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Sonderzahlungen Viele Banken senken die Boni für Angestellte

Mitarbeiter der Deutschen Bank sowie ausländischer Geldinstitute müssen sich auf Kürzungen einstellen. Allein Barclays stemmt sich gegen den Trend.
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Das Geldinstitut hat im Jahr 2018 etwa 6.000 Stellen abgebaut. Quelle: AP
Deutsche Bank

Das Geldinstitut hat im Jahr 2018 etwa 6.000 Stellen abgebaut.

(Foto: AP)

FrankfurtNicht nur die Commerzbank-Mitarbeiter müssen sich auf eine enttäuschende Bonusrunde gefasst machen. Auch in der Deutschen Bank gibt es viele lange Gesichter, nachdem das Institut seinen Mitarbeitern in den vergangenen Tagen die Bonusbriefe hat zukommen lassen. „Natürlich werden Leistungen so bezahlt, wie sie erbracht worden sind“, hatte Vorstandschef Christian Sewing Anfang Februar gesagt.

Das mag in einigen Fällen mehr als im Vorjahr gewesen sein, in vielen Fällen aber weniger. Im Gegensatz zur Commerzbank, die in Deutschland die individuellen Boni teils abgeschafft hat, differenziere die Deutsche Bank stärker als früher nach Leistung, heißt es in Finanzkreisen.

Wie viel das Geldhaus für variable Vergütungen ausgibt, wird es erst am 22. März bekannt geben. Jedoch sickerte im Januar durch, dass der Bonuspool im Vergleich zum Vorjahr, als er 2,2 Milliarden Euro groß war, um mehr als zehn Prozent geschrumpft und unter die Marke von zwei Milliarden Euro gefallen ist. Weniger hatte die Bank nur für das Problemjahr 2016 ausgeschüttet.

Dennoch betonte Sewing, die Bank zahle weiter „wettbewerbsfähig“. Ein gewisser Spielraum ist tatsächlich vorhanden. Immerhin hat die Bank im Jahr 2018 etwa 6.000 Stellen abgebaut. Finanzkreisen zufolge wurden etwa im Investmentbanking gerade auch die eher teuren Führungsebenen der Bank ausgedünnt. Der kleinere Bonustopf verteilt sich also auch auf weniger Köpfe.

Eines ist aber schon jetzt klar: Für die Vorstände der Deutschen Bank wird es mehr als im Vorjahr geben. Denn nach drei Bonus-Nullrunden am Stück – der Vorstand hatte in den drei Verlustjahren der Bank jeweils auf seine variable Vergütung verzichtet – soll es dieses Jahr wieder Boni für die Führungsspitze geben.

„Es war für den Vorstand keine Frage, bei einem Verlust die Boni nicht anzunehmen. Die Situation ist aufgrund des Gewinns dieses Jahres eine andere“, hatte Vorstandschef Sewing Anfang Februar gesagt.

Alles in allem dürfte die Bonusrunde in diesem Jahr aber nicht nur bei der Deutschen Bank bescheidener ausfallen als im Vorjahr. Das deuten viele kleine Nachrichten an, die in den vergangenen Wochen durchgesickert sind. Die UBS etwa soll zum Teil drastische Bonuskürzungen in der Vermögensverwaltung in Europa und Asien sowie im asiatischen Investmentbanking planen.

Bei der Credit Suisse soll der Bonuspool immerhin „mehr oder weniger gleich“ bleiben, wie Vorstandschef Tidjane Thiam vor Kurzem sagte. Allerdings sollen künftig Banker in Asien, die das Haus verlassen, einen Teil ihrer Boni zurückzahlen müssen, die sie in den drei Jahren vor ihrem Abschied erhalten haben.

Auch die Händler in der Kapitalmarktsparte von BNP Paribas wissen mittlerweile, wie sich das für alle Banken schwierige vierte Quartal auf ihre variablen Extrazahlungen ausgewirkt hat. Nach außen ist bislang aber nicht gesickert, ob es zu den drastischen Kürzungen gekommen ist, über die im Vorfeld bereits spekuliert wurde.

Gegen den Strom schwimmt die britische Großbank Barclays, die den Bonuspool erstmals seit 2013 wieder erhöht hat, und zwar um stolze neun Prozent. Einer der Gründe dafür soll die Furcht sein, dass andernfalls gute Leute das Geldhaus verlassen könnten. Das Investmentbanking ist ein wichtiger Gewinnbringer für die britische Bank, das gilt auch für das Geschäftsjahr 2018.

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