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Schweizer Privatbank zeigt Schwächen in ihrem Kerngeschäft mit Privatkunden Julius Bär sucht nach vermögenden Deutschen

Das Züricher Bankhaus Julius Bär hat vor allem ein Problem: Die renommierte Adresse schneidet in der Kerndisziplin der Schweizer Banken, der Betreuung vermögender Privatkunden schlechter ab als die Konkurrenz.

oli ZÜRICH. Die Bank, die am Freitag ihre Halbjahreszahlen bekannt gegeben hat, steigerte zwar das Kundenvermögen, das sie betreut, um elf Prozent auf 151 Mrd. Schweizer Franken (100 Mrd. Euro). Doch hinter dieser Zunahme verbirgt sich eine enttäuschende Entwicklung im Geschäft mit vermögenden Privatkunden.

Das betreute Privatvermögen nahm um sechs Mrd. Franken ab. Das hohe Minus liegt zum einen daran, dass Julius Bär den Privat-Banking-Bereich in den USA an die UBS verkauft hat. In dem Rückgang steckt aber auch eine Summe von gut 500 Mill. Franken, die Kunden abgezogen haben. Ob darin der Rückzug der Familie Bär seinen Ausdruck findet, die ihr eigenes Geld nicht mehr in der ehemals eigenen Bank anlegt, wollte der scheidende Chef des Bankhauses, Walter Knabenhans, nicht kommentieren.

Knabenhans wird Ende des Jahres seinen Platz zu Gunsten von Alex Widmer räumen, der bislang bei der Credit Suisse Privatkunden betreute. Widmer dürfte sich dann vor allem um das Privatkundengeschäft bemühen. Knabenhans hat die Messlatte für seinen Nachfolger hoch gelegt. In spätestens fünf Jahren müsste sich eine Vermehrung des betreuten Privatkundenvermögens von derzeit 60 auf 100 Mrd. Franken erreichen lassen, gibt er als Ziel aus. Dies soll einerseits durch organisches Wachstum gelingen, wie es die Bank derzeit vor allem in Deutschland anstrebt. Hier hat sie ihre Banklizenz aktiviert und wird nun neben einer Niederlassung in Frankfurt auch in Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg und später in München mit eigenen Filialen aktiv. Rund 50 Mitarbeiter schickt Bär dazu nach Deutschland.

Zudem setzt die Bank auf Zukäufe. Vor allem in der Schweiz gehe man auf Suche, kündigte Knabenhans an. „Bär wird damit gleichzeitig zum Käufer und zum möglichen Kaufobjekt“, sagt Christoph Ritschard, Analyst der Zürcher Kantonalbank. Er spielt darauf an, dass der Rückzug der Familie, die nur noch 6,2 Prozent der Aktien hält, Käufern den Zugriff erleichtert. Interessant ist das Bankhaus allemal: Es erzielte im ersten Halbjahr mit 130 Mill. Franken 15 Prozent mehr Reingewinn.

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