Service für Banker „Nein“ sagen verboten

Was tun Banken und Fondsgesellschaften alles, um ihren Kunden zu gefallen? Die Antwort kennt die Londoner Ten Group. Welche Wünsche das Concierge-Unternehmen seinen Kunden aus der Finanzwelt erfüllt.
Der CEO der Ten Group, Alex Cheatle, weiß, was Banker wollen. Quelle: Ten Group
Alex Cheatle

Der CEO der Ten Group, Alex Cheatle, weiß, was Banker wollen.

(Foto: Ten Group)

LondonDie Vorgaben waren recht anspruchsvoll. Es sollte eine möglichst imposante Gruppe von Menschen sein, die den Mann am Flughafen in London Heathrow begrüßt. Sie sollten kreischen, stampfen und jubeln - kurzum: dem Ankommenden einen Empfang wie einem erfolgreichen Rockstar bereiten.

Dies war einer der ungewöhnlicheren Wünsche, die die Londoner Ten Group zuletzt erfüllen musste. „Ein Fondsmanager wollte damit einem seiner größten Investoren eine Freude bereiten“, erzählt Alex Cheatle, Chef des Unternehmens.

Die Ten Group zählt zu der wachsenden Zahl der Dienstleister, die die Reichen dieser Welt umsorgen und unterhalten - darunter zahlreiche Banker, Vermögensverwalter und ihre Kunden. Solche Firmen vermitteln Handwerker und Hausangestellte, kümmern sich um Auto-, Flugzeug- und Hauskauf. Und eines versuchen sie nach Möglichkeit zu vermeiden: Auf die Anfrage eines Kunden mit „Nein“ zu antworten.

Die Ten Group betreibt den Concierge-Service für Geldhäuser wie Barclays, Citigroup und UBS, die ihrer besonders zahlungskräftigen Klientel den Zugang zu den Diensten der modernen Butler verschaffen – als Teil ihres Kundenbindungsprogramms.

Die fallenden Messer des Aktienmarkts

INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006231004
Börse
FSE

-0,32 -1,57%
+20,04€
Chart von INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Flop 20: Infineon
1 von 20

Der deutsche Chipbauer hat nach jahrelanger Talfahrt wieder den Weg nach oben gefunden. Doch im Sommer musste Infineon eine Schwächephase hinnehmen. Über 14 Prozent gaben die Papiere in den vergangenen drei Monaten nach. Damit verloren die Aktien einen Großteil ihres Gewinns des laufenden Jahres. Seit dem 1. Januar liegen die Papiere nur noch 10,5 Prozent im Plus.

Kursentwicklung (drei Monate): - 14,3 Prozent

COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CBK1001
Börse
FSE

+0,08 +0,86%
+9,56€
Chart von COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Flop 19: Commerzbank
2 von 20

Das Polen-Geschäft macht der Commerzbank Sorgen. Auf die polnische Tochter mBank könnten im Zusammenhang mit Fremdwährungskrediten erhebliche Kosten zukommen. Einem Bericht der Zeitung „Dziennik Gazeta Prawna“ zufolge will Polens Staatspräsident Andrzej Duda nach den Parlamentswahlen den Abgeordneten ein Gesetz zur Umwandlung von Fremdwährungskrediten vorlegen. Insgesamt könnte den Geldhäusern, die Fremdwährungskredite vergeben haben, Wechselkursverluste im Volumen von umgerechnet 5,2 Milliarden Euro aufgebrummt werden.

Kursentwicklung: - 15,5 Prozent

LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005470405
Börse
L&S

+0,76 +1,14%
+66,50€
Chart von LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Flop 18: Lanxess
3 von 20

Das Dax-Abenteuer ist nach gerade einmal drei Jahren schon wieder vorbei. Der Spezialchemiekonzern Lanxess wurde im September wieder in den MDax degradiert. Für Lanxess kam der Immobilienkonzern Vonovia in den Dax. Für Belastung sorgen konjunkturelle Störfeuer in China und den Schwellenländern. Seine Ziele will Lanxess im laufenden Jahr dennoch erfüllen.

Kursentwicklung: - 16,0 Prozent

Syngenta

WKN
ISIN
CH0011037469
Börse
n. a.

