Serie „Decentralized Finance“ (7): Stablecoins sind das Schmiermittel der DeFi-Welt
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Denver/Frankfurt. Es sind Zahlen, die eine deutliche Sprache sprechen. Am Donnerstag hat das New Yorker Blockchain-Analysehaus Chainalysis, das inzwischen selbst mit vier Milliarden Euro bewertet wird, seinen neuesten Vergleich der verschiedenen Bereiche der Kryptowelt veröffentlicht. Und dieser zeigt plastisch, dass vor allem eine Gruppe von Kryptowährungen dem Urvater Bitcoin längst den Rang abgelaufen hat: Stablecoins.
Unter diesem Begriff werden Kryptowährungen verstanden, die eins zu eins an einen Basiswert gekoppelt und damit diesem gegenüber wertstabil sind. Meist ist das eine nationale Währung: der US-Dollar. Der Basiswert kann jedoch auch einen ganzen Korb an Währungen oder auch an anderen Assets umfassen, darunter Staatsanleihen und Rohstoffe wie Gold.
Für das erste Quartal 2021 hatten laut Chainalysis folgende Krypto-Assets das höchste Handelsvolumen. Zusammengenommen machen diese vier Kategorien den Großteil der Transaktionen aus:
- Stablecoins mit einem Transaktionsvolumen von 869 Milliarden Dollar,
- Ethereum mit 840 Milliarden Dollar,
- Wrapped Ether, eine virtuelle Münze mit dem gleichen Wert wie Ethereum, mit 635 Milliarden Dollar
- sowie die Urwährung Bitcoin mit 623 Milliarden Dollar.
Wrapped Ether findet häufig auf DeFi-Plattformen Verwendung, also im Bereich des „Decentralized Finance“, des neuen, auf Krypto-Anwendungen beruhenden dezentralen Finanzsystems, das etwa den automatisierten Verleih digitaler Münzen möglich macht. DeFi kommt ohne zentrale Instanzen wie Banken und Börsen aus und ist damit sehr nah an der ursprünglichen Vision von Kryptowährungen.