Schweizer Großbank US-Steuerreform brockt Credit Suisse erneut Verlust ein

Die schweizerische Großbank hat im vergangenen Jahr fast eine Milliarde Franken Verlust gemacht. Doch es gibt einen Lichtblick.
Update: 14.02.2018 - 09:07 Uhr Kommentieren
Die Schweizer Bank erzielte im vergangenen Jahr 983 Millionen Franken Verlust. Quelle: Reuters
Credit Suisse

Die Schweizer Bank erzielte im vergangenen Jahr 983 Millionen Franken Verlust.

(Foto: Reuters)

ZürichDie Welt war vorgewarnt: Dass die Credit Suisse auch in diesem Jahr rote Zahlen schreiben würde, hatte Konzernchef Tidjane Thiam bereits im vergangenen Herbst vorhergesagt. Heute hat die Bank das Minus offiziell gemacht: Unterm Strich steht ein Verlust von 983 Millionen Franken. Zudem müssen Aktionäre mit einer niedrigeren Dividende auskommen. Immerhin gibt es einen Lichtblick: Das operative Geschäft lief relativ gut – und die jüngsten Turbulenzen an der Börse machen sich für die Bank bezahlt.

Wegen der Steuerreform von US-Präsident Donald Trump hatten die Schweizer rund 2,3 Milliarden Franken abschreiben müssen. Wie auch andere Institute hatte die Bank nach der Finanzkrise Verluste angehäuft, die sie steuerlich zu ihren Gunsten geltend machen konnte. Durch die Senkung der Steuer wurde darauf eine Abschreibung fällig. Das zog die zweitgrößte Bank der Schweiz in die roten Zahlen.

Unter der größten Steuerreform in den USA seit drei Jahrzehnten leiden alle dort aktiven Banken, so auch die Deutsche Bank. Langfristig werden die Institute aber von der sinkenden Steuerquote profitieren. So hatten JP Morgan, Morgan Stanley, die Citigroup und Goldman Sachs teils Milliarden wegen dieses Effekts verloren, allerdings blieb ihnen unter dem Strich immer noch ein satter Gewinn.

Operativ lief das Geschäft aber etwas besser als erwartet. Vor Steuern verdiente die Credit Suisse vor Steuern knapp 1,8 Milliarden Franken – im Vorjahr stand hier noch ein Minus von 2,3 Milliarden Franken. Vor allem die Schweizer Universalbank und die internationale Vermögensverwaltung entwickelten sich erfreulich.

So konnte Konzernchef Tidjane Thiam dem Jahr 2017 trotz des Milliardenverlusts etwas Gutes abgewinnen: Die Ergebnisse belegten „die positiven Auswirkungen der Restrukturierung auf die Geschäftsentwicklung der Gruppe“, lässt Thiam sich zitieren. So kam die Bank bei den Kosteneinsparungen voran. Und auch das verwaltete Vermögen kletterte um 13 Prozent auf 772 Milliarden Franken – ein neuer Rekordwert.

Die Aktionäre sollen sich dabei mit einer geringeren Dividende zufriedengeben: Gerademal 20 Rappen will die Bank ausschütten – nach 70 Rappen im Vorjahr. Die Bank hatte bereits angekündigt, ihre Dividendenpolitik zu ändern. Trotzdem liegt die Dividende etwas niedriger als vom Markt erwartet.

Ein Lichtblick bleibt: Nach Angaben der Credit Suisse lässt sich das neue Jahr gut an. So hätten die Erträge in den Handelssparten in den ersten sechs Wochen 2018 kräftig zugelegt. Die Credit Suisse warnt aber vor zu viel Optimismus: „Angesichts der erhöhten Volatilität schätzen wir die kurzfristigen Aussichten vorsichtig ein“.

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