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Sitzung des Verwaltungsrates UBS-Chef Grübel stellt die Vertrauensfrage

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Geschäfte erregten früh Verdacht

Zunächst soll Adoboli als Gegenpartei seiner fiktiven Absicherungen andere Teile des UBS-Konzerns eingesetzt haben. Weil es sich um interne Geschäfte handelte, war keine formale Bestätigung notwendig.

Allerdings erregten diese Geschäfte bereits im Juli einen ersten Verdacht bei der UBS. Zu diesem Zeitpunkt soll Adoboli begonnen haben, Indexfonds zum Verschleiern seiner Risiken zu nutzen. Aus seiner Zeit in der Abwicklung wusste er, dass einige europäische Banken ETF-Deals nicht beim Abschluss formal bestätigen, sondern erst bei der Abrechnung. Dazwischen können Monate liegen.

Weil Adoboli die Banken als Gegenpartei für seine simulierten Geschäfte einsetzte, erregten die fehlenden Bestätigungen zunächst keinen Verdacht. Erst als der Termin für die Abrechnung der ETFs näher rückte und die Fragen der Vorgesetzten drängender wurden, flogen die illegalen Wetten auf.

Wie die UBS ihr Image verzockte
Former German central bank chief Weber looks on after he was relieved of his duties at Bellevue castle in Berlin
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Er soll es richten: Axel Weber, der designierte Präsident des Verwaltungsrates der UBS. Der Ex-Bundesbank-Chef hat viel zu tun. Da sind zunächst die Probleme mit der Justiz: Die britische und Schweizerische Finanzaufsicht befinden derzeit über die „Angemessenheit der Kontrollmechanismen“. Zudem prüft nun auch die Schweizer Wettbewerbsaufsicht, ob UBS und andere Großbanken den Libor-Zinssatz manipuliert haben. Die britische und US-Aufsicht ermitteln hier bereits.

(Foto: Reuters)
UBS trader Kweku Adoboli arrives at City of London magistrates' court in London
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Und dazu kommt auch noch der Prozess um Kweku Adoboli:Der ehemalige Händler der UBS bekannte sich vor einem Gericht im Londoner Süden weder des Betrugs für schuldig, noch der Urkundenfälschung, noch der anderen Tatbestände, die ihm zu Last gelegt werden. Im September 2011 war der 31-jährige Brite mit ghanaischen Wurzeln verhaftet worden. Er soll sich mit unerlaubten Wertpapiergeschäften verspekuliert und seinen ehemaligen Arbeitgeber mit diesen betrügerischen Geschäften um 2,3 Milliarden Dollar gebracht haben. Das stürzte die ohnehin schon angeschlagene Bank noch tiefer in die Krise.

(Foto: Reuters)
Swiss bank UBS CEO Ermotti attends a news conference in Zurich
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Von großem Interesse ist vor allem, wie Weber mit dem neuen CEO Sergio Ermotti harmonieren wird. Ermotti selbst betont stets, dass er ein gutes Verhältnis zu Weber habe. Ermotti hatte im November die neue Strategie vorgestellt: „Ein richtiges Geschäftsmodell kann ich noch nicht erkennen“, monierten aber viele Analysten. Unter anderem ist ein Personalabbau von derzeit knapp 18 000 auf rund 16 000 Stellen geplant. Wie konnte es soweit mit der UBS kommen?

(Foto: Reuters)
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Die Ausgangslage

Der Paradeplatz in Zürich: Auge in Auge sehen sich hier die Banker der UBS und der Credit Suisse. Seit Jahrzehnten sind sie Konkurrenten. Lange Zeit hatte die UBS die Nase vorn - doch die Finanzkrise hat alles verändert. Denn die UBS ist von ihr deutlich härter getroffen worden. Ohne die Hilfe des Staates wäre es vermutlich längst aus. Es gibt Gründe dafür, dass es die eigentlich so konservative Bank härter getroffen hat als die Credit Suisse oder auch die Deutsche Bank. Und auch die handelnden Personen spielen eine aufregende Rolle. Die Bankenexpertin Myret Zaki, die gerade ihr Buch "UBS am Rande des Abgrunds" veröffentlicht hat, und Claude Baumann, Bankjournalist und Autor des Buches "Swiss Banking - wie weiter", haben die UBS jahrelang genau beobachtet. Sie werfen auch einen interessanten Blick in die Zukunft, um aus der Vergangenheit zu lernen.

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Der Aufstieg

Der Aufstieg der UBS beginnt direkt nach dem zweiten Weltkrieg. Aber seine größte Blüte hat die Bank von 2003 bis 2007. In diesen Jahren hat sie viel in der Vermögensverwaltung verdient. Die verwalteten Kundendepots verdoppeln sich in dieser Zeit beinahe. Die Schweiz genießt dank des Bankgeheimnisses einen Wettbewerbsvorteil. Und mit den Gewinnen will die Führung der UBS, also der Präsident des Verwaltungsrates, Marcel Ospel, und Konzernchef Peter Wuffli, in den USA das ganz große Rad drehen ...

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Das große Rad an der Wall Street Die UBS baut zwischen 2003 und 2007 mit den Gewinnen auf der Vermögensverwaltung das Investment-Banking in den USA massiv aus. "Hier fuhr die UBS eine äußerst aggressive Wachstumsstrategie", sagt der UBS-Experte Claude Baumann. Die UBS wird die wichtigste europäische Bank in den USA. Mitte 2007 macht das Geldhaus sogar mehr Geschäfte in den USA als im Heimatland. Das Investment-Banking in den USA bringt der UBS deutlich mehr ein als das klassische Geschäft. Auch das Geschäft mit Hypotheken-Krediten ist enorm erfolgreich.

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Der Kopf dahinter:

Marcel Ospel Marcel Ospel hat den Ausbau des US-Geschäfts maßgeblich initiiert. Seit April 2001 ist er Präsident des Verwaltungsrates. Laut Branchenexpertin Myret Zaki hatte "nie ein Verwaltungsratspräsident mehr Verantwortung als Ospel". Im Nachhinein gibt es Kritiker, die behaupten, dass Ospel mit den riskanten Geschäften weniger den Wert der UBS steigern wollte als sein eigenes Gehalt. Myret Zaki sagt: "Es war für Ospel immer ein Traum, ein ähnlich hohes Gehalt zu erreichen wie die CEOs von Goldman Sachs oder Merrill Lynch." Immerhin räumt er 2006 das Rekordgehalt von 26 Millionen Euro ab. Wohl gemerkt als Chef des Verwaltungsrats, nicht als Vorstandsvorsitzender. Der 1950 geborene Baseler gilt als ein Stück Schweizer Finanzmarktgeschichte. Seine Karriere verläuft geradlinig und extrem erfolgreich. Er verändert die Schweizer Bankenwelt und vor allem die UBS. Ospel ist ein großer Fan des Investment-Bankings nach angelsächsischem Prinzip: Die Lust auf hohe Risiken passt nicht zur Schweizer Mentalität, aber Ospel setzt die Investitionen durch.

Die Sicherheitslücke im ETF-Geschäft lässt bei Aufsehern und Bankern die Alarmglocken schrillen. "Jede Bank, die über einen Delta-One-Desk verfügt, wird nun prüfen, ob das gleiche Szenario auch bei ihr möglich wäre", heißt es bei einem europäischen Geldhaus. Auch die Schweizer Finanzaufsicht will sich die Delta-One-Desks genau ansehen: "Sie können davon ausgehen, dass wir dieses Geschäft weiter beobachten werden", versichert ein Sprecher.

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