen lassen sich kaum überprüfen, weil die Behörden viele Informationen unter Verschluss halten. Donovan will mit seinen Aussagen nur die Schweine gemeint haben – doch viele chinesische Kommentatoren glauben, er habe sich damit auf die Menschen bezogen.

Zuerst griffen Online-Portale Donovans Äußerungen auf. Sie seien „geschmacklos und rassistisch“. Am Wochenende forderten dann auch Staatsmedien Konsequenzen: Die Zeitung „People’s daily“, ein Organ der Kommunistischen Partei, schrieb dem Fall eine wegweisende Bedeutung zu. „Ob Donovan entlassen wurde oder nicht, ist weiter unbekannt. Doch diejenigen, die das chinesische Volk beleidigen, müssen dafür zahlen“, kommentierte das Blatt laut der Agentur Reuters. „Ansonsten sind Rückfälle unvermeidlich, und Nachahmungstäter werden dazu verleitet, dasselbe zu tun.“

UBS hatte auf chinesische Kunden gehofft

Auch bei Geschäftspartnern der Bank kamen die Aussagen schlecht an: Die Wertpapierfirma Haitong Securities hatte ihre Geschäftsbeziehungen mit der UBS aufgekündigt. Die chinesische Vereinigung von Wertpapierfirmen in Hongkong forderte die Bank dazu auf, ihren Mitarbeiter zu entlassen. „Es ist erschreckend, dass so ein minderwertiges Research mit Wortspielen von der Compliance-Abteilung genehmigt wurde“, schrieb Hao Hong, der die Forschungs- und Strategieabteilung der chinesischen Wertpapierfirma Bocom International Securities leitet. Die UBS wolle in China schließlich Geld verdienen.

Tatsächlich verbindet die Großbank mit dem chinesischen Markt enorme Hoffnungen. Seit Jahren umgarnen die Schweizer die chinesischen Superreichen, um sie als Kunden für ihre Vermögensverwaltungsgeschäfte zu gewinnen. Die UBS hatte im vergangenen November die Genehmigung für eine Mehrheitsbeteiligung an einem chinesischen Wertpapierhändler erhalten – ein Erfolg für Bankchef Sergio Ermotti und seine Mannschaft, der nun bedroht sein könnte.

Denn Donovans Aussagen im Podcast könnten das Image der Schweizer Bank auch bei der chinesischen Bevölkerung beschädigen. Die UBS übt sich in Schadensbegrenzung: „Wir entschuldigen uns vorbehaltlos für jegliches Missverständnis, dass durch die harmlos gemeinten Kommentare entstand ist“, sagte ein Sprecher. 

Die Bank hat den Podcast aus dem Verkehr gezogen. Der Kommentar habe sich auf die Inflation und die chinesischen Konsumentenpreise bezogen. Ökonom Donovan wurde bis auf weiteres freigestellt:  „Wir haben Paul Donovan gebeten eine Auszeit zu nehmen, während wir diese Angelegenheit prüfen. Wir evaluieren ob weitere Schritte erforderlich sind.“

Mehr: Eine Bemerkung des UBS-Ökonomen Paul Donovan löst einen Shitstorm in China aus – es folgen Konsequenzen für die Bank und für Donovan persönlich.

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