Chart von Syngenta
Flop 17: Syngenta
4 von 20

Das Management des weltgrößten Herstellers von Pflanzenschutzmitteln steht nach der geplatzten Übernahme durch Monsanto stark unter Druck. Der Saatgut- und Genpflanzen-Hersteller aus St. Louis wollte 470 Franken je Aktie oder insgesamt mehr als 40 Milliarden Dollar auf den Tisch legen, war damit bei der Syngenta-Spitze aber abgeblitzt und hatte nach monatelangem Gezerre schließlich das Handtuch geworfen. Das Schweizer Unternehmen will unter anderem mit der Veräußerung von Geschäften und einem milliardenschweren Aktienrückkauf die Gunst der Anleger zurückgewinnen – bisher ohne großen Erfolg.

Kursentwicklung: - 16,7 Prozent

BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BASF111
Börse
FSE

+0,75 +0,93%
0,00€
Chart von BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Flop 16: BASF
5 von 20

Die BASF-Tochter Wintershall hat mit dem russischen Gas-Riesen Gazprom einen Milliardendeal abgeschlossen. Geholfen hat es den Aktien von BASF jedoch nicht. In den vergangenen drei Monaten rauschten die Papiere fast 18 Prozent ins Minus. Die Kasseler BASF-Tochter Wintershall wird ihre Beteiligung an dem bislang gemeinsam betriebenen Gashandels- und Gasspeichergeschäft wie ursprünglich geplant vollständig an die Russen abgeben. Im Gegenzug soll BASF mehr Anteile an großen Erdgasfeldern in Sibirien erhalten.

Kursentwicklung: - 17,7 Prozent

LINDE AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006483001
Börse
FSE

+2,90 +1,63%
+180,20€
Chart von LINDE AG INHABER-AKTIEN O.N.
Flop 15: Linde
6 von 20

Die Privatbank Hauck & Aufhäuser hat die Einstufung für Linde nach einer Investorenveranstaltung auf „buy“ mit einem Kursziel von 224 Euro belassen. Der Hersteller von Industriegasen und Anlagen sei gut positioniert, um von globalen Wachstumstrends in den Industrie- und den Schwellenländern zu profitieren, schrieb Analyst Nils-Peter Gehrmann in einer Studie. Dennoch ist Vorsicht geboten, denn de Branche ist laut NordLB-Analyst Thorsten Strauß von erhebliche Umwälzungen geprägt.

Kursentwicklung: - 18,1 Prozent

RENAULT S.A. ACTIONS PORT. EO 3,81

WKN
ISIN
FR0000131906
Börse
L&S

-1,98 -2,53%
+76,56€
Chart von RENAULT S.A. ACTIONS PORT. EO 3,81
Flop 14: Renault
7 von 20

Die Konjunkturschwäche in China bereitet vielen Autobauern Sorgen. Der Chef des französischen Autokonzerns Renault hingegen zeigt sich davon weitestgehend unbeeindruckt. „Wenn es einen Autobauer gibt, dem die Situation in China keine Sorgen bereitet, dann sind wir es“, sagte Konzernchef Carlos Ghosn der Sonntagszeitung „Journal du Dimanche“. Die Anleger scheinen anderer Meinung zu sein. In den Sommermonaten rutschten die Renault-Aktien deutlich ins Minus.

Kursentwicklung: - 18,4 Prozent

Erster Kunde einer neuen Online-Plattform ist die britische Privatbank Coutts, die auch Teile des Vermögens der Queen verwaltet und der quasi verstaatlichten Royal Bank of Scotland gehört. Wer dort monatlich mindestens 20.000 Pfund (umgerechnet 27.000 Euro) ausgibt und damit die exklusivste Coutts-Kreditkarte, die sogenannte „Silk Card“, besitzt, kann auf die Wunscherfüller zurückgreifen.

Branchenkreisen zufolge sind es viele Investmentbanker, die die nobelste Coutts-Kreditkarte haben und jetzt Zugang zu dem Online-Concierge bekommen. „Sie reisen viel, ihre Zeit ist knapp und sie arbeiten zudem in einem Umfeld, wo bestimmte Luxusprodukte und Statussymbole gang und gäbe sind“, erzählt Ten-Group-Chef Cheatle.

Der häufigste Wunsch aus der Finanzbranche: die Bitte nach einer Tischreservierung im gefragtesten Edelrestaurant der Stadt. „Und dann sollte es nicht irgendein Tisch sein, sondern der mit der besten Aussicht oder in der ungestörtesten Ecke“, so Cheatle.

Der Chef der Ten Group hat dabei neue Gegenspieler: „Wir konkurrieren mit Smartphone-Apps.“ Seine Mitarbeiter müssten daher die eher klassischen Wünsche der Kunden schneller und unkomplizierter als eine App erledigen. Und sich nebenbei um die etwas kurioseren Begehren kümmern – etwa einen Elefanten zu besorgen, der eine Braut zu ihrer Hochzeitsfeier bringt.

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