Commerzbank-Zentrale in Frankfurt

Das Geldhaus verzeichnete im dritten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang.

(Foto: dpa)

Sondereffekte Commerzbank-Gewinn bricht ein – die Blitzanalyse

Update: 08.11.2018 - 10:27 Uhr Kommentieren

FrankfurtDie Commerzbank hat am Donnerstagmorgen ihre Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Die wichtigsten Fakten.

  • Der Gewinn der Commerzbank ist um 53 Prozent eingebrochen auf 218 Millionen Euro. Hauptverantwortlich für den Rückgang sind jedoch Sondereffekte. Im Vorjahresquartal hatten Beteiligungs- und Immobilienverkäufe sowie die Auflösung eines Gemeinschaftsunternehmens dem Institut außerordentliche Erträge von gut 500 Millionen Euro in die Kasse gespült.
  • Die um Sondereffekte bereinigten Erträge stiegen im dritten Quartal dagegen um neun Prozent auf 2,18 Milliarden Euro.
  • Für das Gesamtjahr bekräftigte die Bank ihre bisherigen Ziele. Die bereinigten Erträge sollen leicht steigen, die Kosten bei etwa 7,1 Milliarden Euro stagnieren.
  • Für das Geschäftsjahr 2018 will das Geldhaus zudem eine Dividende von 20 Cent je Aktie bezahlen.

Das fällt positiv auf

Stabile Bilanz: Die harte Kernkapitalquote der Commerzbank stieg im Vergleich zum zweiten Quartal leicht auf 13,2 Prozent. Die Verschuldungsquote, das Verhältnis von Eigenkapital zum Gesamtengagement, lag konstant bei 4,5 Prozent. Während die Bilanzsumme der Bank leicht wuchs, baute das Institut Risiken weiter ab. Der Bestand an Krediten in der kriselnden Schiffsbranche fiel Ende des dritten Quartals auf 1,1 Milliarden Euro. Vor einem Jahr waren es noch 4,2 Milliarden Euro.

„Der Stresstest hat unsere verbesserte Aufstellung bestätigt“, sagte Vorstandschef Martin Zielke. Die Commerzbank, die beim letzten EU-Stresstest noch das Schlusslicht unter den deutschen Banken war, kletterte beim diesjährigen Fitnesscheck auf Platz vier. Die Kernkapitalquote der Bank sank bei einer simulierten Krise lediglich auf 9,9 Prozent – das sind 2,5 Prozentpunkte mehr als vor zwei Jahren.

Das fällt negativ auf

Firmenkundensparte unter Druck: Die Firmenkundensparte bleibt das Sorgenkind der Commerzbank. Die Erträge sanken dort im dritten Quartal um fünf Prozent auf 918 Millionen Euro, das operative Ergebnis brach sogar um 29 Prozent auf 169 Millionen Euro ein. Bereits im August hatte die Commerzbank wegen des anhaltend hohen Margendrucks ihr ursprüngliches Ziel kassiert, 2018 die bereinigten Erträge in der Sparte zu steigern.

Was jetzt passiert

Umbau geht weiter, Übernahmen sind denkbar: Das Institut sieht sich bei der Umsetzung seiner Strategie „Commerzbank 4.0“ auf Kurs. Dass die Bank zahlreiche neue Kunden gewonnen hat und die bereinigten Erträge steigern konnte, stimmt Vorstandschef Zielke zuversichtlich.

„Das zeigt, dass unsere Strategie richtig ist“, sagte Zielke. Die Commerzbank wachse in einem wettbewerbsintensiven Markt. „Das Umfeld bleibt aber herausfordernd und wir haben trotz vieler Fortschritte noch einige Aufgaben vor uns.“ Gerade bei den Erträgen, die bis 2020 auf mehr als 9,8 Milliarden Euro steigen sollen, muss sich die Bank ziemlich strecken, um ihre ausgegeben Ziele zu erreichen.

Darüber hinaus bleibt abzuwarten, ob und wie sich die Commerzbank an größeren Transaktionen beteiligen wird. Das Institut hat nach Handelsblatt-Informationen ein unverbindliches Angebot für die kapitalschwache NordLB abgegeben. Zudem glauben viele Finanzmanager, dass es ab 2020 zu einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank kommen könnte.

In einer Telefonkonferenz kippte Finanzchef Stephan Engels später das mittelfristige Ertragsziel. Die Erträge würden 2020 "leicht unter" den bisher angepeilten 9,8 Milliarden Euro liegen. Das Kostenziel von 6,5 Milliarden Euro im Jahr 2020 bestätigte Engels.

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