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Smartphonebank N26-Konkurrent Revolut bringt sich in Berlin in Stellung

Die Smartphonebank Revolut hat die Eröffnung eines Technologiezentrums in Berlin angekündigt. 80 Mitarbeiter sollen dort das Wachstum vorantreiben.
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Das britische Finanz-Start-up baut ein Büro in Berlin auf. Quelle: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH
Revolut-Karte

Das britische Finanz-Start-up baut ein Büro in Berlin auf.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)

Frankfurt Die britische Smartphonebank Revolut will ihr Wachstum in Deutschland vorantreiben. Wie das Handelsblatt von dem Unternehmen erfuhr, soll dafür im Oktober ein Technologiezentrum in Berlin eröffnet werden. 80 Arbeitsplätze sollen dort entstehen – für Software- und Data-Experten, Produktentwickler und Wachstumsmanager. Der Aufbau eines solchen Zentrums ist nicht nur eine Kampfansage an die traditionellen Banken in Deutschland, sondern könnte auch den deutschen Konkurrenten N26 unter Druck setzen.

Revolut wurde in London gegründet und ist seit Juli 2015 aktiv – seit Herbst 2017 auch in Deutschland. Mit seiner Smartphone-App zielte das Fintech zunächst nur auf Kunden, die über Länder- und Währungsgrenzen hinweg Geld transferieren wollen. Mithilfe von Kooperationspartnern wurden die Leistungen inzwischen erweitert – etwa um einen Budgetplaner und Versicherungsangebote. Auch das Bezahlen per Apple Pay ist möglich. Noch agiert Revolut mit einer Lizenz als E-Geld-Institut, hat in Litauen inzwischen aber auch eine Banklizenz erhalten und baut dort nach eigenen Aussagen aktuell eine Niederlassung auf.

Die neuen Mitarbeiter im „Tech-Hub“ in der Berliner Friedrichstraße sollen schwerpunktmäßig an Produkten und Dienstleistungen für den deutschen und europäischen Markt arbeiten. „In Berlin gibt es unglaublich viele technische Talente“, sagte Vlad Yatsenko, Mitbegründer und Chief Technology Officer bei Revolut. „Wir freuen uns, mit unserer Investition in Deutschland noch mehr Arbeitsplätze im pulsierenden Berliner FinTech-Ökosystem zu schaffen “, sagte Vlad Yatsenko, Mitbegründer und Chief Technology Officer bei Revolut.

Auf der Produktagenda stehen dabei insbesondere die schon länger angekündigte Funktion für provisionsfreien Aktienhandel sowie eine neue App für Kinder. Zudem sollen die Berliner das Unternehmen auch bei der internationalen Expansion unterstützen. Auch ein lokales Marketing- und Kommunikationsteam werde aufgebaut und man suche nach einem Country Growth Manager, also einem Verantwortlichen für das Wachstum in Deutschland. Zum Start hierzulande hatte Revolut bereits einen Manager für den deutschsprachigen Raum eingestellt. Nachdem dieser das Unternehmen im Frühjahr 2018 verlassen hatte, wurde jedoch noch kein Nachfolger vorgestellt.

Revolut hat bisher schon Büros in London, New York, San Francisco, Krakau, Moskau, Sankt Petersburg, Porto und Singapur. Die Mitarbeiterzahl nähert sich einem Sprecher zufolge den 1200. Als Fünfjahresziel rief Revolut-Chef Nikolay Storonsky im vergangenen Jahr die Marke von weltweit 100 Millionen Kunden aus. Davon ist das Unternehmen noch weit entfernt. Aktuell hat es nach eigenen Angaben 5,5 Millionen Nutzer – davon 150.000 in Deutschland. N26, das im gleichen Jahr an den Markt gegangen war – jedoch direkt mit Bankkonten startete – knackte vor Kurzem die Marke von 3,5 Millionen Kunden in 24 Märkten. Die Zahl der deutschen Kunden nennt N26 nicht.

Bei der Wachstumsgeschwindigkeit scheinen sich N26 und Revolut derzeit allerdings ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu liefern. Revolut spricht von täglich 12.000 neuen Kunden – also etwa vier Millionen pro Jahr. N26 hat nach eigenen Angaben zuletzt in nur drei Monaten eine Million Kunden gewonnen – was auf ein Jahr gesehen ebenfalls vier Millionen Neukunden ergibt.

Negative Schlagzeilen

Zudem teilen die Unternehmen noch eine weitere Gemeinsamkeit: Beide waren zuletzt mit negativen Meldungen in der Presse. Noch im Januar dieses Jahres war N26 zum wertvollsten deutschen Finanz-Start-up aufgestiegen, nachdem Investoren rund 260 Millionen Euro in die Firma gesteckt und diese mit 2,3 Milliarden Euro bewertet hatten. Damit erreichte das Unternehmen den Status eines „Einhorns“ – so werden Start-up bezeichnet, die mit mindestens einer Milliarde Euro bewertet werden.

Danach häuften sich die negativen Meldungen. Betrüger sollen Hunderte Konten von N26 für Geldwäsche genutzt haben, die Finanzaufsicht Bafin rügte öffentlich die Geldwäsche-Kontrolle der Smartphone-Bank. Die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk verhängte gegen die Bank eine Geldbuße in Höhe von 50.000 Euro wegen Verstößen gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

N26 hatte sich angesichts der Vorwürfe stets verteidigt und betont, dass sie im Austausch mit den Behörden stehe und die Zahl ihrer Mitarbeiter steigere. Inzwischen sollen es 1300 sein.

Auch bei Revolut gab es Berichte über Verstöße gegen Regeln zur Geldwäscheprävention, fehlgeleitete Überweisungen und einen möglichen Entzug der gerade erst erhaltenen Banklizenz in Litauen. Noch dazu hatten sich Mitarbeiter über Dauerdruck und die Überstundenkultur in dem Unternehmen beschwert. Revolut-Chef Storonsky wehrte sich teils vehement gegen die Berichte, räumte teils aber auch Fehler ein.

Mehr: Im Januar hat die Smartphone-Bank N26 von internationalen Investoren eine Rekordsumme erhalten – Geld für den Einstieg in den amerikanischen Markt.

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