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Schweizer Privatbank Julius Bär präsentiert gemischte Bilanz: Für neuen CEO bleibt viel zu tun

Zum letzten Mal präsentiert Bernhard Hodler als Chef der Privatbank Julius Bär die Ergebnisse des Instituts. Ihm folgt ein Mann, der bisher kaum im Scheinwerferlicht gestanden hat.
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Im ersten Halbjahr 2019 wurde das selbstgesteckte Ziel nicht erreicht. Quelle: Reuters
Niederlassung von Julius Bär in Zürich

Im ersten Halbjahr 2019 wurde das selbstgesteckte Ziel nicht erreicht.

(Foto: Reuters)

Zürich Bernhard Hodler tritt ein paar Sekunden zu früh ans Pult, bei seinem letzten Auftritt als Chef der Schweizer Bank Julius Bär ist er überpünktlich: „Das sind die letzten Ergebnisse, die ich ihnen als CEO vorstelle“, sagt Hodler. „Deshalb bin ich zufrieden, Ihnen starke Zahlen präsentieren zu dürfen.“ 

Von den Fragen der Analysten und Journalisten lässt sich der Julius-Bär-Chef bei der Präsentation der Halbjahreszahlen an diesem Montag nicht aus der Ruhe bringen. Er übergebe die Bank nicht nur in einer guten Fassung, sondern auch in gute Hände, sagt Hodler.

Tatsächlich aber hinterlässt der Schweizer Manager nach anderthalb Jahren an der Spitze der Bank eine gemischte Bilanz. Für seinen Nachfolger Philipp Rickenbacher. der im September antritt, bleibt einiges zu tun.

Das lässt sich nicht nur an den jüngsten Zahlen der Schweizer ablesen, die Licht und Schatten offenbaren. Bär konnte die verwalteten Vermögen zwar auf 412 Milliarden Franken ausbauen, doch der bereinigte Gewinn ging nach dem starken Jahr 2018 um 19 Prozent auf 391 Millionen Franken zurück.

Außerdem konnte Bär zwar 6,2 Milliarden Franken an neuem Geld bei Kunden einsammeln, das selbstgesteckte Ziel von einem Plus von vier bis sechs Prozent hat die Bank jedoch verfehlt. Vor allem die italienische Tochterfirma Kairos erwies sich als Belastung. Für sie prüft Bär einen Verkauf oder Partnerschaften.

Auch die Sünden der Vergangenheit hat Hodler nicht vollständig bewältigt. Unter seinem Vorgänger Boris Collardi war Julius Bär jahrelang fulminant gewachsen. Der Name Bär tauchte immer wieder im Zusammenhang mit Geldwäscheskandalen auf, vom venezolanischen Ölkonzern PDVSA bis zum Weltfußballverband Fifa. Die Finanzaufsicht Finma leitete eine Untersuchung ein.

Seit Ende 2017 leitet der Manager die Privatbank, im September verlässt er das Haus. Quelle: Bloomberg
Bernhard Hodler

Seit Ende 2017 leitet der Manager die Privatbank, im September verlässt er das Haus.

(Foto: Bloomberg)

Nach seinem Antritt fokussierte Hodler das Geschäft auf eine Reihe von Kernmärkten und setzte auf Sparmaßnahmen. Zudem ließ er die Kundendatei der Bank systematisch durchleuchten. Dabei stieß man im Bär-Hauptquartier in der Zürcher Bahnhofstrasse auf weitere Kunden, von denen man sich lieber trennte.

Die genauen Geldabflüsse wollte Hodler zwar nicht beziffern, doch handele es sich um eine Zahl im „niedrigen einstelligen Milliarden-Bereich“. Die Überprüfung der Kunden sei noch nicht ganz abgeschlossen, sagte Hodler.

Weiterer Ärger droht Bär von der britischen Aufsichtsbehörde FCA. Sie überprüfe die Einhaltung „bestimmter Geschäftsprinzipen und zugrundeliegender Vorschriften“, heißt es im Bär-Halbjahresbericht. Die Untersuchung laufe noch. „Es geht um einen Altfall aus dem Jahr 2013, über den wir kürzlich mehr Klarheit erlangt haben“, sagte Hodler. Es drohe eine mögliche Strafzahlung. Mehr könnte man derzeit nicht verraten.

Ein wirklicher Neuanfang für die Bank war die Ära Hodlers ohnehin nicht: Der Manager stammte aus den Reihen der Bank, als Risikochef hatte er jahrelang unter Boris Collardi gearbeitet. 

Schon bei Hodlers Berufung im November 2017 erklärte der Verwaltungsrat, man habe einen „Evaluierungsprozess“ für die langfristige Führung der Bank eingeleitet. Spätestens seit dem Antritt des neuen Verwaltungsratschefs Romeo Lacher galt Hodler in Zürich als Manager auf Abruf. Lacher hatte erklärt, bei Bär alles auf den Prüfstand zu stellen – und meinte damit offenbar auch den CEO.

Im September übernimmt nun Philipp Rickenbacher die Führung der Bank. Der Manager, der bislang selten im Scheinwerferlicht stand, hat keinen leichten Job: Er soll auf dem umkämpften Vermögensverwaltungsmarkt für mehr Wachstum sorgen, ohne dabei übermäßige Risiken einzugehen. „Ich werde ihm helfen, einen sehr guten Start in seine neue Rolle zu haben“, versprach Hodler. Über seine eigene Zukunft wolle er erst danach entscheiden.

Mehr: Warum es bei Vermögensverwaltern auf die Größe ankommt – und deshalb Fusionen wahrscheinlich sind.

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