Signal Iduna BVB-Sponsor sonnt sich im Vereinserfolg

Der Versicherer Signal Iduna hält die Namensrechte am Stadion von Borussia Dortmund und profitiert zumindest durch eine höhere Bekanntheit vom Vereinserfolg. Die Flut-Folgen könnten die Bilanz aber beeinträchtigen.
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Liegestuhl im Signal-Iduna-Park. Quelle: dpa

Liegestuhl im Signal-Iduna-Park.

(Foto: dpa)

DortmundWenn Reinhold Schulte aus dem Bürofenster blickt, sieht der Chef des Versicherungskonzerns Signal Iduna etliche gelbe Pfeiler, die aus einer Grünanlage herausragen. Fast in Rufweite der Firma liegt das Stadion von Borussia Dortmund (BVB). Schulte ist ein leidenschaftlicher Fan des Clubs mit den Vereinsfarben schwarz-gelb und sitzt bei vielen Heimspielen auf der Ehrentribüne. Nicht nur das: Sein Arbeitgeber ist auch ein großer Sponsor des Vereins.

Da ist wohl zu erwarten, dass man ihn nach seinem altersbedingten Rückzug von der Firmenspitze auch künftig noch öfter im Stadion sieht? „Sie meinen den Signal-Iduna-Park!“, mahnt Schulte. Es ist einer seiner letzten großen öffentlichen Auftritte. Denn im Januar ist er 65 Jahre alt geworden – nach 16 Jahren als Vorstandschef gibt er den an Finanzvorstand Ulrich Leitermann weiter.

Das geht auch deshalb gut, weil der BVB gut dasteht. Es sei durch den Erfolg des Vereins gelungen, auch als Unternehmen überregional viel bekannter zu werden. Die Markenbekanntschaft habe deutlich zugenommen. Und das ist wichtig für einen Versicherer. Denn wenn der Vertreter nicht mehr viel erklären muss und man sofort über Fußball reden kann, wird auch das Verkaufen hinterher oft leichter.

Etwas Kopfschmerzen bereitet dem Versicherer allerdings das Hochwasser in weiten Teilen Deutschlands. Das Unternehmen rechnet mit einem Schaden von 50 Millionen Euro bei den eigenen Versicherern, das wäre mehr als beim Hochwasser 2002.

In den Zahlen der Gruppe spiegelt sich das positivere Image rund um die Marke Signal Iduna bisher nur bedingt wider. So stiegen die Einnahmen im vergangenen Jahr nur leicht auf 5,5 Milliarden Euro. Besonders gut entwickeln sich derzeit die beiden privaten Krankenversicherer der Gruppe, die Signal und der Deutsche Ring. Im Gegensatz zu manchem Konkurrenten seien die Beiträge für die Versicherten in den vergangenen Jahren eher moderat gestiegen: um 2,1 und 2,7 Prozent pro Jahr in fünf Jahren. Das sei weniger als die jährliche Steigerung der Gesundheitskosten und auch weniger als der Beitragsanstieg in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), verkündete der Versicherer stolz.

Nicht nur das: Auch die Kapitalanlagen werfen mehr ab als anderswo. Mit dem Ergebnis, dass die Nettoverzinsung der beiden Krankenversicherer erneut über vier Prozent im vergangenen Jahr lag: 4,2 Prozent bei der Signal und 4,4 Prozent beim Deutschen Ring. Das liegt deutlich über dem wichtigen Rechnungszins in der PKV von 3,5 Prozent.

Langfristige Kapitalanlage hilft

Reinhold Schulte, Vorstandschef der Signal Iduna, geht in Ruhestand. Quelle: dpa

Reinhold Schulte, Vorstandschef der Signal Iduna, geht in Ruhestand.

(Foto: dpa)

Im Gegensatz zu 18 Konkurrenten haben die beiden Signal-Iduna-Unternehmen daher keine Probleme mit dem PKV-Leitzins. Dieser ähnelt dem Garantiezins in der Lebensversicherung, kann aber verändert werden. Wenn die privaten Krankenversicherer ihre Kapitalanlagen nicht mit mindestens 3,5 Prozent verzinsen, müssen sie die Beiträge für ihre Kunden erhöhen.

Das Management der Signal Iduna hat sich in den vergangenen Jahr sehr stark langfristig gebunden in der Kapitalanlage. Mit der Folge, dass selbst im Neugeschäft zuletzt noch eine Verzinsung von knapp vier Prozent im Durchschnitt drin war, wie das Management erläuterte. Davon profitieren aktuell auch die Kunden in der Lebensversicherung. Wer zum Beispiel noch einen alten Vertrag mit einem Garantiezins von vier Prozent hat, muss bei Signal Iduna noch nicht fürchten, dass ihm Leistungen gekürzt werden. Ob das so bleibt, hängt allerdings auch davon ab, wie lange die Zinsen am Kapitalmarkt so extrem niedrig bleiben.

Schulte verkündete in Dortmund stolz, dass das Gesamtergebnis der Gruppe um mehr als 70 Millionen Euro auf 818,78 Millionen Euro gestiegen ist. Davon gingen fast 700 Millionen Euro an Kunden. Das ist möglich, weil die Gruppe als Versicherungsverein organisiert ist und keine Aktionäre bedienen muss. Überschüsse kommen am Ende den Kunden zugute. Der Jahresüberschuss ist dagegen mit gut 61 Millionen Euro vergleichsweise gering.

„Das Haus ist gut bestellt“, stellte Schulte zusammenfassend fest. Er hatte im Juli 1997 den Vorstandsvorsitz bei den damaligen Signal Versicherungen übernommen. Die Hamburger Iduna kam 1999 hinzu. Es folgten lange Jahre mit einer manchmal schwierigen Integration der beiden Gesellschaften. Nach 16 Jahren als Versicherungschef übergibt Schulte nun Ende des Monats den Vorstandsvorsitz an seinen Kollegen Ulrich Leitermann, den bisherigen Finanzvorstand.

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