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Smartphone-Bank N26 gewinnt eine Million Kunden in drei Monaten

Die Smartphone-Bank zählt mittlerweile 3,5 Millionen Kunden – Dabei wurden zuletzt zahlreiche Probleme bei dem jungen Berliner Unternehmen bekannt.
Update: 13.06.2019 - 20:11 Uhr Kommentieren
Der N26-Gründer vermeldet 3,5 Millionen Kunden. Quelle: dpa
Valentin Stalf

Der N26-Gründer vermeldet 3,5 Millionen Kunden.

(Foto: dpa)

Frankfurt Positive Meldungen zur Smartphone-Bank N26 waren in den vergangenen Monaten Mangelware. Das Berliner Fintech hatte gravierende Probleme im Kundenservice, verstieß gegen Datenschutzregeln, Kriminelle verschafften sich Zugang zu N26-Konten, und die Finanzaufsicht Bafin ordnete bessere interne Sicherungsmaßnahmen gegen Geldwäsche an.

Trotz allem steigt die Zahl der Kunden rasant an. Wie das Unternehmen am Donnerstag bekanntgab, zählt die Bank jetzt 3,5 Millionen Kunden – eine Million Nutzer mehr als noch vor drei Monaten. Das Wachstum hat sich damit nochmals deutlich beschleunigt. Zuvor hatte N26 fünf Monate gebraucht, um eine Million Kunden zu gewinnen, und davor waren es noch 16 Monate. Die Bank erklärt das mit Mundpropaganda: Rund die Hälfte der Neukunden komme aufgrund der Empfehlung von Familie und Freunden, die bereits bestehende Kunden sind. Und jeder zweite Kunde empfehle das Institut weiter.

N26 ist Anfang 2015 in Deutschland gestartet. Das Ziel: Kunden sollen Bankgeschäfte einfach und transparent über ihr Smartphone erledigen können. Inzwischen ist N26 in 24 Ländern aktiv. Auf der Start-up-Konferenz Noah in Berlin sagte Mitgründer Maximilian Tayenthal, langfristiges Ziel seien 100 Millionen Kunden. Daher sei die Expansion in neue Märkte wie die USA wichtig. In New York arbeiteten bereits 50 Menschen, die Beta-Version solle dort „in den nächsten Wochen“ starten. In Ländern wie Frankreich könne N26 besonders schnell punkten, da es dort kaum kostenlose Girokonten gebe. Auch die Expansion nach Brasilien wurde bereits angekündigt.

Die Kunden scheinen die Bank aktiv zu nutzen. Die Zahl der Transaktionen liege pro Monat bei 16 Millionen, so N26 – im Durschnitt sind das 4,5 Transaktionen pro Nutzer. Wie viele Kunden auf den deutschen Heimatmarkt entfallen, gibt die Bank nicht preis.

N26 muss sich wiederholt gegen Vorwürfe verteidigen

Neben N26 sind noch weitere Smartphone-Banken in Deutschland aktiv. Dazu zählt etwa die Bank Tomorrow, die besonderen Wert auf Nachhaltigkeit legt: Kontoeinlagen von Kunden werden beispielsweise zur Finanzierung von erneuerbaren Energien und Mikrokrediten genutzt. Für Selbstständige gibt es außerdem die Banking-Start-ups Penta – das kürzlich von Finleap übernommen wurde – sowie Kontist und Holvi.

Das Start-up Holvi hat gerade Deutschland als „zweiten Heimatmarkt“ gewählt und zählt 150.000 Kleinstunternehmer zu seinen Kunden. Auch die Sparkassen planen schon seit Längerem ein Smartphone-Konto namens Yomo, dessen Start rückte zuletzt jedoch weiter nach hinten.

Im Januar dieses Jahres war N26 zum wertvollsten deutschen Finanz-Start-up aufgestiegen, nachdem Investoren rund 260 Millionen Euro in die Firma gesteckt und diese mit 2,3 Milliarden Euro bewertet hatten. Damit erreichte das Unternehmen den Status eines „Einhorns“ – so werden Unternehmen bezeichnet, die mit mindestens einer Milliarde Euro bewertet werden.

Danach häuften sich die negativen Meldungen. Betrüger sollen Hunderte Konten von N26 für Geldwäsche genutzt haben, die Finanzaufsicht Bafin rügte öffentlich die Geldwäsche-Kontrolle der Smartphone-Bank, und die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk verhängte gegen die Bank eine Geldbuße in Höhe von 50.000 Euro wegen Verstößen gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

N26 hatte sich angesichts der Vorwürfe stets verteidigt und betont, dass sie im Austausch mit den Behörden stehe und die Zahl ihrer Mitarbeiter steigere. Inzwischen sollen es 1300 sein.

Mehr: Im Januar hat die Smartphone-Bank N26 von internationalen Investoren eine Rekordsumme erhalten – Geld für den Einstieg in den amerikanischen Markt.

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