Smartphone-Bank N26 expandiert in die USA und Großbritannien

Ab dem kommenden Jahr will die Berliner Smartphone-Bank N26 auch in den USA starten. Dort hören die Expansionspläne aber noch nicht auf.
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Kunden im Fintech-Fieber – So werden klassische Banken unter Druck gesetzt

New YorkDie Berliner Smartphone-Bank N26 konkretisiert ihre Expansionspläne. Ab dem vierten Quartal will sie ihre Dienste auch in Großbritannien anbieten, während der Start in den USA nun für das erste Quartal kommenden Jahres geplant ist. Das sagte Valentin Stalf, Gründer und CEO von N26, in einem Interview mit Bloomberg News.

Anders als in Europa, wo N26 seit Juli 2016 über eine eigene Vollbanklizenz von BaFin und EZB verfügt, wird das Fintech seine App in den USA zusammen mit einer lokalen Bank anbieten. Die Verträge seien unterschrieben, die Integration laufe. Wer der Partner ist, wollte Stalf nicht sagen. Er schließt eine eigene US-Banklizenz zu einem späteren Zeitpunkt nicht aus.

„Uns geht es darum, mit dem Produkt schnell auf den Markt zu kommen“, erklärte Stalf. „Im Vergleich zu Deutschland gibt es in den USA unter den so genannten White-Label-Banken eine stärke Konkurrenz, was sich in besseren Konditionen widerspiegelt. Die schöpfen nicht gleich alle Erträge ab. Wir könnten also länger mit einer Partnerbank zusammenarbeiten.“

Stalf und CFO Maximilian Tayenthal hatten das Unternehmen, dessen wichtigstes Produkt ein kostenloses Girokonto ist, Anfang 2015 in Deutschland gestartet. Heute ist die Bank in 17 europäischen Ländern aktiv und zählt mehr als eine Million Kunden. Pro Tag kommen 3000 neue hinzu. „Bis 2020 wollen wir die Marke von fünf Millionen knacken“, sagte Stalf.

Zu den Investoren von N26 zählen Schwergewichte wie Allianz X, die digitale Investment-Sparte der Allianz-Gruppe, und Tencent Holdings. Unterm Strich konnten die Berliner bislang 215 Millionen Dollar einsammeln.

Eine weitere Finanzierungsrunde wird es Stalf zufolge möglicherweise 2019 geben. „Das ist auch der Zeitpunkt, zu dem wir profitabel sein wollen und uns langsam auf ein IPO zubewegen könnten“, sagte er. „Wenn alles nach Plan verläuft, ist ein Börsengang in drei bis vier Jahren möglich.“

Mit der Idee einer Smartphone-Bank ist N26 nicht allein. Auch die britische Firma Revolut bietet eine Bezahl-App an. Sie hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Ende des Jahres ihren Kundenstamm in Deutschland, der Schweiz und Österreich auf insgesamt 300.000 zu verdoppeln, wie ein Vertreter des Unternehmens gegenüber Bloomberg News erklärte. Weltweit hat Revolut über zwei Millionen Kunden.

Stalf zufolge ist Deutschland einer der schwierigsten Märkte, weil es dort viele kostenlose Angebote gibt. „Trotzdem hinken die Banken auch hier noch bei der Digitalisierung hinterher, das lässt uns wachsen“, sagte er. In Frankreich sei das Umfeld ganz anders. Dort werde für viele Produkte Geld verlangt, was die Kundengewinnung einfacher mache.

Insgesamt will N26 in diesem Jahr noch 200 weitere Mitarbeiter an Bord holen. Auf der Produktseite sind weitere Angebote geplant, etwa die Vermittlung von Versicherungen. Stalf sieht hier großes Potenzial: „Junge Leute aus meiner Generation sind total unterversichert“, sagte der 32-Jährige. Möglicher Partner in diesem Bereich sei der eigene Investor Allianz, es könne aber auch ein anderes Unternehmen sein.

  • Bloomberg
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