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Smartphonebank N26 startet in den USA

Mit einem Jahr Verspätung hat die Smartphonebank N26 ihr Geschäft in den USA aufgenommen. Die Konten stellt eine amerikanische Direktbank.
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N26 startet in den USA Quelle: N26
N26

Die Smartphonebank aus Berlin startet ihr US-Geschäft.

(Foto: N26)

FrankfurtDie Berliner Smartphonebank N26 hat am Donnerstag den Start ihres US-Geschäfts bekannt gegeben. Zunächst soll das Angebot nach und nach für 100.000 Personen geöffnet werden, die sich auf einer Warteliste eingetragen haben. Für den Spätsommer sei die Öffnung für weitere Kunden geplant.

Eine Banklizenz hat N26 in den USA noch nicht. Stattdessen würden die Konten von der Axos Bank bereitgestellt, so das Unternehmen. Auch in Deutschland hatte N26 zunächst mit Wirecard als Dienstleisterbank im Hintergrund agiert und erst im Sommer 2016 eine eigene Banklizenz von der deutschen Finanzaufsicht Bafin erhalten.

Zum Leistungsumfang des Angebots in den USA gehört eine Visa-Debitkarte. Zudem würden die Transaktionen in Echtzeit gebucht und die Ausgaben kategorisiert, so N26. Die App sehe in den USA quasi genauso aus wie in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Für internationale Einkäufe sollen keine Auslandsgebühren anfallen. Geplant seien zudem ein Kundenvorteilsprogramm und ein Premium-Konto.

Co-Gründer und Geschäftsführer Valentin Stalf bezeichnete den Start als „wichtigen Meilenstein für N26, um das Bankwesen weltweit zu verändern“. In den kommenden Jahren will er mehr als 50 Millionen Kunden erreichen. Angekündigt hatte N26 die Expansion in die USA erstmals im Herbst 2017 und hatte den Markteintritt damals für Mitte 2018 anvisiert. Seitdem war der Start mehrfach verschoben worden.

Schneller waren schon mehrere amerikanische Anbieter, die ebenfalls modernes Banking mit benutzerfreundlichen Apps für das Smartphone anbieten. Zu ihnen zählen etwa Chime, das laut einem Bericht der New York Times bereits Ende vergangenen Jahres zwei Millionen Kunden zählte, sowie Aspiration, das zum gleichen Zeitpunkt rund eine Million Kunden gehabt haben soll. Zudem hat auch der britische Konkurrent Revolut die Expansion in die USA angekündigt.

Das Team von N26 in den USA soll bereits aus mehr 50 Mitarbeitern bestehen. Wichtige Teile des US-Produkts würden aber auch in Berlin, Barcelona und zukünftig Wien entwickelt. Geschäftsführer in den USA ist Nicolas Kopp, der zuvor jeweils mehrere Jahre bei Morgan Stanley, Lazard und Goldman Sachs tätig war.

Schnelles Wachstum mit Problemen

In Deutschland ist die junge Bank Anfang 2015 an den Markt gegangen und nunmehr in 25 Märkten aktiv. Ihr Wachstum hatte sich zuletzt stark beschleunigt. Sie zählt 3,5 Millionen Kunden, von denen die letzte Million in nur drei Monaten gewonnen wurde

Geld verdient die Bank vor allem mit Zusatzleistungen wie einer Premium-Mitgliedschaft, die bestimmte Versicherungsleistungen beinhalten. Zwischen 20 und 30 Prozent der N26-Kunden hätten sich für ein solches Premium-Konto entschieden, sagte Stalf der Nachrichtenagentur dpa. Im Vergleich zu etablierten Banken stehe N26 aber nicht unter einem so hohen Erlösdruck, da die Kosten viel niedriger seien.

Die Premium-Konten kosten bei N26 monatlich 9,90 Euro in der Variante „Black“ und 16,90 Euro in der Variante „Metal“. Würden sich nur 20 Prozent der 3,5 Millionen Kunden für die Black-Variante entscheiden, müsste die Bank allein durch diese Gebühren mindestens 8,4 Millionen Euro Umsatz machen. Weitere Einnahmequelle sind Provisionserträge.

Im Januar dieses Jahres war N26 zum wertvollsten deutschen Finanz-Start-up aufgestiegen, nachdem Investoren rund 260 Millionen Euro in die Firma gesteckt und diese mit 2,3 Milliarden Euro bewertet hatten. Damit erreichte das Unternehmen den Status eines „Einhorns“ – so werden Unternehmen bezeichnet, die mit mindestens einer Milliarde Euro bewertet werden.

Danach häuften sich die negativen Meldungen. Betrüger sollen Hunderte Konten von N26 für Geldwäsche genutzt haben, die Finanzaufsicht Bafin rügte öffentlich die Geldwäsche-Kontrolle der Smartphone-Bank, und die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk verhängte gegen die Bank eine Geldbuße in Höhe von 50.000 Euro wegen Verstößen gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

N26 hatte sich angesichts der Vorwürfe stets verteidigt und betont, dass sie im Austausch mit den Behörden stehe und die Zahl ihrer Mitarbeiter steigere. Inzwischen sollen es 1.300 sein.

Mehr: Deutsche Finanz-Start-ups erobern die USA. So auch das deutsche Fintech Weltsparen.

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