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Skandal um malaysischen Staatsfonds Abu Dhabi verklagt Goldman Sachs

Der Korruptionsskandal in Malaysia wächst sich für Goldman-Sachs immer weiter zur Krise aus. Nun verklagt ein Staatsfonds aus Arabien die US-Großbank.
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Die Verwicklung der US-Investmentbank in den Korruptionsskandal um den malaysischen Staatsfonds zieht Kreise. Quelle: Reuters
Schriftzug von Goldman Sachs an der New Yorker Börse

Die Verwicklung der US-Investmentbank in den Korruptionsskandal um den malaysischen Staatsfonds zieht Kreise.

(Foto: Reuters)

New YorkDer Skandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB bringt Goldman Sachs neuen Ärger. Die International Petroleum Investment Company (IPIC), ein Staatsfonds aus Abu Dhabi, hat am Mittwoch Klage gegen die New Yorker Investmentbank eingereicht und wirft ihr vor, eine „zentrale Rolle“ in dem Korruptionsskandal in Malaysia gespielt zu haben. Goldman-Banker sollen gemeinsam mit dem malaysischen Geschäftsmann Jho Low Milliarden aus dem 1MDB-Fonds abgezweigt und Verantwortliche bestochen haben, auch ehemalige Top-Manager aus Abu Dhabi. Das „Wall Street Journal“ hatte zuerst über die Klage berichtet.

IPIC und die Tochter Aabar waren Geschäftspartner von 1MDB und sollen deshalb ins Visier von Low und den zwei Goldman-Bankern Tim Leissner und Roger Ng geraten sein. Die US-Staatsanwaltschaft hatte bereits vor Monaten Klage gegen die drei eingereicht, die jedoch erst Anfang November öffentlich gemacht wurde. Leissner hat ein Schuldgeständnis abgelegt.  

Für das Wall-Street-Haus wird der Reputationsschaden aus dem Skandal immer größer.  IPIC und die Nachfolgeorganisation Mubadala sind laut „Wall Street Journal“ langjährige Investmentbanking-Kunden von Goldman. Unklar ist, ob auch andere Regierungen in der Region sich von Goldman distanzieren werden.

Welche finanziellen Forderungen der Fonds aus Abu Dhabi gegen die Bank hat, geht aus der Klage nicht hervor. Der frühere Managing Director von IPIC, Khadem Al-Qubaisi und der frühere Chef von Aabar, Ahmed Badawy Al-Husseiny seien bestochen worden und hätten so „die Namen, das Netzwerk und die Infrastruktur“ der Fonds für ihre kriminelle Machenschaften missbraucht. IPIC und Aabar seien „manipuliert und in die Irre geführt worden“, heißt es in der Klageschrift.

„Wir bewerten gerade die Details der Anschuldigungen und gehen davon aus, die Klage rigoros anzufechten“, sagte ein Sprecher von Goldman Sachs.

Goldman-Chef David Solomon hatte sich vergangene Woche von den angeklagten Mitarbeitern distanziert. Er sei „entrüstet“ über deren Taten, sagte er in einer Sprachnachricht an seine Mitarbeiter. Solomon war pikanterweise Co-Chef der Investmentbank, als der Betrugsskandal in Malaysia stattgefunden hatte.

Goldman hat in den Jahren 2012 und 2013 in drei Schritten Anleihen im Wert von 6,5 Milliarden Dollar für 1MDB begeben und dadurch rund 600 Millionen Dollar an Gebühren kassiert. Mindestens 2,7 Milliarden Dollar davon sollen verschwunden sein. Die drei Angeklagten sollen sich von dem Geld teils selbst bereichert und teils andere bestochen haben, so die US-Staatsanwaltschaft.

Goldman stellt sich auf „erhebliche Strafzahlungen und andere Sanktionen“ ein, wie das Wall-Street-Haus bereits Anfang des Monats in einer Pflichtmitteilung an die Börsenaufsicht mitteilte. Das Institut sei mit dem Justizministerium und anderen Aufsichtsbehörden in Kontakt, heißt es aus Finanzkreisen.

Die Aktie lag am Mittwoch im frühen New Yorker Handel leicht im Plus, hat seit Anfang des Monats jedoch rund 15 Prozent verloren.

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